Warum „intelligentes Design“ keine Naturwissenschaft ist. Eine Einführung für Nichtbiologen

Leitartikel von Hansjörg Hemminger

Die Bewegung für ein „intelligentes Design“ (ID) geht davon aus, dass Naturprozesse, wie sie die biologische Evolutionstheorie voraussetzt, keine Innovationen bzw. neue „Designs“ von Lebewesen hervorbringen können. Dafür sei eine „geistige Verursachung“ nötig, also eine über- oder außer-natürliche Intelligenz, die lenkend in die Evolution eingreift. Michael Behe, einer der wichtigsten ID-Vertreter, ist der Ansicht, dass sich ID biologisch beweisen ließe.

Sein neues Buch „Darwin devolves“ (2019) wurde von Kollegen seiner eigenen Universität (Lang & Rice 2019) so besprochen: „Indem wir Behes letztes Buch besprechen, laufen wir Gefahr, seine Ideen bekannt oder – noch schlimmer – glaubhaft zu machen. Bücher wie „Darwin devolves“ müssen dennoch offen bekämpft und widerlegt werden, sogar wenn man dabei riskiert, ihm Bekanntheit zu verschaffen... Denn Wissenschaftler haben eine moralische Verantwortung dafür, dass die zentralen Konzepte unserer Arbeitsgebiete in der Öffentlichkeit, und zu Studierenden, verständlich und genau kommuniziert werden.“ (Übers. vom Autor) Anders gesagt, Behes Kollegen betrachten ihre Auseinandersetzung mit ID nicht als Teil einer naturwissenschaftlichen Diskussion, sondern als die moralisch gebotene Abwehr einer Täuschung der Öffentlichkeit. Sie sind damit nicht allein. Die meisten Evolutionsbiologen und Wissenschaftstheoretiker befassen sich von vornherein nicht mit ID. Umgekehrt behaupten ID-Vertreter, die Wissenschaft lehne ihre Position aus ideologischen Gründen ab. Damit sagen sie, dass nicht ID, sondern die Evolutionstheorie eine Täuschung der Öffentlichkeit sei. William Dembski (1998) und Nancy Randolph Pearcey (2004) meinen wie viele andere ID-Vertreter, dass es willkürlich sei, „geistige Verursachung“ aus der Naturwissenschaft auszuschließen. Das trifft nicht zu. Der sogenannte „methodische Naturalismus“ der Naturwissenschaft ergibt sich zwingend aus der naturwissenschaftlichen Methodologie. Dazu später mehr.

Die Alternative ist klar: Entweder ist die biologische Evolutionstheorie im Kern keine Wissenschaft, sondern eine als Wissenschaft getarnte atheistische Ideologie. Oder ID ist keine Wissenschaft, sondern eine als Wissenschaft getarnte fundamentalistische Ideologie. Zwischen ID und der Evolutionstheorie, wie sie die scientific community vertritt, gibt es keine naturwissenschaftliche Zwischenposition. (Wir reden hier nicht über Naturphilosophie und Theologie.) Man muss sich entscheiden, was gute Wissenschaft ist und was nicht, so sehr das harmoniebedürftigen Zeitgenossen zuwider ist, und so gerne man es vielleicht aus theologischen Gründen anders hätte. Es gibt wenig deutschsprachige Fachliteratur dazu, aber immerhin eine Auseinandersetzung mit ID im Internet (Neukamm 2018) mit zahlreichen Literaturhinweisen. Sie bezieht sich auf einen Grundsatzartikel der kreationistischen Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ (Junker & Widenmeyer 2016), der die Position der ID-Bewegung naturwissenschaftlich zu begründen versucht. Der folgende Text ist kürzer gehalten mit der Absicht, die Kritik an ID so zu begründen, dass sie ohne naturwissenschaftliche Spezialkenntnisse verständlich wird.

Vom Kurzzeit-Kreationismus zu „intelligent design“

Die ID-Bewegung entstand nicht aufgrund von naturwissenschaftlichen Forschungen. Ihr Ziel war und ist die Durchsetzung eines protestantisch-fundamentalistischen Weltbilds. Der Ausgangspunkt war im Jahr 1968 eine Entscheidung des Supreme Court in den USA, die den damaligen Kurzzeit-Kreationismus aus staatlichen Schulen verbannte. 1987 wurde die Entscheidung in einem weiteren Fall (Louisiana) bestätigt. Evangelikale Akteure benötigten nun folglich passenden Bildungsstoff ohne direkten Bezug zum Bibelfundamentalismus. Mit „intelligent design“ meinte man, einen Gottesbeweis aus der Natur (teleologischen Gottesbeweis) lehren zu können, ohne dabei vom biblischen Gott zu sprechen. Der bereits existierende Entwurf eines kreationistischen Schulbuchs („Of Pandas and People“, erschienen 1988) wurde in diesem Sinn geändert. An über hundert Stellen wurden die Worte Schöpfer, Schöpfung, Kreationismus und Schöpfungswissenschaft schlichtweg durch „intelligentes Design“ ersetzt. Damit wollte man das Verbot des obersten Gerichts umgehen. Der Versuch scheiterte jedoch, auch ID ist zumindest formal in staatlichen Bildungseinrichtungen nicht zulässig. Dennoch wird ID im privaten Bildungswesen, das in den USA eine wichtige Rolle spielt, häufig gelehrt. Unter der Hand ist neben ID sogar der alte Kurzzeit-Kreationismus in vielen Regionen der USA auch in staatlichen Schulen präsent.

