Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von fv | | Deutsch | Bioethik

Forscher lassen menschliche Embryonen im Labor wachsen

Gibt es künstliches menschliches Leben? Die Fähigkeit, in den Menschwerdungsprozess einzugreifen, haben zwei Forschergruppen offenkundig durch in vitro Kultivierung von Embryonen deutlich erhöht, wie der gepostete Artikel zum Ausdruck bringt. Nun ist es sicherlich ein großer Fortschritt in dem Wissen um biologischen Vorgänge, dass die entscheidenden Steuersignale zur Entwicklung des menschlichen Embryos nicht vom Organismus der Mutter stammen, sondern autark von den sich teilenden Zellen selbst herkommen. Jedoch lässt dies wieder eine Vielzahl weiterer Eingriffoptionen zu. Wiederum wird die Frage im Raum stehen, was sollte erlaubt, was sollte untersagt werden? Die Versuche selbst sind nach Deutschem Recht, dem Embryonenschutzgesetz, nicht möglich, ein 14 Tage alter Embryo darf nicht zu Forschungszwecken verwendet werden. Viele Fragen und Entscheidungsnotwendigkeiten werden auf dem Weg der weiteren Forschung noch warten! - fv

Erstellt von al | | Bioethik | Biologie | Deutsch | Evolution | Synthetische Biologie

"Das Leben bahn sicht seinen Weg"

Kann es künstliches Leben geben? Dürfen Menschen so tief in die Schöpfung eingreifen? Darüber diskutieren eine Physikern, die mit Hilfe der synthetischen Biologie nach dem Ursprung des Lebens sucht, und ein Biologe, der die Eigenwilligkeit aller Lebewesen verteidigt, und damit die Existenz von Intentionalität annimmt, während Kant diesselbe doch für eine menschliche Beschreibungskategorie gehalten hat. Beide Diskussionspartner sind auch Philosophen. Was gilt? Handle so, dass sich die Möglichkeiten vermehren und leben sei? Oder handle so, dass ein gutes Leben sei? Das Gespräch ist also sehr interessant, leider aber nur ein Teaser, ein Ausschnitt aus einem Buch. - al

Erstellt von hhp | | Anthropologie | Bioethik | Evolution | Organtransplantation | PID | Transhumanismus | Deutsch

Der ganz reale Transhumanismus - hpd

Die Philosophin und Theologin Daniela Wakonigg bedenkt zunächst theoretisch die Möglichkeiten der Verbesserung des Menschen durch sich selbst (Transhumanismus). Angezielte Verbesserung sei dabei nichts Neues: Es gebe "zwischen Ötzis Pelzmantel und dem verpflanzten Herzen ... nur einen graduellen Unterschied". Erst die Gentechnik habe einen qualitativen Sprung erlaubt, indem die Nachkommenschaft genetisch optimiert werden könne; nicht nur durch pränatale Selektion, sondern auch durch präkonzeptionelle Auswahl des Fortpflanzungspartners. Hier setze i. a. Ethik ein: Was heißt "Verbesserung" und welche Auswahlkriterien sollen es sein: Krankheit, Intelligenz, Schönheit, Stärke? Wer entscheidet? Gibt es den Dammbruch? Wichtige Fragen, sicherlich. Aber - so der Clou des Artikels - es gebe sie "schon längst, die Selbstoptimierung des Menschen durch die Genforschung". Das beweise, dass der Mensch keine ethischen Diskussionen abwarte, wenn es um Selbstverbesserung gehe, die offenbar in der menschlichen Natur liege. In dieser Natur liege es aber auch, manches von der Selbstoptimierung auszuschließen wie das Streben nach Macht und Reichtum. Und es erscheint der Autorin nicht unwahrscheinlich, "dass genau dieser Spagat zwischen Selbstoptimierung einerseits und Selbstoptimierungsresistenz andererseits den Menschen letztlich seinen Kopf kosten wird". - hhp