Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Astronomie | Außerirdische | Deutsch | Hawking | Kosmologie | Philosophie | Physik

Nerds retten die Welt - Folge 12: Gespräch mit Avi Loeb, Professor für Astrophysik an der Harvard-Universität (REPUBLIK)

Ein spannendes Gespräch über schwarze Löcher, Plasmaphysik und das Cern in Genf, das Objekt Oumuamua und Ausserirdische und über die Zukunft des Universums, durchsetzt mit der jüdischen Frömmigkeit des Gesprächpartners und dem Kulturpessimismus der Interviewerin. - al

Erstellt von fv | | Deutsch | Physik

Spuren einer neuen Kraft

Lange war es ruhig an der Front der physikalischen Grundlagenforschung. Das Higgs-Boson, das 2012 identifiziert wurde, war auch keine wirkliche Neuerung, eher eine Bestätigung alter theoretischer Vermutungen. Doch möglicherweise zeigt sich nun etwas wirklich Neues. Messungen am Large Hadron Collider in Genf geben erste Indizien, dass die Standardtheorie der Elementarteilchen möglicherweise nicht das letzte Wort ist. Es gibt Abweichungen in den Messungen, die andeuten, dass die schwache Wechselwirkung nicht auf alle Leptonen gleich groß ist. Der Artikel mutmasst, dass es Teilchen geben könnte, die irgendetwas zwischen Quarks und Leptonen darstellen. Das ist insofern spannend, weil so vielleicht sogar ein Ausweg aus einer Pattsituation möglich werden könnte, die die Grundlagenphysik ergriffen hat. (vgl. das Gespräch mit Harald Lesch  zur Krise der Physik: https://www.youtube.com/watch?v=EJyvHNiDVKk&lc=z23wg5ihjyniwxae3acdp43bnijgbvp3k0x0anuszwhw03c010c.1528346077003097). Noch sind es viele Konjunktive - aber es zeigt: Die Grundlagenforschung der Physik bleibt spannend! - fv

Erstellt von fv | | Physik | Englisch | Biologie

How do you say "life" in physics?

Ein Schlüssel zum Verständnis von Emergenz? In vielen Diskussionen gibt es immer wieder die Frage, ob "Leben" nicht etwas ganz anderes sei als das, was die Physik beschreibt. Naturalistische Positionen berufen sich dann immer wieder auf die "Emergenz": physikalische Prozesse werden so komplex, dass sie irgendwann neue Eigenschaften ausbilden. Anbei findet sich ein englischsprachiger Beitrag über den jungen Physiker Jeremy England, der sich dem Emergenzgeschehen zu nähern versucht. Seine These: Emergenz kann geschehen, wo dissipative Adaption stattfindet. Es gibt irreversible Prozesse in der Physik in offenen Systemen. Diese können sich verstetigen und immer komplexere Strukturen zur Folge haben. Jeder mag für sich sehen, was von der These zu halten ist. Aus meiner Sicht gehört der Begriff "Emergenz" zu den besonders unaufgeklärten Ecken naturalistischer Weltsichten. Die Frage ist, ob Emergenz hier wirklich erklärt wird oder nicht vielmehr irreversible Prozesse nur etwas anders beschrieben werden. Wittgenstein, auf den sich England bezieht, hat schon recht: Es ist immer die Frage, welche Funktion ein Begriff in einem bestimmten Sprachspiel hat. Die Funktion des Begriffs "Emergenz" bleibt für mich auch nach der Lektüre des Textes fragwürdig... - fv