Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Kosmologie | Schöpfung | Wissenschaftstheorie | Philosophie | Hawking

Logik im schwarzen Loch - Die Tagespost - Kommentar im Kulturteil S. 10

Hawkings Behauptung der Selbsterschaffung des Universums (z.B. S.177) ist in den Worten von G. Brüntrup "eine kognitive Katastrophe". Brüntrups Hauptargumentation: "Wie kann etwas sich selbst aus nichts erschaffen? Um wirken zu können, muss dieses 'etwas' ... existieren, denn etwas, was nicht existiert, kann auch nichts bewirken. Andererseits soll dieses 'etwas' ja gerade nicht existieren, sondern aus nichts hervorgehen ... Hawking behauptet also, dass das Universum gleichzeitig und unter der selben Rücksicht existiert und nicht existiert. Das ist ein glatter logischer Widerspruch. ... Aus einem Widerspruch folgt in der Logik bekanntlich alles. Aus seiner widersprüchlichen These kann Hawking folgern, dass Gott nicht existiert, er kann aber auch das Gegenteil daraus folgern, dass Gott existiert. Er kann sogar daraus folgern, dass Angela Merkel eine Primzahl ist. Aus einem Widerspruch folgt eben alles - und daher letztlich nichts." (Originalzitate mit freundl. Genehmigung des Autors) - hhp

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Stephen Hawking Asks, What Is Reality? - Time

In einem exklusiven Exzerpt seines neuen Buches (v.a. Kap. 3, Was ist Wirklichkeit?), reflektiert Stephen Hawking höchstselbst die Grenzen der Modelle zur Erklärung des Universums. Für Hawking gibt es verschiedene Bilder der Wirklichkeit, die sich weniger durch Wahrheit voneinander unterscheiden als vielmehr z. B. durch Einfachheit. So ist die Mathematik des Kopenikanischen Weltbildes einfacher als die des Ptolemäus. Zentrale Schlussfolgerung: "Es gibt keinen abbild- oder theorieunabhängigen Realitätsbegriff" (vgl. Buch S. 42), weshalb Hawking einen "modellabhängigen Realismus" vertritt. Danach besteht eine physikalische Theorie oder ein physikalisches Weltbild aus einem i.a. mathematischen Modell und Regeln, die Modellelemente mit Beobachtungen verbinden. Im Blick auf die Gesetze, die unser Universums regieren, vermutet Hawking, dass ein einzelnes mathematisches Modell zur Beschreibung aller Aspekte des Universums nicht ausreicht, sondern nur ein ganzes Netzwerk von Theorien - hhp

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Zehn hoch fünfhundert . . . - DiePresse.com

Rudolf Taschner, Mathematiker und Wissenschaftler des Jahres 2004, geht zunächst kritisch an die naturwissenschaftlichen Grundlagen des neuen Hawking-Buches heran. Die sog. M-Theorie sei "ein höchst spekulatives Konzept", und die benötigten 10 hoch 500 Universen, die sich permanent noch vervielfachen, lieferten unfassbare Zahlengiganten. Als Mathematiker weiß Taschner genauso wie Hawking, wovon er spricht, und urteilt: "Astrologie, Vogel- und Eingeweideschau sind im Vergleich zu solchem Irrwitz seriös". Noch unseriöser erscheinen Taschner Hawkings theologische Deutungen. Diese seien nicht ernsthaft zu diskutieren, dienten sie doch "allein der Vermarktung" - hhp