Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Hirnforschung | Interdisziplinarität | Wissenschaftsgeschichte

9 Ideen für eine bessere Neurowissenschaft - spektrum.de

"Die Nichtbeachtung wissenschaftlicher Standards ist in der Hirnforschung besonders ausgeprägt" - der Eyecatcher in Großdruck formuliert eine Hauptaussage des Artikels, der davon ausgeht, dass die neurowissenschaftliche Euphorie einem "breit abgestützten Skeptizismus" gewichen ist. Gründe dafür: unzureichende Validität und Reliabilität, einseitige Veröffentlichung positiver Ergebnisse, das ungünstige Anreizsystem der Zitierhäufigkeit, eine Öffentlichkeitsarbeit, die Schlagzeilen und überzogene Hoffnung produziere, und das Fehlen einer umfassenden Theorie des Gehirns. Reformen scheinen aber in Sicht, wie z. B. der Übergang vom bisherigen Peer-Review-Verfahren zu einen "Pre-publication-Prinzip": Nicht erst fertige, sondern geplante Studien werden bewertet und im positiven Fall zur Veröffentlichung zugelassen - unabhängig vom letztendlichen Ergebnis. Bevor aber bessere Forschungs-Kriterien bei Großorganisationen wie der DFG verbindlich werden, unterzögen sich manche Neurowissenschaftler schon jetzt und freiwillig strikteren Anforderungen. - hhp

Erstellt von hhp | | Anthropologie | Deutsch | Hirntod | Hirnforschung | Nahtod-Erfahrung | Theologie

Über den Tod hinaus - Der Bund

Im Mittelpunkt dieses Artikels (einer der wenigen guten über Nahtoderfahrung) steht der schweizer Theologe Simon Peng-Keller, der seit Jahren über NTE forscht, sich aber in Abgrenzung zu vollmundiger Jenseitsesoterik zurückhaltend gibt. Dennoch, das Thema bleibt spannend: "Der Nahtod hat sich zum Schlachtfeld entwickelt, auf dem unversöhnliche Weltanschauungen gegeneinander antreten". Den Reduktionisten hätte die jüngste "Aware-Studie" die Grundlage entziehen können, wenn, ja wenn sie nicht gescheitert wäre, wie Peng-Keller urteilt. Außerkörperliche Wahrnehmungen habe sie nicht nachweisen können, wohl aber glaubwürdige Wahrnehmungen bis zu drei Minuten nach dem Herzstillstand - unerklärlich mit heutigen Mitteln, aber vielleicht doch auf Restaktivitäten des Gehirns reduzierbar. Also keine empirisch gestützte "Verklärung des Todes", zumal ein Drittel der Wiederbelebten von negativen Eindrücken berichteten. Immerhin sieht der Theologe "Nahtoderfahrungen am ehesten als Varianten mystischen Erlebens" und in dieser langen Tradition auch wirklich ernst genommen. - hhp

Erstellt von fv | | Englisch | Hirnforschung

Conscious brain to brain communication

Telepathie revisited: Vorgestern haben wir hier auf einen Artikel der FAZ aufmerksam gemacht, der von neurowissenschaftlichen Versuchen berichtete unter dem Hinweis, dass es hier um neue Möglichkeiten des Gedankenlesen gehe. Diese Darstellung, das hat auch schon die Diskussion auf der facebook-Seite gezeigt, ist ziemlich verzerrend. Tatsächlich ging es in dem dargestellten Versuch lediglich darum, Input und Output Technologien zu nutzen, um eine Information von Gehirn zu Gehirn zu übertragen ohne dem Gebrauch von Sprache oder Bewegungen. Wer daran interessiert ist, hier findet sich ein link zum Originalartikel. Interessant ist der Versuch immer noch, aber sicherlich keine Erfindung zum "Gedankenlesen"! - fv