Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Neuer Atheismus | Kreationismus | Gottesbild | Schönborn | Evolution | Pierre Teilhard de Chardin

''Im Wallenstein ist auch kein Platz für Schiller'' - Charles Darwin und die Evolution - sueddeutsche.de

"Evolution ist keine Gefahr, sondern ein Segen für die Theologie": Beide sind nicht etwa unvereinbar wie Kreationisten, Naturalisten, aber auch "der unselige Artikel Kardinal Schönborns" behaupten. Christian Kummer setzt dagegen auf Teilhard de Chardin und seine ontologisch verbindende Formel "Schöpfung durch Evolution". In dieser Denke macht der Schöpfer nicht Kreaturen, sondern verleiht Kreativität; "er macht, dass die Dinge sich machen". Dabei ist er nicht der Chef, der delegiert und dann in die Chefetage entschwindet; er ist der gegenwärtige, "Anteil nehmende Chef". Kummer hält sich hier zurück, die Immanenz Gottes (gegenwärtiger Chef) gegen seine Transzendenz (Chefetage) auszuspielen - anders als in seinem Buch, wo die Chefetage pantheistisch leer bleibt (Der Fall Darwin, 2009, 190). Dennoch enthalte dieser "Schöpfungsplan" für Schönborn wohl zuviel Eigenaktivität, wenn "in der Kosmologie kein Platz mehr für Gott" ist. Aber: "Im Wallenstein ist auch kein Platz für Schiller"! - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Intelligent Design | Anthropologie | Evolution

Friedemann Schrenk im Porträt: Fünf Kilometer pro Generation - Frankfurter Rundschau

Die kurze Biografie des bekannten Paläoanthropologen Friedemann Schrenk beginnt bei dessen früher Begeisterung für Fossilien und macht Station bei dem ältesten Fund aus der Gattung "homo", der einem Mitarbeiter Schrenks geglückt ist. Funde sind für Schrenk verschlüsselte "Nachrichten aus der Vergangenheit", zu deren Entschlüsselung das jeweilige Weltbild "eine riesige Rolle" spiele. Wer an Drachen glaubt, interpretiert ein Wollnashorn eben als Lindwurm, wie im Mittelalter geschehen. Welches Weltbild ist heute prägend, fragt sich Schrenk. Mit Kreationismus und einem intelligenten Designer kann Schrenk wenig anfangen, dazu sei das Design zu unausgereift, wie unser falsch sitzender Kopf und die Überkreuzung von Luft- und Speiseröhre zeige. Allerdings: "Er habe keine Ahnung, ob es irgendwo einen Gott gibt oder irgendeine Kraft" - hhp

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Darwin, Laplace, and "God of the Gaps" Reasoning - Science and the Sacred

Darwins Theory ist weniger eine Anfrage an die Existenz Gottes als vielmehr eine Herausforderung für die Argumentation mit dem Lückenbüßergott. Darwin habe für die Biologie diegleiche Bedeutung wie Laplace für die Physik. Laplace bestritt nicht die Existenz Gottes, wohl aber schloss er die Lücken, die Newton noch als Gottesbeweis zuließ. So verhalte es sich auch mit Darwin: Evolution ist kein Argument gegen Gott, sie schließt aber die Erklärungslücke des komplexen Designs, eine Lücke, die viele als Gottesbeweis missbraucht haben - hhp