Theologie und Naturwissenschaften – sind das nicht Gegensätze?

Einführung von Andreas Losch

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Die verbreitete Auffassung, Theologie und Naturwissenschaften seien zueinander gegensätzlich wie Feuer und Wasser, ist ein Mythos. Die historische Entwicklung und Auseinandersetzung der beiden Disziplinen, auch im Falle Galileis und Darwins,  ist wesentlich vielschichtiger und daher auch spannender als diese Auffassung nahelegt.

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Klimawandel und die Liebe zur Schöpfung. Eine neutestamentliche Annäherung

Leitartikel von Hubert Meisinger

Tropische Nächte in Deutschland, schwere Waldbrände in Schweden, Australien und den USA, hochsommerliche Temperaturen nördlich des Polarkreises: der Klimawandel macht sich bemerkbar. Überall auf der Welt. Unübersehbar für alle, die die stetigen Veränderungen des Wetters in allen Regionen der Welt beobachten. Von einem „Vorboten“ des Klimawandels war zum Glück nicht mehr die Rede. Vielmehr von einer drohenden „Heißzeit“, wie es der Klimaforscher Schellnhuber mit Kolleginnen und Kollegen andeutete, weit weg von den normalen Schwankungen über die Jahrhunderttausende hinweg, in einer völlig anderen Senke zwischen „kalt“ und „heiß“ weit oberhalb dessen, was Menschen und Umwelt bisher als heiß erlebt hatten.

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Nachhaltigkeit gestern heute und morgen

Editorial von Frank Vogelsang

Wir leben in einer herausfordernden Zeit. Zunächst fällt jedem, wenn man heute einen Text so beginnt, die Corona Pandemie als vordringliche Herausforderung ein. Tatsächlich ist sie ja die Quelle vieler akuter Probleme und wirft von Anfang an auch theologische Fragen auf. Die relativ kurzfristige Belastung der Pandemie darf aber nicht die wesentlich drängenderen und langfristigen Probleme des Klimawandels in den Hintergrund schieben. Der Klimawandel hält nicht inne, weil gerade einmal eine Pandemie grassiert. Möglicherweise bieten die gesellschaftlichen Reaktionen auf die Pandemie Potentiale, die man auch für den Umgang mit dem Klimawandel nutzen kann, etwa ein verändertes Kommunikations- und Mobilitätsverhalten, weniger Dienstreisen und Fernflüge. Sicher ist das allerdings nicht. Und eine vollgültige Antwort auf den Klimawandel wäre das auch nicht.

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Himmel und Erde bewahren

Unterstützungsaufruf für ein neues Projekt

Seit Jahren schon weisen die Kirchen auf die Bedeutung der „Bewahrung der Schöpfung“ hin, und ja zurecht, die Situation des Planeten wird nicht besser, der Klimawandel bedroht uns alle. Die Vereinten Nationen haben vor fünf Jahren 17 globale Nachhaltigkeitsziele definiert, dazu gehört auch die Bewahrung des Lebens auf der Erde und unter Wasser, und eben auch „Climate Action“.
Ein Bereich wurde dabei allerdings vergessen, und auch die Theologie neigt dazu, ihn zu vernachlässigen. Es fehlt unsere Weltraumumgebung. Dabei heisst es in der Genesis: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Gott hat auch die himmlischen Weiten geschaffen, und die sind ja, wie wir heute wissen, nicht nur ein schönes Sternenzelt, sondern ein weiter Kosmos voller Sonnen und Planeten.

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COVID-19 und Kreationismus

Die unheilige Allianz der Verschwörungstheoretiker. Widerlegen Borger et al. die Drosten-PCR?

In der gegenwärtigen Pandemie nehmen die Aktivitäten von Corona-Leugnern und Impfgegnern in der öffentlichen Diskussion viel Raum ein. Nun bekommen die sogenannten "Querdenker", nicht ganz unerwartet, Schützenhilfe von Evolutionskritikern. Dafür greifen sie einen von Corman, Drosten und anderen im Januar 2020 publizierten Nachweistest auf das SARS-CoV-2 Virus an, das COVID-19 verursacht. Es handelt sich um den sogenannten Corman-Drosten-PCR.

Gerne weisen wir auf einen wichtigen Text von Andreas Beyer und die Hintergrundanalyse von Hanjörg Hemminger hin.

Der aktuelle Kommentar aus unseren Diskussionen

Zum Artikel "Und Gott schuf Darwins Welt" von Hansjörg Hemminger

Bereichert die Evolutionstheorie den Glauben?