Politisch und kulturell wird ID vor allem vom 1990 gegründete Discovery Institute in Seattle propagiert, das mit der Republikanischen Partei verbunden ist. Sein wichtigster Zweig, das Center for Science and Culture, betont die zerstörerische Wirkung der Evolutionstheorie auf die Werte der Familie, der Moral und des Staats. Ein Bestseller von Jonathan Wells (2000) belegt (neben vielen anderen Quellen) von Anfang an eine enge Verbindung von ID und Rechtspopulismus in den USA. Evolutionskritik ist Teil einer Agenda, zu der die Leugnung des menschengemachten Klimawandels ebenso gehört wie die Verteidigung des privaten Waffenbesitzes, Polemik gegen den Naturschutz und gegen öffentliche Gesundheitsfürsorge, mit einem fließenden Übergang zu abwegigen Verschwörungstheorien. Wells publizierte seine Kampfschrift „Icons of Evolution“ in einem Verlag, der vor allem konservative politische Schriften verlegt, und bestritt gleich auch noch, dass AIDS durch HIV-Viren verursacht wird. Er gehört, ungeachtet seiner Nähe zu Verschwörungstheorien, zu den wichtigsten Vertretern von ID in den USA und kooperiert u.a. mit William Dembski, dessen angeblich wissenschaftliche Evolutionskritik noch behandelt werden wird. Angesichts der politischen und ideologischen Problematik dieser Bewegung ist die naturwissenschaftliche Diskussion um ID eher zweitrangig. Dennoch lohnt sich der Versuch, denjenigen Mitmenschen und Mitchristen, die von den Argumenten der Bewegung verunsichert oder beeindruckt werden, eine kritische Perspektive zugänglich zu machen.

„Intelligentes Design“ in der Naturwissenschaft

Bevor biologische Argumente ins Spiel kommen, muss eine methodologische Frage beantwortet werden: Kann eine naturwissenschaftliche Theorie eine geistige Verursachung von Naturvorgängen postulieren? Naturwissenschaft ist ein Unternehmen, das aufgrund sinnlich vermittelter Erfahrung (empirisch) Wissen über die Eigenschaften, kausalen Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der natürlichen Welt sammelt, der res naturalia. Das Ergebnis besteht einerseits in „beschreibendem Wissen“ – zum Beispiel aus dem Fossilbericht über die Vorfahren von Homo sapiens – und andererseits aus Theorien, die beschriebene Phänomene und Prozesse kausal, also ursächlich, erklären. Zum Beispiel wird die zeitliche Abfolge und der damit verbundene Wandel der vormenschlichen Fossilien damit erklärt, dass sie voneinander abstammen, und dass in ihrer Stammesgeschichte der Mechanismus von Variation und Selektion am Werk war (Evolutionstheorie). ID vermeidet es in der Regel, anders als der Kurzzeit-Kreationismus, das beschreibende Wissen der Naturwissenschaft anzugreifen. Die vormenschlichen Fossilien und ihre stammesgeschichtliche Einordnung werden im Prinzip akzeptiert. Aber ID behauptet, man könne und müsse die Entstehung zweckmäßiger und komplexer Merkmale mit intelligenter Planung erklären. Zum Beispiel sei die rund 7 Millionen Jahre (eine evolutionär relativ kurze Spanne) dauernde Evolution vom Großhirn der Vormenschen zum viel größeren und funktional komplexeren Großhirn des Homo sapiens nur durch geistige Verursachung möglich gewesen. Nun gehören ein Geist, der in die Natur eingreift, nicht zu den res naturalia und kann naturwissenschaftlich weder beschrieben noch erklärt werden - jedenfalls nicht in dieser unserer Welt. Es sind Wirklichkeiten vorstellbar, in denen geistige Entitäten oder supranaturale Wesen regelhaft und damit empirisch erforschbar wirken. In einer solchen Welt würde Magie funktionieren. Allerdings ist unsere Welt offenbar nicht von solcher Art. Daher ist das Ausklammern geistiger Ursachen in Form magischer Effekte keine willkürliche Vorentscheidung, sondern durch die Erfahrung mit der uns umgebenden Wirklichkeit gerechtfertigt. Geistige Verursachung kann daher auch nicht als ein theoretisches Konzept verstanden werden, wie zum Beispiel das physikalische Feld oder die biologische „fitness“. Denn falls es den regelhaft wirkenden Geist gäbe, wäre er zwar kein natürliches Ding, aber ontologisch gesehen ein Ding, das mit den natürlichen Dingen in einer Ursache-Wirkungs-Beziehung stehen muss. Die einzige Möglichkeit, ID empirisch zu prüfen wäre eine Beschreibung dessen, wie der Designer kausal auf die natürlichen Dinge einwirkt. Werden auf übernatürliche Weise DNA-Sequenzen verändert? Oder wird die Umwelt einer Spezies so verändert, dass die richtigen Selektionsfaktoren die Stammesgeschichte lenken? Oder ist die DNA der Lebewesen von vornherein so raffiniert konstruiert, dass die gewünschten Ergebnisse entstehen? Anders gesagt: Das, was der Designer tut, müsste in Form von Anfangs- und Randbedingungen einer Evolution beschrieben werden. Bemerkenswerterweise jedoch weigern sich ID-Proponenten strikt, überhaupt irgend eine Aussage über den Designer und die Modalitäten seines Wirkens zu machen.

