Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Anthropologie | Biologie

Unsere Wunderdroge

Mit dem körpereigenem Hormon Oxytocin wollen Forscher sogar Krankheiten heilen. Dessen Künstlername lautet: "Kuschelhormon". Es macht Schlagzeilen, denn es heißt, es sorge für Vertrauen, wärmere Beziehungen – sogar für besseren Sex. Es tritt also in Aktion, wenn zwei Menschen einander näher kommen, als es unser individueller Sicherheitsabstand vorsieht. Das führt zu fürsorglichem Verhalten gegenüber der eigenen Brut und zu aggressivem Verhalten gegenüber potenziellen Angreifern. Oxytocin ist also ein Kuschelhormon – aber auch ein Kampfstoff. Der Artikel bietet anhand mehrere Verwendungsorte des Stoffes einen gründlichen Überblick über die gegenwärtige Oxytocinforschung. - al

Erstellt von al | | Bioethik | Biologie | Deutsch | Evolution | Synthetische Biologie

"Das Leben bahn sicht seinen Weg"

Kann es künstliches Leben geben? Dürfen Menschen so tief in die Schöpfung eingreifen? Darüber diskutieren eine Physikern, die mit Hilfe der synthetischen Biologie nach dem Ursprung des Lebens sucht, und ein Biologe, der die Eigenwilligkeit aller Lebewesen verteidigt, und damit die Existenz von Intentionalität annimmt, während Kant diesselbe doch für eine menschliche Beschreibungskategorie gehalten hat. Beide Diskussionspartner sind auch Philosophen. Was gilt? Handle so, dass sich die Möglichkeiten vermehren und leben sei? Oder handle so, dass ein gutes Leben sei? Das Gespräch ist also sehr interessant, leider aber nur ein Teaser, ein Ausschnitt aus einem Buch. - al

Erstellt von hhp | | Biologie | Physik | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftstheorie | Deutsch | Englisch

Physik des Lebens - spektrum.de

Wenn sich Physiker auf die Suche nach einer "grundlegenden Theorie des Lebens" machen, werden manche eine Reduktion der Biologie auf die Physik wittern. Der Artikel (eine exklusive Übersetzung aus nature) berichtet jedenfalls von der Faszination der "aktiven Materie", die auf der Ebene kristalliner, biomolekularer und synthetischer Elemente selbstorganisierende Strukturbildungen und Bewegungen auszeichnet - ganz wie dies bei lebenden Organismen zu finden ist. So können für den Autor "die scheinbaren Gemeinsamkeiten zwischen der im Labor hergestellten aktiven Materie und lebenden Dingen ... schon unheimlich sein". Das kleine Wörtchen "scheinbar", das übrigens im englischen Original fehlt, trübt die Euphorie ein wenig. Denn künftig wird sich klären müssen, "ob sich mit Hilfe der Theorie der aktiven Materie auch biologische Mechanismen nachbilden lassen", und der Autor weiß, "dass die meisten Biologen erst noch davon überzeugt werden müssen". Aber laut dem Biologen Tony Hyman gibt es Hoffnung: "Die neue Generation von Biologen wird ... von Anfang an besser in Physik ausgebildet". - hhp