Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von sh | | Englisch | Bioethik

Egg and sperm donors may get thousands of pounds in fertility plan - guardian.co.uk

In Großbritannien gibt es zu wenig Ei- und Samenspenden, so dass unfruchtbare Paare bis zu zwei Jahre auf eine Behandlung warten müssen. Einige Paare lassen sich daher im Ausland behandeln. Eine Änderung der Gesetzesgrundlagen, die künstliche Befruchtung regeln, könnte Abhilfe verschaffen. So könnten Spender schlichtweg mehr Geld bekommen (bisher 250 GBP) und so möglicherweise zum Spenden animiert werden oder die Obergrenze von maximal 10 Familien, die Samen vom gleichen Spender erhalten, könnte heraufgesetzt werden. Der Artikel stellt die ethischen Fragen vor, die diese Änderungen aufwerfen würden - sh

Erstellt von al | | Anthropologie | Deutsch | Sterbehilfe | Bioethik

Das aufgezwungene Leben - ZEIT Nr. 33 S.36

Massive theologische Vorurteile bestimmten Nagels "Pseudoargumentation", so meldet sich der Philosoph Ludger Lütkehaus in der Sterbehilfe-Debatte zur Wort. Angesichts der langen Tradition der Apologie des Suizids könne man in diesen Fällen keinesfalls von der "Kapitulation vor der menschlichen Existenz" reden. Die alte dogmatische Sprache der Heteronomie, wie Nagel sie mit der Rede vom Leben als Geschenk gebrauche, müsse man als theologisch motiverte Freiheitsberaubung ansehen. Das könne sich der an solch einen "diktatorischen Gott" Glaubende aufgrund der Beschränktheit seines Einfühlungsvermögens natürlich nicht vorstellen, so Lütkehaus. Ob es Lütkehaus allerdings gelingt, sich in die Denkwelt des kritisierten Gegenübers einzufühlen, möchte ich ich ernsthaft bezweifeln. Bei aller berechtigten Kritik an der theologischen Tradition der Verdammnis über Selbstmörder ist seine Argumentation sicher eher aufschlussreich hinsichtlich seines eigenen denn Eckhard Nagels Gottesbild. - al

Erstellt von al | | Deutsch | Bioethik | Sterbehilfe

Dem Schutz des Daseins verpflichtet - ZEIT ONLINE

Das Zulassen des Sterbens Schwerstkranker mit dem Beistand zum Sterbeverlangen gleichzusetzen, wie de Ridder es tue, ist ein Fehler, so der Verfasser des Artikels Eckhard Nagel, eine prominente evangelische Stimme. Die ärztliche Beihilfe zum Suizid ist keine menschliche Zuwendung. Dies zu verwechseln hätte dramatische Konsequenzen. Es handelt sich nicht nur um etwas graduell anderes, sondern um etwas vollständig anderes: Es geht um die Übernahme der Verantwortung für den Tod eines Menschen. Ein Suizid bleibt ein Widerspruch zum Leben. Zwar ist niemand wirklich in der Lage, die Gründe zu erkennen und zu bewerten, die zu einer Selbsttötung führen. Insofern verbietet es sich, moralisch darüber zu richten oder gar einen Versuch strafrechtlich zu verfolgen. Aber davon abzuleiten, eine Selbsttötung könne zu einem Akt der Selbstbehauptung werden, entspricht nicht der Kapitulation vor einer übermächtigen Krankheit, sondern der Kapitulation vor der menschlichen Existenz. - al