Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Naturwissenschaft | Deutsch | Theologie | Gottesbild

Gott würfelt nicht - wissenrockt.de

"Sind Physiker etwa gläubiger als Biologen?" Ein interessanter Artikel des humanistischen Magazins beleuchtet u.a. die vermeintlich größere Affinität der Physiker zur Religion. Der Autor, Frank Berghaus, wehrt sich dabei zunächst gegen eine religiöse Vereinnahmung von Wissenschaftlern. Eine Gemeinsamkeit zwischen Quantenphysik und Theologie sieht der Autor aber darin, "dass beide ein Realismusproblem haben". Zustimmung: Beide bilden Alltagswirklichkeit nicht einfach 1:1 ab, sondern sind Konstruktionen. Wenn man deshalb affirmative Bezeichnungen Gottes univok wörtlich nimmt (so würde ich formulieren) entstehen falsche Vorstellungen, die dann Konfliktstoff in sich bergen. Zu Recht erwähnt der Autor deshalb A. Benks Gegenprogramm der negativen Theologie (das der offiziellen Kirche übrigens so fremd nicht ist: Analoge statt univoke Rede ist Konsens). Aber: neg. Theologie ist kein Redeverbot, und die bekannten affirmativen Begriffe ("Schöpfer", "Vater") sind durchaus nicht willkürlich - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Wissenschaftstheorie | Theologie | Intelligent Design | Evolution | Benedikt XVI.

''Dreifaltigkeit im Genom'' - Benedikt und die Wissenschaft - sueddeutsche.de

Wieder einmal soll untergeschoben werden, dass im Blick auf die Evolution Papst und katholische Kirche "von der naturwissenschaftlichen Theorie weit entfernt" sind. Diese Unterstelltung bekommt ihre (Schein-)Plausibilität jedoch nur dadurch, dass der Autor, Markus C. Schulte von Drach, permanent die Diskurse verwechselt. Wenn der Mensch Benedikt zufolge "nicht das zufällige und sinnlose Produkt der Evolution" ist, so ist dies eine Aussage im Diskurs der Theologie. Der echte Zufall, wie er sich naturwissenschaftlich zeigt, ist längst (2004) von der Internationalen Theologenkommission anerkannt - unter Vorsitz und genehmigt von Ratzinger. Der Autor versteht auch nicht, wie der Papst der Materie angesichts des Zerstörerischen "Rationalität" zuerkennen kann. Die Differenziertheit des Papstes in diesem Punkt („Natürlich gibt es die Rationalität in der Natur, aber ... es bleiben also die Kontingenz und das Rätsel des Schrecklichen in der Natur“, 2007) ist dem Autor fremd. - hhp

Erstellt von hhp | | Linkproblem | Tierethik | Deutsch | Theologie | Anthropologie | Schöpfung

Einmalig in Deutschland: Institut für Theologische Zoologie - Münchner Kirchenradio

Die Website des Kirchenradios informiert knapp über die Eröffnung des ersten Instituts für Theologische Zoologie am 15. Dezember. Der Gründer und Leiter des Instituts, der Biologe und Theologe Rainer Hagencord, will die Stellung der Tiere in der Theologie aufwerten. Aus dieser Motivation - so hört man im ca. 10 minütigen Audio-Interview mit Hagencord - stammt der Name des Instituts: "Theologische Zoologie" soll an "Theologische Anthropologie", die seit jeher einen festen Raum im Gebäude der Theologie hat, erinnern und anknüpfen. Als Schirmherrin des Instituts brachte die bekannte Primatenforscherin Jane Goodall den Begriff von der "Würde des Tieres" ins Spiel. An dieser Stelle dürften einige Ethiker, die sehr wohl vom Eigenwert der Tiere sprechen, dennoch zur Vorsicht raten, um den Begriff der Menschenwürde nicht auszuhöhlen - hhp