Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Darwin | Atheismus | Wissenschaftsgeschichte

Besser als der Darwinismus - Ein Blick auf Charles Darwin als Theologen -- HerderKorrespondenz 67, 2013, 33-37

Der interdisziplinär ausgewiesene Religionswissenschaftler Michael Blume stellt in dieser Zusammenfassung seines neuen Buches ("Evolution und Gottesfrage") einen weitgehend unbekannten Blick auf Charles Darwin als Theologen vor und räumt dabei mit einige Vorurteilen auf. So habe Darwin weder Sinn und Fortschritt in der Evolution ausgeschlossen noch die Eigenständigkeit von Kultur und Geist bestritten. Der Monotheismus sei eine "Spitzenentwicklung" und wissenschaftliche Theologie evolutionär notwendig. Blume verkennt freilich nicht, dass Darwin zunehmend zum Agnostiker wurde. Der Glaubenszweifel gründe jedoch nicht in der Wissenschaft, sondern primär in der Theodizeefrage, die für Darwin sehr existenziell war. Noch in seinem letzten Lebensjahr zeige Darwins Begeisterung für den evolutionären Theismus des Philosophen William Graham sein Ringen um die letzten Fragen des Daseins - hhp

Erstellt von hhp | | Evolution | Anthropologie | Deutsch

Als wir uns trennten - NewScientist

Die Frage, wann sich im evolutiven Stammbaum Mensch und Schimpanse voneinander getrennt haben, gehört zu den spannendsten Kontroversen der Evolutionsbiologie. Die Stammbäume der Paläontologen wollten bislang nicht so recht zu denen der Genetiker passen. Eine neue "bahnbrechende Studie" könnte hier für Entspannung sorgen, weil sie die genetische Uhr neu geeicht hat. Der Studie zufolge ist die Mutationsrate halb so groß wie bisher angenommen. Dies ergäbe - einmal mehr - ein radikales Umschreiben bisheriger Stammbäume. So rückt die Trennung von Affe und Mensch weiter in die Vergangenheit, aber auch unsere näheren Verwandten wie der Neandertaler und Homo heidelbergensis. Allerdings lassen diese sich mit der neuen genetischen Uhr konsistenter ins Stammbaumgeäst einfügen. Der Sonderstellung des Menschen scheint die größere Distanz zu den Vormenschen zu schmeicheln, und der Artikel schließt: "Jetzt sind wir noch ein wenig eigener" - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Wissenschaftstheorie | Kreationismus

Evolution und Schöpfungslehre an christlichen Bekenntnisschulen - VEBS

Der Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) regt mit diesem Thesenpapier des Kreationisten Reinhard Junker an, in der Schule Schöpfung als Alternative zur Evolutionstheorie zu diskutieren. Im Hintergrund steht die Unterscheidung von Mikroevolution (die Junker für möglich hält) und Makroevolution, welche die Entstehung neuartiger Bauplantypen nicht hinlänglich erklären könne. Alternativ dazu geht Junkers Grundtypmodell davon aus, dass Grundtypen erschaffen wurden und sich nur mikroevolutiv weiterentwickeln. Konflikte, die an dieser Stelle auf der Hand liegen, führen zu kritischen Rückfragen an die Evolutionstheorie - nicht etwa an die Theologie. Hier lässt ein Offenbarungspositivismus grüßen, der biblische Formulierungen für unfehlbar hält - hhp