Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Kreationismus | Intelligent Design | Schule

The evolution of antievolution policies after Kitzmiller v. Dover - Science Express

Zehn Jahre nach der Intelligent-Design-Niederlage durch den Kitzmiller-Prozess, reflektiert Nicholas J. Matzke (hat seinerzeit die Prozess-Argumente des Center for Science Education mit vorbereitet), wie sich die antievolutionistische Gesetzgebung in den 10 Jahren seit „Kitzmiller“ entwickelt hat. Visualisiert durch einen phylogenetischen Stammbaum arbeitet er den Abstammungszusammenhang der Strategien heraus. Demnach habe sich die kreationistische Evolutionskritik in der Dekade seit Kitzmiller zweimal neu erfunden. Die erste Verkleidung war das Etikett der „akademischen Freiheit“ (Academic Freedom Acts, AFAs), aber nach dem Erfolg des Louisiana „science education act“ (SEA) wurden AFA-Anträge fast vollständig durch SEAs ersetzt. Deren Trick bestand in der zusätzlichen Aufnahme der globalen Erwärmung und des Menschenklonens, was die eigentlich religiöse Motivation und damit die Verfassungwidrigkeit verschleiert habe. Verfechter des naturwissenschaftlichen Unterrichts sollten sich nicht von der Vernebelungstaktik der SEAs einschüchtern lassen: Der kreationistische Ursprung der modernen antievolutionären Strategien sei nun klar belegt. (Der Link geht auf eine verkürzte deutsche Übersetzung des Science-Artikels) - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Evolutionismus | Giordano-Bruno-Stiftung | Neuer Atheismus | Politik | Schmidt-Salomon | Schöpfung | Schule | Umfrage

Evolution sollte schon in der Grundschule gelehrt werden - evokids

Der Beitrag stellt die Forderung einer Expertengruppe vor, Lehrpläne zu ändern und Evolution schon in der Grundschule zu lehren. Verabschiedet wurde dies in einer Resolution, deren Wortlaut wiedergegeben wird. Die pädagogischen Bedenken, das Thema überfordere Grundschüler, sei mit empirischen Gründen ausgeräumt, heißt es dort. Dass Evolution bisher in keinem Grundschullehrplan Platz finde, stehe im Widerspruch zur Bedeutung der Evolutionstheorie bei allen Lebenswissenschaften. Der Anspruch wird jedoch über die Lebenswissenschaften hinaus ausgeweitet: Evolution sei der "wohl wichtigste Bestandteil des modernen Welt- und Menschenbildes". Hier dürfte für manche der Bogen weltanschaulich allzu überspannt und etwas mehr Bescheidenheit angebracht sein. Die Gefahr des Biologismus zeigt sich auch in der impliziten Frontstellung gegen Religion und Weltanschauungen: Während man im Zusammenhang mit Wissenschaft von "Erkenntnissen" spricht, gerät Schöpfung in den Kontext von "Mythen", und religiös-weltanschauliche Erziehung drohe Schüler zu "beeinflussen". Die Beteiligung der Giordano-Bruno-Stiftung und des explizit atheistischen AK Evolutionsbiologie schlagen hier anscheinend zu Ungunsten weltanschaulicher Neutralität durch. Dem eigentlich plausiblen Anliegen, Evolution in die Grundschule zu bringen, dürften diese völlig unnötigen Frontstellungen eher schaden als nutzen. - hhp

Erstellt von pts | | Deutsch | Intelligent Design | Evolution | Schöpfung | Schule | Kreationismus

Kre­a­ti­o­nis­mus: Adam, Eva und der Stegosaurus - FAZ

Die Autorin befasst sich kritisch mit der kreationistischen Bewegung in Deutschland. Reinhard Junker, Geschäftsführer der “Studiengemeinschaft Wort und Wissen”, sieht sie als einen Hauptvertreter dieser Weltsicht in Deutschland an, der u.a. durch sein Buch “Evolution. Ein kritisches Lehrbuch” mit dazu beitrage, dass kreationistische Ansichten auch in Deutschland auf dem Vormarsch seien. Exemplarisch stellt sie die zum Verband evangelischer Bekenntnisschulen gehörige Georg-Müller-Schule in Bielefeld vor, die in ihrem Leitbild für den Biologieunterricht festlege, dass der Evolutionstheorie „- auch unter Rückgriff auf Forschungsansätze und Argumente kreationistischer Naturwissenschaftler - die Schöpfungslehre gegenübergestellt werden“ solle. Die Schule habe, nachdem in der Presse über kreationistische Unterrichtsinhalte berichtet worden sei, einen Anmelderekord verzeichnet. Die Biologen Hansjörg Hemminger und Ulrich Kutschera zieht die Autorin als Kritiker dieser Entwicklung heran - pts