Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Biologie | Englisch | Epigenetik | Evolution | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftstheorie

Does evolutionary theory need a rethink? - Nature

Muss die Evolutionstheorie umdenken? "Ja" sagt die Pro-Gruppe um Kevin Laland, indem sie sich für Evolutionsfaktoren stark macht, die in der bisherigen Theorie nicht angemessen berücksichtigt werden (können). "Nein" sagt die Kontra-Gruppe um Gregory Wray, die bisherige Theorie sei hinreichend. Beide Gruppen verbindet der Wunsch nach einer erweiterten Theorie, nur will die Pro-Gruppe einen Paradigmenwechsel, während die Kontra-Gruppe die bisherige Theorie für ausbaufähig hält, sie habe schließlich schon immer ihre Integrationskraft unter Beweis gestellt. Auch werden die von der Pro-Gruppe ins Feld geführten Evolutionsfaktoren (z. B. die sog. Nischenkonstruktion und die Plastizität der Organismen) anerkannt - aber mit anderen Akzentsetzungen. Während die Pro-Gruppe die Fokussierung auf Gene und deren Änderung durch Selektion zugunsten einer "außer-genetischen-Vererbung" aufbrechen will, hält die Kontra-Gruppe am Primat der Gene fest. Die Faktoren der Pro-Gruppe seien Zusätze, aber "keiner dieser Zusätze ist für die Evolution essentiell". Insgesamt ein spannender Einblick in eine innerbiologische Kontroverse und Theorieentwicklung. - hhp

Erstellt von al | | Astronomie | Physik | Biologie | Deutsch

Charon, noch ein Mond mit Feuchtgebieten

Astronomen haben Wasserspuren auf Charon gefunden, einem Mond, der den Zwergplaneten Pluto umkreist. Die Forscher nehmen an, dass Charon – ähnlich wie der Erdmond – aus den Trümmern einer Kollision entstanden ist. Vermutlich hat der frisch entstandene Mond Pluto zunächst auf einer stark elliptischen Bahn umkreist. Dann haben die permanent wechselnden Gezeitenkräfte sein Inneres geradezu durchgewalkt und durch Reibung erwärmt. So habe Eis schmelzen und einen viele Kilometer tiefen Ozean bilden können. Einen ähnlichen verborgenen Ozean gibt es wohl auf dem Jupitermond Europa und auch auf dem Saturnmond Enceladus. Man darf nicht vergessen: Wasser ist die Voraussetzung für Leben, so wie wir es kennen. - al

Erstellt von pts | | Deutsch | Evolution | Neurotheologie | Religionspsychologie | Evolutionspsychologie | Hirnforschung | Anthropologie | Biologie

Evolution : Was Religion mit Intelligenz zu tun hat - Welt online

Psychologische Experimente hätten gezeigt, erläutert die Autorin, dass die Religiosität des heutigen Menschen ähnlich wie Musikalität zu 40 bis 60 Prozent genetisch bedingt sei. Die Anlage zur Religiosität sei evolutionär erfolgreich gewesen, weil Religiosität auf individueller Ebene helfe, mit den Tiefen des Lebens fertig zu werden und auf kollektiver Ebene größere Kooperativität fördere. Dies habe religiösen Menschen einen größeren Fortpflanzungserfolg beschert. Die für die Religiosität verantwortlichen Gehirnfunktionen seien im Stirnhirn zu finden, in genau den Bereichen, die in der Evolution angewachsen und die auch für die intelligenten Leistungen des Menschen verantwortlich seien. Diese Gehirnfunktionen macht der Autor auch für die Entstehung von Aberglauben verantwortlich. Je unberechenbarer die Welt sei, desto mehr versuche das Gehirn, in zufälligen Ereignissen eine Regelhaftigkeit und somit einen Sinn zu erkennen - pts