Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Philosoph Richard David Precht und die Darwinismus-Debatte - Nürnberger Zeitung

Precht schafft es immer wieder, populär zu sein ohne schwarz-weiß zu malen! So sind für ihn Kreationismus und militanter Darwinismus nur komplementäre Fundamentalismen. Zu Recht weist er auf die paradoxe Situation hin, dass Dawkins überzogener Allerklärungsanspruch den Kreationimus geradezu stärke. Darauf hat jüngst schon der Evolutionsbiologe Reinhold Leinfelder (http://achdulieberdarwin.blogspot.com/2009/03/instrumentalisierung-von-darwin-durch.html) hingewiesen: Etwas besseres als Dawkins könne dem Kreationismus gar nicht passieren! Zurück zu Precht, der auf die derzeitigen (!) Grenzen evolutiver Erkenntnis hinweist: über die Mechanismen der Evolution wissen wir sehr wenig, die Entstehung des Lebens gar ist "Spekulation und weit entfernt von Wissenschaft". Precht kann unbefangen über solche Defizite sprechen, weil er unverdächtig ist, sie sofort theologisch auszubeuten: Sein "Ich misstraue jedem Gottesbeweis" liefert denn auch den Haupttitel des Artikels - hhp

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Darwin-Jahr: Schöpfungswissenschaftler gefragt

Das evangelikale Nachrichtenorgan "idea" berichtet von verstärkter Nachfrage nach Vorträgen der kreationistisch geprägten Studiengemeinschaft "Wort und Wissen". Ihr Leiter, Reinhard Junker, hält an der Erschaffung der Welt in sechs Tagen fest und sieht es als Aufgabe von so genannten "Schöpfungswissenschaflern", die Widersprüche zu den Naturwissenschaften zu klären. Die Studiengemeinschaft spricht in ihrer Selbstbeschreibung zwar nicht von Kreationismus, vertritt aber auch dort einen biblizistischen Ansatz, der "die biblischen Schilderungen der Urgeschichte im Buch Genesis als historisch zuverlässig betrachtet". Dass dies der gängigen evangelischen wie katholischen Theologie widerspricht, dürfte auch dem gelegentlichen Besucher von forum-grenzfragen nicht entgangen sein - hhp

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Kulturkampf der Geschöpfe - Charles Darwin und die Evolution - sueddeutsche.de

Der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf wehrt sich gegen eine oberflächliche Deutung des Kreationismus und seine arrogante Abwehr. Man könne die Auseinandersetzung nur richtig verstehen, wenn man die politische Dimension des Kreationismus beachte. Es geht nicht nur um Fragen nach Rationalität und Glauben, sondern um "kulturelle Deutungsmacht": Wenn Schöpfungsglaube gestärkt und Evolution entlarvt sei - so der politische Kreationist - fehle das Fundament antichristlicher Weltanschauungen (Kommunismus, säkularer Humanismus, Libertinismus inkl. Homosexualität). Statt dies arrogant abzuwehren, fordert Graf eine religionsanalytische Erklärung der wachsenden Erfolge des Kreationismus. Ansatzweise sieht Graf die Gründe in dem Ungenügen, das Aufklärung, Verwissenschaftlichung, vor allem aber der Aufschwung von Wissenschaft zur Sinnstiftungsinstanz hinterlassen: "Kreationismus ist ein religiöser Gegenentwurf zu einem Wissenschaftsglauben, der Professoren zu Propheten stilisiert" - hhp