Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von sh | | Kreationismus | Evolution | Dawkins | Englisch

Evolution All Around - New York Times

Nicholas Wade hat sich Richard Dawkins "The Greatest Show on Earth" angenommen und attestiert Dawkins einen feinen Sinn für Ironie, den er ohne Gnade gegen Evolutionsgegner einsetze. Allerdings stellt Wade fest, dass Dawkins Begriff einer Theorie nicht wissenschaftlich sei: Für Dawkins sei Evolution mehr als "nur eine Theorie", nämlich ein wissenschaftlicher Fakt. Durch diese Definition rutsche er für Wade genauso ins Dogmatische wie seine Gegner, da Evolution zwar eine historische, jedoch keine wissenschaftliche Tatsache, sondern eben eine Theorie sei. Wade kritisiert besonders den Ton, den Dawkins wählt, wenn er von "Geschichtsverleugnern" spricht, die "schlimmer als ignorant" und "bis zur Perversion verblendet" seien. Dies sei weder wissenschaftlich noch zivilisiert. Kreationisten behaupten, Evolution sei nur eine Theorie; Dawkins sagt, es sei eine Tatsache. Jedoch geht Wade davon aus, dass keiner von beiden recht hat - sh

Erstellt von hhp | | Ardipithecus | Englisch | Evolution | Anthropologie

Ardi, Humans and Primates - New York Times

Ardipithecus ist auch Gegenstand des Editorials der jüngsten New York Times. Herausgestellt wird die Hoffnung der Paläontologen, den letzten gemeinsamen Vorfahr von Affe und Mensch zu finden. Betont wird richtigerweise, dass "Ardi" nicht dieser gemeinsame Vorfahr ist. Dieser Fund demonstriere aber, wie schnell die frühen Hominiden einen eigenen Evolutionspfad eingeschlagen haben. Er zeige aber auch, dass die lebenden Primaten nicht den primitiven Stand eines gemeinsamen Vorfahren beibehalten hätten, sondern hochspezialisiert sind - aber durch ganz andere evolutionäre Wege. Diese wichtigen Einsichten schreiben die Geschichte der Hominiden-Evolution neu - hhp

Erstellt von hhp | | Soziobiologie | Ardipithecus | Deutsch | Evolution | Anthropologie

Paläontologie: Der Mensch erschien im Pliozän - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET

Der FAZ-Artikel fasst die Science-Veröffentlichung zum Hominidenfund des Ardipithecus zusammen, v.a. die Revisionen gängiger Vorstellungen über die menschliche Evolution: der aufrechte Gang (cancelt die Savannenhypothese), der Gebissbefund (lässt Ardi friedlicher erscheinen als gedacht), die Partnerwerbung (lässt Machos alt aussehen). Der Autor äußert aber auch Skepsis gegenüber Lovejoys soziobiologischer Rückbindung einer monogamen Lebensweise an "Ardi". Der Bericht wird ergänzt durch ein Interview mit dem deutschen Hominidenforscher Friedemann Schrenk, der die Bedeutung des Fundes nur bestätigen kann. Schrenk begrüßt dabei v.a. die Neudefinition von "Hominiden", die vor drei Jahren erst auf den Schimpansen ausgedehnt wurden. Die Unähnlichkeit unseres neuen Urahns mit dem Schimpansen engt die "Hominiden" aber wieder auf den Menschen und seine engeren Vorfahren ein. Schrenk glaubt, "dass man mit Schlüssen vom Schimpansen auf den Menschen jetzt vorsichtiger sein sollte" - hhp