Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Anthropologie | Evolution | Denisova child

Drei Menschenarten In trauter Nachbarschaft - Welt online

Der Artikel begrüßt mit einem Familienfoto unserer entfernten Verwandten. Eine Stelle ist jedoch nur als Silhouette dargestellt: Platz für die sibirische Neuentdeckung, für die der Artikel auch schon einen Artnamen parat hat: Homo denisovensis - wenn sich denn die Vermutung einer neuen Art durch Analyse der Kern-DNA bestätigen lässt - hhp

Erstellt von hhp | | Englisch | Evolution | Anthropologie | Denisova child

Is this a new species of human being? - Guardian

Der Artikel fragt, ob der Sibirische Menschenfund unsere Sicht der menschlichen Evolution transformieren wird. In der Tat zeige die Geschichte des Verständnisses der Hominisation, dass der jeweilige Stand des Wissens in wenigen Jahrzehnten auf den Kopf gestellt werden kann. Der vorliegende Fall wirft ein neues Licht auf die großen Auswanderungswellen, von denen man bisher 3 annahm: Die Auswanderung des Homo erectus, die des Neandertalers und die des modernen Menschen. Nun kommt offenbar ein vierter großer Exodus hinzu. Für DNA-Experte Terry Brown ist dieses Bild noch zu einfach: "Der Marsch aus der Wiege der Menschheit könnte viel eher eine permanente Wanderbewegung sein". Was darüber hinaus zu denken gibt, ist der verblüffende Fundort. Hier müssen offenbar alle drei Arten koexistiert haben. Lebten sie in Frieden oder Krieg? Warum sind zwei von drei Arten ausgestorben? Könnte auch die überlebende Art aussterben? - hhp

Erstellt von hhp | | Ayala | Englisch | Theodizee | Intelligent Design | Templeton Foundation | Evolution | Interdisziplinarität | Wissenschaftstheorie | Dawkins

Francisco Ayala wins the Templeton Prize - beliefnet

Rod Dreher, Öffentlichkeitsarbeiter bei Templeton, berichtet ausführlich über die Preiszusage an F. Ayala, dessen Rede in Auszügen wiedergegeben wird. Ayalas Grundeinstellung wird dabei deutlich: Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern zwei unterschiedliche Zugangsweisen zur Welt. Zu Konflikten komme es nur bei illegitimen Grenzüberschreitungen. In seiner Publikation "Darwin's Gift" wirft Ayala Dawkins einen Kategorienfehler vor, wenn dieser alles Wissen außerhalb der Grenzen der Wissenschaft als minderwertig oder verdächtig ansehe. Eine wissenschaftliche Weltsicht sei "hoffnungslos unvollständig", da sie Wert- und Sinnfragen gar nicht umfassen könne. Das Buch attackiert gleichermaßen Intelligent Design (ID), in wissenschaftlicher, aber auch theologischer Hinsicht. Dreher vermutet, dass die Dawkins- und ID-Vertreter mit der Preisvergabe nicht glücklich sein werden; Reaktionen von dort will er in seinen Blog aufnehmen. Also: Erneut vorbeischauen - hhp