Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Ayala | Englisch | Theodizee | Intelligent Design | Templeton Foundation | Evolution | Interdisziplinarität | Wissenschaftstheorie | Dawkins

Francisco Ayala wins the Templeton Prize - beliefnet

Rod Dreher, Öffentlichkeitsarbeiter bei Templeton, berichtet ausführlich über die Preiszusage an F. Ayala, dessen Rede in Auszügen wiedergegeben wird. Ayalas Grundeinstellung wird dabei deutlich: Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern zwei unterschiedliche Zugangsweisen zur Welt. Zu Konflikten komme es nur bei illegitimen Grenzüberschreitungen. In seiner Publikation "Darwin's Gift" wirft Ayala Dawkins einen Kategorienfehler vor, wenn dieser alles Wissen außerhalb der Grenzen der Wissenschaft als minderwertig oder verdächtig ansehe. Eine wissenschaftliche Weltsicht sei "hoffnungslos unvollständig", da sie Wert- und Sinnfragen gar nicht umfassen könne. Das Buch attackiert gleichermaßen Intelligent Design (ID), in wissenschaftlicher, aber auch theologischer Hinsicht. Dreher vermutet, dass die Dawkins- und ID-Vertreter mit der Preisvergabe nicht glücklich sein werden; Reaktionen von dort will er in seinen Blog aufnehmen. Also: Erneut vorbeischauen - hhp

Erstellt von hhp | | Ayala | Theodizee | Deutsch | Kreationismus | Intelligent Design | Templeton Foundation | Evolution

Hoch dotierter Templeton-Preis an Ayala - Bieler Tagblatt

Als meines Wissens erste deutschsprachige Zeitung berichtet das Bieler Tagblatt von der gestrigen Verleihung des Templeton Preises 2010 an den Genetiker und Evolutionsbiologen Francisco J. Ayala. Der Preis sei ihm zuerkannt worden, weil er "energisch gegen die Entzweiung von Wissenschaft und Religion kämpft". Gleichzeitig distanziere sich Ayala auch von Kreationismus und Intelligent Design (ID). Die Grausamkeiten der Natur ließen sich nach Ayala nicht mit einer intelligenten Schöpung vereinbaren. Dieses Argument gegen ID wurde gestern in der Tat so von Ayala vorgetragen, dürfte den Kreationismus aber nur bedingt treffen. Der geht ja davon aus, dass die "intelligente Schöpfung" nachträglich durch den Sündenfall des Menschen pervertiert wurde, wodurch die Übel in die Welt kamen - hhp

Erstellt von hhp | | Englisch | Fodor / Piatelli-Palmarini: What Darwin got wrong | Neuer Atheismus | Anthropologie | Intelligent Design | Ardipithecus

Philosophers Rip Darwin - The Chronicle Review

Der Wissenschaftsphilosoph Michael Ruse führt hier seine Kritik an Fodor und Piattelli-Palmarini ausführlicher aus (s.u.). Diese seien leider kein Einzelfall, es gebe ein zunehmend lautstarkes Kader bedeutender Philosophen, die Zweifel an Darwin hegen. Exemplarisch greift Ruse drei dieser Vertreter heraus. Bei Alvin Plantinga, Christ und Intelligent Design Enthusiast, versteht Ruse dessen Opposition in einer sehr säkular und neoatheistisch geprägten Szene. Aber auch der bekannte Thomas Nagel schließt sich der Opposition an, ohne an eine Gottheit zu glauben. Ausführlich geht Ruse auf Jerry Fodor ein, der als Atheist die Erklärungskraft der natürlichen Selektion kritisiert. Bei allen drei Opponenten hält Ruse die "totale wissenschaftliche Interesselosigkeit" für viel sagend. Die Kritiker seien offenbar von anderen, tiefer liegenden Sorgen umgetrieben. Der Blick in die Vergangenheit zeige die Initialzündung ihrer Opposition: Die Entstehung von Homo sapiens durch blinde Gesetze - hhp