Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Kosmologie | Deutsch | Naturwissenschaft | Physik | Schöpfung | Theologie | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftstheorie

Gott und der Urknall - Publik-Forum 1/2015, 26-29

Können naturwissenschaftliche Theorien Grundfragen des Daseins beantworten? Für ein entschiedenes "Nein" plädiert der Autor Frank Vogelsang und macht dies am Beispiels des Urknalls deutlich. Scheinbar war der Übergang von der Newtonschen Welt ohne Anfang zu einem Kosmos mit Anfang ("Urknall") theologisch anschlussfähiger. Tatsächlich jedoch - so Vogelsang - "muss vor einer solchen voreiligen Identifizierung von Schöpfung und Urknall nachdrücklich gewarnt werden". Schließlich könnten sich Erkenntnisse samt vermeintlicher Anschlussfähigkeit ändern, man denke an Multiversums- oder anfangsfreie Theorien à la Hawking. Sich auf bestimmte physikalische Theorien festzulegen ist der Theologie aber nicht nur aus strategischen Gründen verwehrt. Solche Theorien "können aus grundsätzlichen methodischen Überlegungen heraus keine theologischen Erwartungen bedienen". Theologie komme dann ins Spiel, wenn es um "Lebenswelt" geht, die umfassender ist als das, was naturwissenschaftlich beschrieben werden kann. - hhp

Erstellt von hhp | | Anthropisches Prinzip | Außerirdische | Englisch | Evolution | Kosmologie | Physik

MIT Science Prof Threatens to Undo Everything Religious Right Holds Dear

"Sieh an, die Kreationisten sind besiegt und das Problem der Lebensentstehung ist gelöst" bespöttelt PZ Myers den vorliegenden Artikel, indem er die Kerngedanken auf den Punkt bringt (http://scienceblogs.com/pharyngula/2015/01/04/bafflingly-hyperbolic/). Es geht um die testbare Behauptung Jeremy Englands, das Leben sei nicht zufällig, sondern notwendig entstanden. "Unter bestimmten Bedingungen" sei Leben nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich, wenn nicht unausweichlich. Das betreffe die Erde, aber auch erdähnliche Planeten. Wenn Englands Idee, die sich um den zweiten Hauptsatz der Themodynamik dreht, Erfolg habe, wäre dies "offensichtlich ein epochaler wissenschaftlicher Fortschritt". Der genannte Myers bezweifelt indes die revolutionäre Neuheit des Gedankens; die Kreationisten damit gar zu entsetzen, hält er für lachhaft - so sehr Myers deren Niederlage auch wünschen mag. - hhp

Erstellt von al | | Astronomie | Physik | Deutsch

"Plonk statt pluff"

Nachdem letzten unsinnigen Titel der ZEIT über die Rosetta-Mission folgt jetzt die Fortsetzung mit umgedrehten Titel. Der Komet habe schließlich doch eher "plonk statt pluff" beim Aufsetzen der Philae-Landeeinheit gemacht, der Lander ist zwei mal abgeprallt. Ansonsten ein informativer Artikel über das Landeereignis und die verbleibenden Hoffnungen. Messergebnisse werden natürlich zurückbehalten bis sie in Fachjournals erstveröffentlicht worden sind. Immerhin eines wird verraten: die "Spurensuche nach dem Ursprung des Lebens" auf dem Kometen war eher ein PR-Gag, so die Meinung eines altgedienten Forschers. - al