Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von sh | | Kreationismus | Evolution | Dawkins | Englisch

Evolution All Around - New York Times

Nicholas Wade hat sich Richard Dawkins "The Greatest Show on Earth" angenommen und attestiert Dawkins einen feinen Sinn für Ironie, den er ohne Gnade gegen Evolutionsgegner einsetze. Allerdings stellt Wade fest, dass Dawkins Begriff einer Theorie nicht wissenschaftlich sei: Für Dawkins sei Evolution mehr als "nur eine Theorie", nämlich ein wissenschaftlicher Fakt. Durch diese Definition rutsche er für Wade genauso ins Dogmatische wie seine Gegner, da Evolution zwar eine historische, jedoch keine wissenschaftliche Tatsache, sondern eben eine Theorie sei. Wade kritisiert besonders den Ton, den Dawkins wählt, wenn er von "Geschichtsverleugnern" spricht, die "schlimmer als ignorant" und "bis zur Perversion verblendet" seien. Dies sei weder wissenschaftlich noch zivilisiert. Kreationisten behaupten, Evolution sei nur eine Theorie; Dawkins sagt, es sei eine Tatsache. Jedoch geht Wade davon aus, dass keiner von beiden recht hat - sh

| Englisch | Theologie | Kreationismus | Evolution | Dawkins

Creationists, now they're coming for your children - Times Online

Nachdem sich Richard Dawkins, im "Gotteswahn" so richtig abreagiert und nicht nur den Kreationismus, sondern Religion insgesamt verteufelt hat, schlägt sein neues Buch "The Greatest Show on Earth" andere Töne an. Dawkins betont: "Oft und zu Recht wird gesagt, dass der höhere Klerus und Theologen kein Problem mit der Evolution haben, ja in vielen Fällen Wissenschaftler in dieser Hinsicht aktiv unterstützen". Aber: "Wir dürfen nicht selbstzufrieden annehmen, dass die Akzeptanz der Evolution durch Bischöfe und ausgebildete Priester auch für deren Gemeinden gilt". Umfragen zufolge leugneten hier im Schnitt 40% die Evolution. "Und das sollte die Kirchen ebenso beunruhigen wie Wissenschaftler". Darum appelliert er an die "aufgeklärten Bischöfe und Theologen, etwas mehr Anstrengung im Kampf gegen den antiwissenschaftlichen Unsinn zu zeigen". Es ist der gemeinsame Gegener "Kreationismus", der so ungleiche Elemente wie Dawkins und Theologen zusammenschmiedet. hhp AUSFÜHRLICH IN DER PRESSESCHAU

Erstellt von hhp | | Wissenschaftstheorie | Theologie | Schöpfung | Soziobiologie | Kreationismus | Intelligent Design | Englisch | Neuer Atheismus | Deismus | Gottesbild | Evolution

A Grand Bargain Over Evolution - The New York Times

Robert Wright will den Kulturkampf zwischen atheistischen Wissenschaftlern und gläubigen Evolutionsgegnern schlichten, indem er auf eine Gemeinsamkeit beider Parteien hinweist: Beide unterschätzten die kreative Kraft der natürlichen Selektion. Nähmen Gläubige dies ernster, könnte auch die darwinistisch so schwer fassbare menschliche Moral plausibel erklärt werden. Wrights Hinweis auf den evolutiv gut erklärbaren "reziprokem Altruismus" greift indes zu kurz, da Moral qualitativ mehr ist als gegenseitiger Nutzen. Moralische Wahrheit sei jedenfalls ähnlich wie mathematische Wahrheit immer schon vorhanden, sie brauche von der natürlichen Selektion nicht erfunden, sondern nur gefunden werden. Diesen "Algorithmus der natürlichen Selektion" könne Gott freigesetzt haben (zur Freude der Gläubigen), aber "seine Rolle in diesem kreativen Prozess endet" damit auch (zur Freude der Naturalisten). Der Preis für die Befriedung indes ist hoch: Es ist der ferne Gott des Deismus! - hhp