Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Anthropologie | Deutsch | Hirntod | Hirnforschung | Nahtod-Erfahrung | Theologie

Über den Tod hinaus - Der Bund

Im Mittelpunkt dieses Artikels (einer der wenigen guten über Nahtoderfahrung) steht der schweizer Theologe Simon Peng-Keller, der seit Jahren über NTE forscht, sich aber in Abgrenzung zu vollmundiger Jenseitsesoterik zurückhaltend gibt. Dennoch, das Thema bleibt spannend: "Der Nahtod hat sich zum Schlachtfeld entwickelt, auf dem unversöhnliche Weltanschauungen gegeneinander antreten". Den Reduktionisten hätte die jüngste "Aware-Studie" die Grundlage entziehen können, wenn, ja wenn sie nicht gescheitert wäre, wie Peng-Keller urteilt. Außerkörperliche Wahrnehmungen habe sie nicht nachweisen können, wohl aber glaubwürdige Wahrnehmungen bis zu drei Minuten nach dem Herzstillstand - unerklärlich mit heutigen Mitteln, aber vielleicht doch auf Restaktivitäten des Gehirns reduzierbar. Also keine empirisch gestützte "Verklärung des Todes", zumal ein Drittel der Wiederbelebten von negativen Eindrücken berichteten. Immerhin sieht der Theologe "Nahtoderfahrungen am ehesten als Varianten mystischen Erlebens" und in dieser langen Tradition auch wirklich ernst genommen. - hhp

Erstellt von hhp | | Nahtod-Erfahrung | Deutsch | Hirntod | Hirnforschung

Hirnströme: Forscher finden mögliche Erklärung für Nahtoderlebnis - SPIEGEL ONLINE

Auch Spiegel Online berichtet von der Studie, die bei Ratten erhöhte Hirnaktivität nach Herzstillstand festgestellt hat. Erklärbar sei dies wie bei einem Motor, der ohne Last (im Falle des Gehirns ohne Input von außen) schneller dreht als unter Last. Es wird diskutiert, ob man hier auf der Spur der neuronalen Korrelate auch der Nahtoderfahrung (NTE) ist. Sofern man in der NTE einen Beleg für ein Jenseits (E. Alexander: Blick in die Ewigkeit) oder für körperloses Bewusstsein (P. van Lommel) sieht, scheint Einiges auf dem Spiel zu stehen. Und so wundert es nicht, wenn ein Kommentator schreibt: "... und wieder etwas weniger Raum für religiös motivierte 'Erklärungsansätze'. Sehr zu begrüßen." - hhp

Erstellt von al | | Deutsch | Bioethik | Hirntod | Organtransplantation

Wann ist ein Mensch tot? ZEIT Nr. 15 S.41

Christian Schüle berichtet über Zweifel an dem derzeit noch gültigen Hirntodkriterium für Organtransplantationen. Die gegenläufigen Haltungen hängen an der einen großen Frage: Ist ein hirntoter Mensch wirklich tot? Die Grenze zwischen Leben und Tod ist biologisch nicht definierbar. Wodurch ist Menschsein überhaupt bestimmt? Solche Fragen brechen auf und werden von Schüle zu Recht diskutiert. Er plädiert am Ende für den Hirntod als Grundlage einer Ethik der Solidarität. Aber um welchen Preis? - al