Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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N. Matzke: The Evolution of Creationist Movements - SpringerLink

Nick Matzke, Experte der Kreationismus-Debatte, stellt die Evolution der Kreationisten-Bewegung in einem ausführlichen, frei erhältlichen Artikel dar. Er stellt die bisherigen Standardwerke von Ron Numbers u.a. in einen weiteren historischen Kontext vor allem des evangelikalen Protestantismus. Zusammenfassend kommt er zu dem Schluss, dass der Kreationismus zwar verschiedene Etiketten und Strategien hervorgebracht hat, seine fundamentale Essenz aber behalten habe. Diese bleibende Essenz macht der Autor an mirakulösen göttlichen Interventionen, Spezialkreationen, fest. Eingekleidet ist diese Essenz in unterschiedlichen Begrifflichkeiten und drei Wellen bis zur Niederlage beim Dover-Prozess. Die vierte Welle versucht nun teilweise ganz auf Begriffe wie "Kreationismus" oder "Intelligent Design" zu verzichten. Die Rhetorik greife jetzt zurück auf "akademische Freiheit", "Theorie, nicht Faktum", die "ganze Breite wissenschaftlicher Sicht" - trojanische Pferde für die bleibende Essenz - hhp

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Intelligent design is an oxymoron - Is ID bad theology? The Guardian

Der für die Debatte um Kreationismus einschlägige und bekannte Wissenschaftsphilosoph Michael Ruse liefert eine brillante Replik auf Steve Fullers Eintreten für Intelligent Design (s.u.). Im Kern der Fullerschen Argumentation stecke eine falsche Analogie: Wie die Reformatoren sich der etablierten kath. Kirche entgegen stellten, so kämpfe heutzutage ID gegen die etablierte Wissenschaft. Der Vergleich - so Ruse - hinke an entscheidender Stelle. Die Protestanten waren nicht weniger Christen als die Katholiken; wo hingegen ID beabsichtige, Gott in den kausalen Prozess einzuschmuggeln. Genau das aber sei wissenschaftlich schlicht nicht vertretbar. Ein derart in Kausalketten eingreifender Gott tut sich zudem mit der Theodizeefrage mehr als schwer: Warum greift er dann dort nicht ein, wo er Übel verhindern könnte? Ruse kommt zu dem Schluss: ID ist "sehr schlechte Theologie" - hhp

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Science in God's image - Is ID bad theology? The Guardian

Der Guardian lässt die Frage "Ist Intelligent Design schlechte Theologie" von verschiedenen Autoren beantworten. Im heutigen Beitrag verteidigt Steve Fuller ID: "ID ist genauso wenig anti-wissenschaftlich wie die ersten Reformatoren atheistisch waren".