Die Frage, ob die Schöpfungslehre im Biologieunterricht thematisiert werden soll, ist für die "Welt" Anlass, die Stellungnahme des Papstes zur Evolutionstheorie darzustellen. Schöpfungslehre und Evolutionstheorie schlössen sich gegenseitig nicht aus, und ein Konflikt sei absurd. Für die Evolution gebe es "viele wissenschaftliche Nachweise", sie könne aber die große philosophische Frage nicht klären, woher alles komme

- hhp

Ulf von Rauchhaupt berichtet über eine wissenschaftliche Konferenz des Vatikan anlässlich des Darwin-Jahres. Vertreter des Kreationismus und der Intelligent-Design-Bewegung seien ausdrücklich nicht eingeladen gewesen; zu ihnen stehe der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Lavada, mindestens in gleicher Distanz wie zu einem evolutionistischen Atheismus. Große Akzeptanz und Resonanz fand hingegen die Schöpfungsvorstellung des Dominikanerpaters Jean-Michel Maldamé, der zwischen "Anfang" und "Grund" unterschied. Als zeitloser Grund von allem ist Gott nicht auf bestimmte zeitliche Momente (Anfang, Entstehung des Lebens, des Menschen etc.) festgelegt. Damit ist Kreationismus, Intelligent-Design und Deismus gleichermaßen eine Absage erteilt. Maldamé: "Alles kommt von Gott, und alles kommt von den Kräften der Natur"

- hhp