Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Wunderbare Welt - Stephen Hawking spielt Schöpfer - NZZ

Wenn der Autor Uwe Justus Wenzel schreibt, dass "der Physiker und Mathematiker mit Gott persönlich in Konkurrenz" tritt, widmet er sich einer theoretischen Konsequenz, die man in anderen Beiträgen nicht findet. Gemeint ist, dass Hawkings Theorie nicht nur ohne Schöpfer auskommt, sondern dass sie dem Menschen Schöpfungskräfte zuschreibt: "Ein gutes Modell ... schaffe seine eigene Realität", paraphrasiert Wenzel. Dies betrifft nicht nur die Zukunft, sondern - kontraintuitiv - auch die Vergangenheit. Im O-Ton Hawking liest sich dies so: "Nicht die Geschichte macht uns, sondern wir machen Geschichte durch unsere Beobachtung" (140). Um das wirklich zu verstehen, reicht Wenzels Artikel nicht aus. Vielleicht nicht einmal "Der große Entwurf" Hawkings - hhp

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Ein Universum, das sich selbst erschafft - Stuttgarter Zeitung online

Bei der Zusammenfassung der Hauptthesen des neuen Hawking-Buches legt der Artikel von Rainer Klüting einen Schwerpunkt auf Hawkings erkenntnistheoretische Ausgangsbasis, den "Modellabhängigen Realismus". Gegen einen naiven Realismus, der meint, die Wirklichkeit als solche abbilden zu können, solle man sich mit Hawking damit abfinden, "nur ein Modell der Welt im Kopf zu haben". Als erkenntnistheoretische Bescheidenheit (dahin tendiert Klüting) ist das Hawkingsche Projekt jedoch falsch etikettiert. Leicht hätte man in dem Modelldenken auch andere als naturwissenschaftliche Modelle respektieren können. Nicht so bei Hawking, der die Philosophie als tot erklärt (womit Klüting ja einsteigt) und den Naturwissenschaften nun die letzten Fragen des Menschen zur Lösung überlässt - ganz so, als ob das naturwissenschaftliche Modell doch das ganze der Wirklichkeit abbildet - hhp

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"Wir haben keine experimentellen Beweise" - Stuttgarter Zeitung online

Die Behauptungen Hawkings sind nicht nur philosophisch-theologisch fragwürdig, sondern auch naturwissenschaftlich hoch spekulativ, wie das vorliegende Gespräch mit Stefan Fredenhagen vom MPI für Gravitationsphysik zeigt. Zwar sei die Stringtheorie in der community verbreiteter und die M-Theorie, Hawkings Stein der Weisen, integriere in der Tat die bisherigen Stringtheorien, aber es gebe auch durchaus Alternativtheorien. Allen sei jedoch gemeinsam, dass es "keinerlei experimentelle Hinweise" darauf gebe, inwieweit mit den Theorien (M-Theorie inklusive) tatsächlich die Welt richtig beschrieben werde - hhp