Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Bioethik | Deutsch | Sterbehilfe

Palliativmedizin: Letzte Hilfe - ZEIT ONLINE

Michael de Ridder plädiert für die ärztliche Beihilfe zum Suizid. Auch Patienten, deren Leiden mit konventionellen medizinischen Mitteln offensichtlich nicht beizukommen sei, hätten ein moralisches Anrecht auf angemessene Hilfe. Und in seltenen Fällen wäre die angemessene Hilfe eben die Hilfe zum Sterben, so der Verfasser. Auch die Denkschrift der EKD gestehe den Ärzten bei der Beurteilung des jeweiligen Einzelfalls eines ärztlich assistierten Suizids einen »Verantwortungs- und Handlungsspielraum« zu, ähnlich formuliere ein gemeinsames Hirtenschreiben der Bischöfe von Freiburg, Strasbourg und Basel. Fazit: Palliativmedizin und ärztlich assistierter Suizid verhalten sich komplementär zueinander, wenn nicht gar der ärztlich assistierte Suizid zu einer äußersten Maßnahme palliativer Medizin werden könne. Das Beispiel von Oregon zeige, dass Dammbruchargumente zudem unangebracht seien. - al

Erstellt von hhp | | Deutsch | Bioethik | PID

Qualitätskontrolle vs. Menschenwürde - Zweckentfremdet - The European

Unter dem Stichwort "Zweckentfremdet" wendet sich der Moraltheologe und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Eberhard Schockenhoff, gegen das BGH-Urteil und die PID. Die gesetzliche Festlegung, dass ein Embryo nur zum Zwecke der Schwangerschaft künstlich erzeugt werden darf, sei mit diesem Urteil ad absurdum geführt. Schließlich würden Embryos bei auffälligem Befund verworfen und damit nicht zum Zwecke ihrer Erhaltung erzeugt. Das verstoße gegen Menschenwürde, Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit; vor allem aber sieht Schockenhoff darin eine "unerträgliche Diskriminierung von behinderten Menschen". Formal beklagt Schockenhoff die Wortverdreherei, die den Gesetzessinn ins Gegenteil verkehre. Keine Exegese, sondern eine "erkennbar ergebnisbezogene Auslegung" - hhp

Erstellt von al | | Bioethik | Sterbehilfe | Deutsch

Wer helfen will, kann das tun - Spiegel Nr. 29/2010

In einem Gespräch mit dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, geht es um deren Umfrage, nach der sich 37 Prozent aller Mediziner vorstellen können, Patienten beim Suizid zu assistieren. Für jeden vierten Arzt käme sogar aktive Sterbehilfe in Frage. Man darf dabei nicht vergessen, dass diese nach wie vor strafrechtlich verboten ist. Über den Satz "Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung widerspricht dem ärztlichen Ethos" wird in der Ärzteeschaft derzeit jedoch intensiv diskutiert. Angesichts dessen, dass sich auch innerhalb der evangelischen Kirche Stimmen für eine Akzeptanz gegenüber der Suizidbeihilfe regen, ist dies zu begrüßen. Berechtigt ist allerdings auch Hoppes Ablehnung der aktiven Sterbehilfe und seine Furcht vor einer Diskussion über lebensunwertes Leben. - al