Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Fodor / Piatelli-Palmarini: What Darwin got wrong | Wissenschaftstheorie | Evolution

"What Darwin Got Wrong": Taking down the father of evolution

Ein Interview mit Jerry Fodor über dessen Buch "What Darwin Got Wrong" stellt noch einmal die Radikalität seiner Darwinismuskritik heraus: "Man sieht - auch ohne Gott - wie sich die Darwinische Geschichte als radikal falsch herausstellen könnte ... da falsche Voraussetzungen gemacht wurden", so Fodor. Als ein Argument taucht die bereits mehrfach erwähnte interne Koppelung unterschiedlicher Merkmale auf, die es unmöglich macht, zu entscheiden, ob das Merkmal von der Selektion begünstigt wurde oder nur ein Trittbrettfahrer ist. Zur Illustration führt Fodor das Züchtungsexperiment an, das Füchse durch Auswahl domestizieren konnte. Dabei veränderten sich unerwarteter Weise eine Reihe anderer Merkmale, die offenbar intern korreliert waren. Dumm für Fodors Argumentation ist nur, dass sich dasselbe Beispiel bei Richard Dawkins in dessen "Greatest Show on Earth" zwanglos in die Selektionstheorie integrieren lässt. - hhp

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New critique intends to rebut Darwin's ideas - The Boston Globe

Der bekannte Wissenschaftsphilosoph Michael Ruse hält Fodors und Piattelli-Palmarinis "What Darwin Got Wrong" für ein "äußerst ärgerliches Buch". Statt aktuelle Diskussionen der Evolutionstheoretiker zu rezipieren, führten die Autoren richtungslose Rundumschläge gegen den Darwinismus durch. Als Hauptattacken gegen die natürliche Selektion führten die Autoren ins Feld, dass erstens die Lebensentwicklung den selbstorganisierenden physikalischen und chemischen Zwängen unterliege und dass zweitens selektionsnegative Merkmale überleben, die selbst gar nicht überlebensförderlich sind, sondern lediglich an überlebensförderliche Merkmale gekoppelt sind (Trittbrettfahrer). Beide Argumente - so Ruse - seien evolutionstheoretisch längst bekannt und mit dem Darwinismus durchaus verträglich. Ruses Verdacht ist, dass die Autoren - obwohl stolz bekennende Atheisten - die Relativierung des Menschen genauso wenig ertragen können wie die verachteten Christen, dieses aber nicht offenlegen - hhp

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What Darwin Got Wrong: Intelligent Design Proponents Welcome Fodor and Piattelli-Palmarini - Discovery Institute

Fodors und Piatelli-Palmarinis Darwinismuskritik gießt erwartungsgemäß auch Wasser auf die Mühlen des Intelligent Desing. Spät seien die Autoren zur "Darwin-Zweifler-Party" dazugestoßen, dennoch aber willkommene Teilnehmer, heißt es beim Discovery Institute (DI). Noch willkommener sind die Partygäste, weil sie "durch und durch materialistische Wissenschaftler" sind. Das kommt den frommen Intelligent Designern insofern wie gerufen, als die "typischen Materialisten" eigentlich zu den "glühendsten Verfechtern" der natürlichen Selektion gehören. Das könne sich nun mit diesem Buch Fodors ändern, hofft das DI - hhp