Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Englisch | Kosmologie | Physik

Birth of the universe 're-created': Large Hadron Collider generates 'mini Big Bang' - Mail online

Etwas ausführlichere Darstellung der Erfolgsmeldung des Teilchenbeschleunigers, die freilich mit Superlativen nicht geizt. Gern spricht man von der "Wieder-Erschaffung" der "Geburt des Universums", von "neuer Ära der Teilchenphysik", vom "Gottes-Teilchen" und davon, dass dies alles "unser Verständnis von der Mikrowelt im Innersten des Atoms bis hin zu den Weiten des Universums revolutionieren wird". Die Stichworte Antimaterie und Higgs-Bosonen fehlen genauso wenig wie der Hinweis, dass die Mini-Urknalle die höchsten Temperaturen und Dichten erzeugt haben, die je von einem Experiment erreicht wurden. Auch die produzierte Datenmenge, die über 3 Millionen CDs füllen könnte, scheint rekordverdächtig. Man darf also auf die Auswertung gespannt sein - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Atheismus | Kosmologie | Wissenschaftstheorie | Hawking

Die gottlose Welt des Stephen Hawking - bild der wissenschaft

Die 15-seitige Titelstory der Novemberausgabe der "bild der wissenschaft" schrieb Hawking-Kenner Rüdiger Vaas: Vielversprechende Lektüre. Vaas rezensiert den neuen Hawking wohlwollend, aber nicht unkritisch. So heißt es: Die Todeserklärung der Philosophie "ist keine Feststellung, sondern Provokation" (49); Hawkings Gottesbild sei einseitig (52); das Universum könne nicht aus dem absoluten Nichts entstehen (53) und: "Sicherlich können Hawking und Mlodinow die Existenz Gottes nicht ausschließen" (52). Fair von Vaas, dem als Beiratsmitglied der Giordano Bruno Stiftung nicht unbedingt theologische Apologetik unterstellt werden kann. Interessante Beigaben: Co-Autor Mlodinow wird aus dem Schatten Hawkings geholt und gewürdigt, gleichzeitig der Verdacht zerstreut, er sei Hawkings Ghostwriter. Markus Pössel wird als Fachlektor der deutschen Ausgabe vorgestellt - auch er sieht Hawking nicht unkritisch - hhp

Erstellt von al | | Kosmologie | Deutsch

Religiöse Astronomie: Und sie bewegt sich doch nicht! -SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft

Dem amerikanischen Theologen Sungenis zufolge hat Papst Johannes Paul II. einen Fehler gemacht, als er 1992 Galileo Galilei rehabilitierte. Obwohl die meisten Wissenschaftler an den Ereignissen zu Beginn unserer Welt nicht den kleinsten Zweifel haben, ist für ihn die Erde sowohl der Mittelpunkt des Sonnensystems als auch des gesamten Universums. Das ist natürlich Quatsch, und ein illustratives Beispiel dafür, was aus der Interaktion von Theologie und Naturwissenschaften hervorgeht, wenn eine Disziplin die andere nicht ernst nimmt. Die Bezweiflung wissenschaftlicher Tatsachen hat sonst eher bei Kreationisten im Bereich der Biologie eine gewisse "Tradition", wobei deren Thesen stellenweise, wenn es um das Erdalter geht, auch in die Physik übergreifen. Sungenis scheint es eher um die Reputation der katholischen Kirche zu gehen, die allerdings schon Anfang des 19.Jahrhunderts eine Buchveröffentlichung genehmigte, die Galileis Darlegungen benutzte. - al