Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Schöpfung - Was zu beweisen war - Jüdische Allgemeine

Wenn "die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Urknall und Gravitationswellen" zeigen: "die Tora hat doch recht", dann erinnert dies stark an das in den 1950er Jahren verbreitete "Und die Bibel hat doch recht" von Werner Keller. In beiden Fällen werden biblische Aussagen auf historische bzw. naturwissenschaftliche Richtigkeit hin abgeklopft - ein Versuch, der an der Intention der Bibel komplett vorbei geht (jedenfalls im Verständnis der gängigen christlichen Theologie). Wenn der Autor des Artikels, nota bene Professor für Physik, einen sinnvollen kosmologischen Diskurs nur mit Rückgriff auf Schöpfung für sinnvoll erachtet; wenn er behauptet "mit der richtigen Messtechnik kann heutzutage jeder Wissenschaftler ... den klaren Beweis erhalten, dass das Universum ... erschaffen wurde", und dass damit "die Erschaffung des Universums ... eine wissenschaftlich nachgewiesene Tatsache" sei, wird er von theologischer Seite kaum Zustimmung erfahren - geschweige denn von naturwissenschaftlicher Seite. - hhp

Erstellt von hhp | | Schöpfung | Kosmologie | Kreationismus | Intelligent Design | Inflation | Englisch | Astronomie

'Big Bang' discovery may point to a creator - Baptist Press

Der Artikel beschreibt, wie die empirische Untermauerung der Urknalltheorie in der US-amerikanischen Kreationismus- und Intelligent-Design(ID)-Szene aufgenommen wurde. Während die Ablehnung der darwinschen Evolutionstheorie weitgehender Konsens ist, begegnet man der Urknallthese unterschiedlich. Der Wissenschaftshistoriker und -philosoph Bruce Gordon, Mitglied der ID-Hochburg Discovery Institute, würdigt die Entdeckungen zunächst als nobelpreisverdächtig. Aber auch wenn Alan Guth die "Inflation" eingeführt habe, um die Feinabstimmung des Universums ohne Rückgriff auf einen übernatürlichen Schöpfer erklären zu können, gelte nun: "Die kosmische Inflation macht selbst eine derartige Feinabstimmung erforderlich, dass sie ungewollt die Wahrscheinlichkeit der Schöpfung des Universums durch einen intelligenten Designer erhöht". Und auch ein oft mit der Inflation gekoppeltes Multiversum sei das Ergebnis von Feinabstimmung. Wie man sich auch drehe und wende: Es handle sich um Intelligent Design, und die theophoben Wissenschaftsmaterialisten hätten sich mit dieser Tatsache zu arrangieren. Die Neuentdeckungen seien darüber hinaus sogar mit einem Kreationismus verträglich, der eine junge Erde annimmt, es sei denn, man postuliere auch ein junges Universum. Genau dies aber behauptet "Answers in Genesis" im Rückgriff auf ein wortwörtliches Bibelverständnis. Die durch die neuen Entdeckungen vermeintlich gestützten Voraussagen seien schließlich modellabhängig und sähen in einem anderen Modell ganz anders aus. Auch wenn die Messungen bestätigt würden, könnten andere physikalische Mechanismen im Spiel sein als kosmische Inflation. Unabhängig von Stellung eines Gläubigen zum Alter des Universums, ist für den Physiker Bill Nettles die Entdeckung der Gravitationswellen ein Beweis dafür, dass der Mensch als Abbild Gottes geschaffen wurde. Dass sich unser kreativer Geist derartige Modelle und Vorstellungen von Phänomenen machen kann, die Fingerabdrücke der frühen Schöpfung sind, zeichne unsere Sonderstellung gegenüber vormenschlichen Arten aus. - hhp

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Hat sich das Universum blitzartig ausgedehnt? idea

Die einen feiern, die anderen zweifeln! Die kosmologischen Neuentdeckungen machen den Urknall für einige "evangelikale Wissenschaftler" nicht sympathischer. Sie halten Urknall und Evolutionstheorie, die seltsamerweise in den gleichen Topf geworfen wird, mit Schöpfung unvereinbar: "Da stehen sich zwei Weltanschauungen völlig konträr gegenüber", meint Kreationist Werner Gitt. Auch Reinhard Junker hält "Schöpfung für wahrscheinlicher ... als einen Urknall". Evangelische wie katholische Mainstream-Theologie kennt ein solches entweder-oder nicht, sondern hält beides für gut vereinbar. - hhp