Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Astronomie | Kosmologie | Physik | Deutsch

"Eher pluff als plonk"

Hinter diesem blödsinnigen Titel verbirgt sich ein Artikel über eine der ehrgezeigsten Missionen der europäischen Raumfahrt: die Raumsonde Rosetta erforscht die Geheimnisse der Kometen. Vor einem Monat hat sie ihr Ziel, den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko erreicht. Schon jetzt hat sie mehr Daten über diese "schmutzigen Schneebälle" gesammelt, als alle Kometenmissionen vorher zusammen. Was der Artikel nicht verrät: die Mission kann vielleicht auch Auskunft über die Herkunft des irdischen Wassers geben und damit die Frage nach dem Ursprung des Lebens beantworten helfen. - al

Erstellt von hhp | | Astronomie | Außerirdische | Englisch | Kosmologie

Wir könnten außerirdisches Leben finden, aber der politische Wille fehlt - the conversation

Zwar habe man außer im Film noch nie außerirdisches Leben zu Gesicht bekommen, dennoch aber - so der Autor Seth Shostak, Astronom beim SETI - gebe es nüchterne, skeptische Forscher, die davon ausgingen, dass der Beweis dafür innerhalb einer Generation zu erbringen sei. Vor allem dank NASAs Raumteleskop Kepler habe sich herausgestellt, dass allein die Milchstraße zig Milliarden "habitabler" Planeten beherbergen könnte. Es falle schwer anzunehmen, all diese Welten seien steril, und unser planetares Leben sei ein Wunder. Es gäbe drei Wege, extraterrestrisches Leben zu erkunden; alle drei basierten auf ausgeklügelten und kostspieligen Experimenten. Erstens: Man könnte Leben in der Nähe finden (Mars, Jupiter-, Saturnmonde etc.). Betrüblich sei allerdings, dass die Erkundungsausrüstungen nur auf dem Reißbrett, nicht aber im Raum existierten: "Der Fortschritt gebremst, da die Gelder begrenzt". Zweitens könne man die Atmosphären fraglicher Planeten analysieren. Entsprechende Maschinen könnten in einem Dutzend Jahren gebaut sein - wenn denn Geld vorhanden wäre. Der dritte Zugang wäre über Mikroben hinaus die Suche nach intelligentem Leben, indem man den Himmel nach Radio- oder Lichtsignalen absucht. Mehr Antennen und bessere Empfänger könnten die Suche beschleunigen - abermals jedoch sei die Finanzierung der limitierende Faktor. Die Entdeckung außerirdischen Lebens wäre außerordentlich aufregend, aber da das Ergebnis ungewiss sei, blieben die Investitionen bescheiden. Klar sei natürlich: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und das ist eine Frage des Wollens". - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Atheismus | Einstein | Hawking | Johannes Paul II. | Kosmologie | Astronomie | Schöpfung | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftstheorie

Revolution unseres Weltbildes - Der Vater des Urknalls - faz.net

Ulf von Rauchhaupt erinnert daran, dass der eigentliche Entdecker des Urknalls der Priester und Astrophysiker Georges Lemaitre war. Seine Leistung bestand vor allem darin, Theorie (Relativitätstheorie) und Beobachtung (Rotverschiebung) zusammenzubringen, was ihn zu der Einsicht brachte, dass der Raum expandiere. Auf die Idee, dass diese Expansion in einem "Ur-Atom" ihren Anfang nahm, der Kosmos also einen zeitlichen Beginn hatte, kam Lemaitre erst später. Er erntete dafür scharfe Kritik, die bekannteste von Fred Hoyle, der abfällig vom "Big Bang" sprach und damit den Begriff Urknall prägte. Zeitlebens wehrte sich Hoyle gegen einen Urknall, wohl aus dem atheistischen Unbehagen heraus, der Urknall könne mit der Schöpfung identifiziert werden. Diese vermeintlich nahe liegende Verbindung war für Lemaitre allerdings nicht der Grund, die Urknallthese zu favorisieren. Im Gegenteil, er mochte es nicht, "wenn jemand den Urknall als Argument für die christliche Lehre in Dienst nahm", wie dies auch Papst Pius XII. tat. Offenbar brachte Lemaitre den Papst daraufhin dazu, sich bei späteren Gelegenheiten zurückhaltender zu äußern. Bereits für Thomas von Aquin - so vertieft der Autor - sei eine anfanghafte Welt genauso mit der Schöpfungslehre vereinbar wie eine ewige. Diese Hinweise verdienen ausdrückliche Beachtung, da die Gleichsetzung von Schöpfung und Urknall ein immer noch aktuelles Missverständnis darstellt. So hält sich hartnäckig das Gerücht, Johannes Paul II. solle Stephen Hawking gebeten haben, den Urknall nicht näher zu erforschen - dies sei schließlich der Augenblick der Schöpfung. Als Papstäußerung halte ich dies für eine Ente, als verbreitete Meinung ist dies - ganz im Sinne des vorliegenden Artikels - dringend korrekturbedürftig. - hhp