Ist das so? Christen, die ihren Glauben durch die Evolutionstheorie bereichert wissen, leben ihren Glauben in einer größeren, weiteren und menschlicheren Wirklichkeit, sagt unser Gastautor. Christen, die sich gegen die Evolutionstheorie wenden, um ihren Glauben abzusichern, täten dies wiederum paradoxerweise unter dem Zwang von Denkweisen, die wir aus der Evolution mitbringen. Was meinen Sie? Für diese und andere Fragen und Diskussionen zum Artikel über Evolution und Schöpfung ist hier Platz.

Franz Sternbald
25.01.2021 06:42:06

virtú oder virtuell? - Empfehlung Buch-Neuerscheinung: „Ausgesetzt zur Existenz“; Franz Sternbald

 

.. Während dem Meister seines Handwerks kaum das Zertifikat seiner Qualifikation gegönnt wird, würden ihm im digital vollautomatisierten Industriebetrieb allenfalls öde Maschinenüberwachungsfunktionen zufallen. Die Entfremdung des Menschen von seinem Werk erfolgt in exponentieller Geschwindigkeit, die jede gesellschaftspolitische Reaktion überfordern und zuletzt unmöglich machen wird. Abqualifiziert und sinnentleert kann „Arbeit …

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Call for Applications

Augsburg-Munich International Doctorate Program

Rethinking Environment: The Environmental Humanities and the Ecological Transformation of Society

The University of Augsburg and the Ludwig Maximilian University of Munich invite applications for 12 Doctoral Positions in their new International Doctorate Program (IDK) funded by the Elite Network of Bavaria. Based at the Environmental Science Center WZU (Augsburg) and the Rachel Carson Center (Munich), the program offers a unique opportunity to pursue a PhD degree under the supervision of faculty from both universities: each doctoral student will be supervised by an interdisciplinary team. Participating disciplines include American Studies, Anthropology, Didactics of Geography, Economics, Environmental Ethics, Environmental Health Sciences, Environmental Humanities, Environmental Philosophy, History, Human Geography, Iberian & Latin American Studies, Science and Technology Studies, and Theology. Languages are English and German. The program is continuously supported by international guest professors, experienced practitioners, and creative artists/writers whose work focuses on environmental topics.

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Simon Marius (Mayr)

Ein kurzer Lebensabriss und seine Forschungsergebnisse

Der Gunzenhausener Mathematiker, Arzt, Astronom und Kalendermacher Simon Mayr (1573–1624), der sich Marius nannte, war markgräflicher Hofmathematiker in Ansbach. Er entdeckte gleichzeitig mit Galilei die Jupitermonde, veröffentlichte aber erst nach diesem, woraufhin ihn Galilei des Plagiats bezichtigte. Heute ist klar, dass Marius die Jupitermonde völlig unabhängig von Galilei entdeckt hat und seine Beobachtungen teilweise etwas genauer waren. Schon zu seinen Lebzeiten war unbestritten, dass er als erster Europäer den Andromedanebel beschrieben hat.

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Arnold Benz: Das Universum – Weltbild, Design, Vexierbild oder Ikone?

Vortrag im Rahmen der Buchvernissage von "Die Vermessung der Welt und die Frage nach Gott" in Bern

Der Astrophysiker Professor Dr. Drs. h.c. Arnold Benz stellt in diesem Vortrag die Diskussionen um den Begriff des Universums im Gespräch von Theologie und Naturwissenschaften vor. Diese Diskussionen sind wichtig für den Glauben, gibt das moderne Weltbild doch den Rahmen vor, in dem sich auch die Theologie einfinden muss. 

Buch zu dieser Webseite

Die Vermessung der Welt und die Frage nach Gott

Die Naturwissenschaften gewinnen immer mehr und immer detailliertere Erkenntnisse über die Welt. Doch die Frage nach Gott entzieht sich wie andere existentielle Fragen unseres Lebens den Methoden einer exakten naturwissenschaftlichen Vermessung. Dabei ist das Verhältnis von Wissenschaft und Religion nicht nur kontrovers, sondern auch sehr vielschichtig, oft überraschend. Wer weiß heute noch, dass schon im Mittelalter bekannt war, dass die Erde eine Kugel ist? Oder dass es auch eine wissenschaftliche Erklärung für Nahtoderfahrungen gibt? Welche neuen Herausforderungen entstehen durch neue Techniken wie das Genom Editing? Die Beiträge des Bandes greifen Geschichte und Gegenwart des Dialogs zwischen Theologie und Naturwissenschaften auf. Es geht darum, beides zu tun: die Welt so exakt wie möglich zu verstehen und zugleich eine Ahnung zu behalten für die Fragen, die jenseits dessen unbeantwortet sind. Der Aufsatzband nimmt Leserinnen und Leser mit hinein in den breit gefächerten Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaften.

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