Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von sh | | Anthropologie | Darwin | Evolution | Deutsch

Biologe Steve Jones im Interview: "Der Sex wird gewinnen" - Frankfurter Rundschau

Die FR veröffentlich zum 150. Jubiläum von 'The Origin of Species' ein Interview mit dem britischen Biologen Steve Jones, der dieses Jahr sein viertes Buch über Charles Darwin herausbrachte. Darwin ist für Jones "der erstaunlichste Kerl, der je gelebt hat" und Jones nennt 'Die Entstehung der Arten' "das Buch eines Genies". Seiner Meinung nach ist heutzutage die Evolution des Menschen vorläufig beendet, denn es findet keine natürliche Selektion durch frühzeitigen Tod mehr statt, so dass schlechte Gene weitervererbt werden. Die körperliche Entwicklung des Menschen ist - im Gegensatz zur kulturellen Entwicklung - auf Steinzeitniveau stehen geblieben. In gentechnischen Veränderungen des Erbgutes sieht Jones jedoch kein Problem; er stellt fest, dass Sex zu viel Spaß mache als dass er durch Reagenzglasbefruchtungen ersetzt werden könne - sh

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Intelligent Design | Wissenschaftstheorie

Interview: Happy birthday, Evolutionstheorie - Medienmagazin pro: Gesellschaft

Siegfried Scherer, Professor für Mikrobielle Ökologie und Mitautor des umstrittenen "evolutionskritischen Lehrbuchs", räumt in einem Interview ein, dass Darwin auch aufgrund seiner wissenschaftlichen Einsichten zum Agnostiker wurde. Scherer hält aber dagegen, dass Carl von Linné ähnliche biologische Gegebenheiten nicht vom Glauben abgebracht hätten - für Scherer ein Hinweis darauf, wie unterschiedlich biologische Daten weltanschaulich gedeutet werden können. Wissenschaftlich gesehen hält Scherer daran fest, dass die ungelösten Probleme im Bereich der Makroevolution keine Randfragen darstellen. Unmissverständlich stellt er aber klar, dass diese Probleme keinen Beweis für Schöpfung bilden, sondern zunächst nur Wissenslücken sind. Scherer: "Es ist unbekannt, ob sie durch zukünftige Forschung geschlossen werden können oder nicht". Insofern sind sie theologisch unbrauchbar: "Der ewige Gott wohnt nicht in den Wissenslücken zeitgebundener menschlicher Theorien" - hhp

| Tierethik | Deutsch | Theologie | Schöpfung | Evolution | Anthropologie

Die Evolution im Paradies - Hamburger Abendblatt

An der Universität Münster entsteht das erste "Institut für Theologische Zoologie" an einer deutschen Hochschule. Der Seminarleiter Rainer Hagencord, Priester, Biologe und Philosoph will mit den Studenten interdisziplinär arbeiten. Erkenntnisse aus der Evolutionstheorie Darwins, aber auch aus der Gen- und Hirnforschung sollen in Beziehung gesetzt werden zum biblischen Schöpfungsglauben - nicht als unversöhnliche Gegensätze, sondern auf der Suche nach einer "angemessenenen theologischen Reaktion auf die Forschungsergebnisse der jüngsten Zeit". So stellen sich angesichts der engen genetischen Verwandschaft von Mensch und Tier neue Fragen zum Verhältnis des Menschen als "Krone der Schöpfung" zu Tieren und Pflanzen. "Der Mensch begnügt sich auch längst nicht mehr damit, Tiere und Pflanzen zu nutzen: Er greift durch Vertreibung, Ausrottung, Zucht und mit immer feineren Veränderungen des Erbguts in die Evolution ein."