Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Anthropologie | Biologie

Unsere Wunderdroge

Mit dem körpereigenem Hormon Oxytocin wollen Forscher sogar Krankheiten heilen. Dessen Künstlername lautet: "Kuschelhormon". Es macht Schlagzeilen, denn es heißt, es sorge für Vertrauen, wärmere Beziehungen – sogar für besseren Sex. Es tritt also in Aktion, wenn zwei Menschen einander näher kommen, als es unser individueller Sicherheitsabstand vorsieht. Das führt zu fürsorglichem Verhalten gegenüber der eigenen Brut und zu aggressivem Verhalten gegenüber potenziellen Angreifern. Oxytocin ist also ein Kuschelhormon – aber auch ein Kampfstoff. Der Artikel bietet anhand mehrere Verwendungsorte des Stoffes einen gründlichen Überblick über die gegenwärtige Oxytocinforschung. - al

Erstellt von hhp | | Hirnforschung | Anthropologie | Psychologie | Transhumanismus | Wissenschaftsgeschichte | Deutsch

Unser Hirn ist mehr als ein organischer Computer - Deutschlandradio Kultur

Vera Linß bespricht das neu erschienene Buch von David Gelernter. Als Informatiker ist Gelernter in den 1990er Jahren an dem Versuch gescheitert, Aspekte des menschlichen Geistes mit dem Computer zu simulieren. Nun legt er einen Gegenentwurf vor, der zur Erklärung der "Gezeiten des Geistes" (so der Titel des Buches) weniger auf Informatik als auf Dramatiker und Poeten setzt. Der Rezensentin scheint dieser Ansatz plausibel, da sie sich in ihrer "Komplexität und Irrationalität" darin wiederfinde. Wie für den Autor, so ist auch für sie die Idee eines künstlichen Geistes "die (intellektuell) zerstörerischste Analogie der letzten hundert Jahre". Übrigens: Zur Vertiefung enthält der Artikel einen Link zu einem Audio-Interview mit Gelernter. - hhp

Erstellt von al | | Deutsch | Anthropologie | Kosmologie | Einstein | Physik

Im Kosmos ein Knall, auf Erden ein Hauch

Wir sind alle Wellenwesen, so interpretieren die Autoren dieses Artikel die erste Messung einer Graviationswelle, deren physikalischer Hintergrund noch einmal erklärt wird. Wellen transportieren Information, sie verraten uns etwas über die Welt. Alles, was wir sehen und hören, erreicht uns als Welle. Der praktische Nutzen der Gravitationswellen-Messung: Sie eröffnen den Astronomen ein weiteres Fenster für den Blick ins Weltall. Bislang existierten ausschließlich Teleskope für elektromagnetische Wellen, doch nur ein Prozent des Universums sendet Wellen dieser Art aus – die übrigen 99 Prozent sind Dunkelheit. Über die soll künftig jede gemessene Gravitationswelle etwas verraten. Wellen machen uns lebendig, und die Wellenmetapher sei sehr populär, doch gelte es, Wirklichkeit und Interpretation sorgsam auseinanderzuhalten. Allzu oft vermischten wir beides: die Welt als Welle und Vorstellung. Der Artikel ist der Auftakt für eine ganze Reihe von kurzen Artikeln zu verschiedenen Wellenphänomenen in der betreffenden Ausgabe von ZEIT Wissen. - al