Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Atheismus | Dawkins | Neuer Atheismus | Englisch

Richard Dawkins: 'I am a secular Christian' - The Telegraph

Richard Dawkins, der weltweit bekannteste Atheist, sehnt sich nach Nostalgie, kirchlichen Traditionen und versteht sich als "säkularer Christ". Konkret glaubt er daran, dass Menschen ein bestimmter Lebensweg vorherbestimmt ist, der sie magnetisch anziehe. Rückblickend auf seinen eigenen Lebensweg (Anlass war die Vorstellung des ersten Bandes seiner Memoiren) räumt Dawkins ein, dass sein erster Bucherfolg mit "Das egoistische Gen" unglücklich betitelt wurde. Passender wäre "Das unsterbliche Gen" gewesen, um das Missverständnis zu vermeiden, dass Menschen egoistisch sind oder sein sollten. "Ich bedaure, dass diese Idee politisch ausgeschlachtet wurde". - hhp

Erstellt von pts | | Deutsch | Neuer Atheismus | Theologie | Religionspsychologie | Atheismus

Zwei wie Pech und Schwefel - The European

Das Auftreten eines neuen, kämpferischen Atheismus in jüngster Zeit interpretiert Detlef Pollak, Professor für Religionssoziologie, als Reaktion auf die in den Medien viel beschworenen Rückkehr der Religion. Zugleich stellt er jedoch fest, dass beide Phänomene – der neue Atheismus und die Rückkehr der Religion – empirisch gesehen in der Gesellschaft keine breite Verankerung haben. Deshalb brauche man eine Erlösung weder vom einen noch vom anderen der beiden Phänomene. Vielmehr sei man – besonders in Deutschland – aufgrund der Erfahrungen mit totalitären Ideologien skeptisch gegenüber jeder Form von fanatischer, welterlösender und welterklärender Heilslehre. Die Werte der Toleranz und der Akzeptanz fremder Lebensformen und Glaubensvorstellungen fänden immer größere Zustimmung. Im Hinblick auf die neuen Formen des Atheismus schließt Pollak deshalb, ein Atheismus, der Anerkennung erlangen wolle, müsste zunächst Respekt vor den kulturellen Leistungen der Religionen aufbringen - pts

Erstellt von hhp | | Nahtod-Erfahrung | Anthropologie | Neuer Atheismus | Englisch

Sam Harris' critique of Eben Alexander - Metaphysical Speculations

Bernardo Kastrup kommentiert die Sam-Harris-Kritik an der Deutung der Nahtoderfahrung von Eben Alexander (s. u.). Die Kritik beruhe letztlich auf einem alten materialistischen Einwand gegen Nahtoderfahrungen: Es könne nicht nachgewiesen werden, dass tatsächlich sämtliche Hirnfunktionen ausgeschaltet waren, und es sei denkbar, dass die Restfunktionen derartige Träume zusammenfabulierten. Die Frage sei aber die, wie ein beschädigtes Gehirn in der Lage sein soll, einen derart komplexen, kohärenten und scharfen Trip zum "Himmel" zu konstruieren. Kastrup vergleicht dies mit einem Auto, das normal fährt, obwohl alles bis auf die Zündkerzen defekt ist. Die Daten seien eine Herausforderung für neurowissenschaftliche Standarderklärungen, die man mit wissenschaftlichem Skeptizismus erst nehmen sollte, statt sie mit abartigen Spekulationen abzutun. In diesem Sinne nun wird Harris als unwissenschaftlich und populistisch manipulativ hingestellt - hhp