Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Comfort: Origin | Englisch | Anthropologie | Intelligent Design | Kreationismus | Ardipithecus | Evolution | Darwin

Eugenie Scott about How Creationist 'Origin' Distorts Darwin - God and Country

Der Kreationist Ray Comfort gibt eine antievolutionäre Version von Charles Darwins "On the Origin of Species" heraus, die im November an Colleges verteilt werden soll. Eugenie Scott (siehe unsere RSNG-Tagung 2009) kritisiert, dass der Comfort-Version des "Origin" nicht weniger als 4 entscheidende Kapitel sowie Darwins Vorwort fehlten, darunter - wen wundert es - "Darwins stärkste Beweise für Evolution". Auch Darwins Entgegnung auf das vermutete Fehlen evolutionärer Übergangsformen im 9. Kapitel "sind interessanterweise in Comforts Version nicht enthalten". Scott benennt Beispiele für "Serien von klaren Übergangsformen" einschließlich der "wunderbaren Fossilreihe, die zum Homo sapiens führt". Für Scott ist der Fossilbefund so beeindruckend (sie erwähnt auch den neuen Fund "Ardi" und den gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Schimpanse), dass die "Umrisse der menschlichen Evolution unter Experten nicht ernsthaft in Frage gestellt werden" - hhp

Erstellt von hhp | | Schule | Evolution | Umfrage | Deutsch | Intelligent Design | Kreationismus

Bibel kapert Biounterricht - Evolution oder Schöpfung? - Gesellschaft-Nachrichten - news.de

Der Artikel berichtet von einer (wohl älteren, 2006 durchgeführten) Umfrage des BBC wonach 22% für den Kreationismus, 17% für ID votierten. Diese sollten für 43% neben der darwinistischen Evolutionstheorie einen Platz "im Schulunterricht" erhalten. Die Bildunterschrift spricht indes vom "Einzug der Schöpfungsgeschichte ins naturwissenschaftliche (!) Klassenzimmer" - was einen grundsätzlichen Unterschied darstellt. In Deutschland habe sich nur die hessische Kultusministerin Karin Wolff "für eine Aufnahme der Kreationistenmodelle in den Schulunterricht ausgesprochen". Falsch: Wolff sprach nicht von Kreationismus, sondern von Schöpfungslehre; sie sprach von Biologieunterricht, nicht von Schulunterricht. Es wird nicht sauber zwischen Bio, Reli, Schule, vor allem aber nicht zwischen Kreationismus und moderner Schöpfungslehre unterschieden. Der Artikel ist sichtlich bemüht, aber völlig überfordert, Klarheit zu schaffen - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Neuer Atheismus | Kreationismus | Gottesbild | Schönborn | Evolution | Pierre Teilhard de Chardin

''Im Wallenstein ist auch kein Platz für Schiller'' - Charles Darwin und die Evolution - sueddeutsche.de

"Evolution ist keine Gefahr, sondern ein Segen für die Theologie": Beide sind nicht etwa unvereinbar wie Kreationisten, Naturalisten, aber auch "der unselige Artikel Kardinal Schönborns" behaupten. Christian Kummer setzt dagegen auf Teilhard de Chardin und seine ontologisch verbindende Formel "Schöpfung durch Evolution". In dieser Denke macht der Schöpfer nicht Kreaturen, sondern verleiht Kreativität; "er macht, dass die Dinge sich machen". Dabei ist er nicht der Chef, der delegiert und dann in die Chefetage entschwindet; er ist der gegenwärtige, "Anteil nehmende Chef". Kummer hält sich hier zurück, die Immanenz Gottes (gegenwärtiger Chef) gegen seine Transzendenz (Chefetage) auszuspielen - anders als in seinem Buch, wo die Chefetage pantheistisch leer bleibt (Der Fall Darwin, 2009, 190). Dennoch enthalte dieser "Schöpfungsplan" für Schönborn wohl zuviel Eigenaktivität, wenn "in der Kosmologie kein Platz mehr für Gott" ist. Aber: "Im Wallenstein ist auch kein Platz für Schiller"! - hhp