Menschliche und übermenschliche Intelligenz

Blicken wir auf die einzige uns bekannte designfähige Intelligenz, die es in der Natur gibt, die menschliche. Menschen bauen zum Beispiel Kläranlagen, einschließlich künstlicher Verwirbelung und Sauerstoffeinleitung. Was dadurch im Abwasser geschieht, wird von chemischen und biologischen Theorien erklärt. Aber die Existenz und die Struktur der Kläranlage wird nicht von Chemie und Biologie erklärt. Sie ist Design, nämlich ein Produkt technischer Kultur. Warum sie so ist, wie sie ist, entzieht sich der Naturwissenschaft. (Dazu müsste man die Kulturevolution von Homo sapiens, die unter anderem zu Kläranlagen führte, komplett naturwissenschaftlich erklären können, und das ist unmöglich.) Die Naturwissenschaft kann nur deshalb erklären, wie die Kläranlage in die natürliche Abwasserklärung eingreift, weil sie weiß, welche Bedingungen von dieser Technik gesetzt bzw. verändert werden. Sie verfügt über das beschreibende Wissen, das die ID-Bewegung über ihren Designer nicht liefern kann. Denn falls es übernatürliche Interventionen in die Stammesgeschichte der Lebewesen gab: Woher wollen die ID-Vertreter wissen, wie die aussahen? Hat ihnen der geheimnisvolle Designer ein Protokoll hinterlassen? Nichts hindert die ID-Bewegung daran, auch die natürliche Klärung verschmutzten Wassers in einem Bachlauf damit zu erklären, dass die dabei beteiligten ökologischen Wechselwirkungen Design seien. Ist es nicht plausibel, dass ein derart komplexes und zweckmäßiges System intelligent konstruiert wurde? Wer will das beweisen oder widerlegen, solange die Frage, was eine planende Intelligenz dabei getan hat, nicht oder nur mit Spekulationen beantwortet wird?

Um dieser Schwierigkeit zu entgehen, behaupten ID-Vertreter, dass man intelligente Planung unabhängig von den sonstigen Eigenschaften des Planers an Merkmalen seines Produkts erkennen könne. Intelligenz hinterließe in der Natur „Design-Indizien“. Wäre das richtig, könnte man diese Indizien bei Lebewesen auffinden und auf eine intelligente Planung schließen. In Wirklichkeit ist das aber bei Lebewesen nicht möglich, sondern nur bei vom Menschen hergestellten Gegenständen, und oft auch dann nur, wenn man mehr über ihre Erzeugung weiß, als dass sie geplant erfolgte. Die Kläranlage lässt einen sicheren Rückschluss darauf zu, dass sie technischen Ursprungs ist, weil ihr alle Eigenschaften fehlen, die eine natürliche Entwicklung ermöglichen würden, also Selbstorganisation, Reproduktion und Variation über mehrere Generationen. Zusätzlich kennen wir keine Naturprozesse, die Kläranlagen hervorbringen. Die Ökologie eines Baches lässt keinen Rückschluss auf intelligente Planung zu, weil die Bestandteile des Systems Lebewesen sind, die sich entwickeln und verändern, und die dabei in hoch komplexer Weise aufeinander und auf die unbelebte Umwelt einwirken. Das Ökosystem eines Bachs ist "zweckmäßig" und komplex. Die Kläranlage ist zweckmäßig und (sind wir großzügig) ebenfalls komplex. Aber genau genommen sind diese beiden Begriffe bei einer Maschine und bei Lebewesen nicht gleichbedeutend. Der Zweck der Kläranlage ist offensichtlich von außen festgelegt, Einzelteile wie die Luftpumpe dienen diesem äußeren Zweck. Die Süßwasserökologie ist ein System, das sich selbst organisiert, reguliert und sich plastisch verändert. Jedes Lebewesen in ihm dient einem "inneren Zweck", nämlich sich durch die Interaktion mit dem Gesamtsystem zu erhalten, sich zu entwickeln und zu reproduzieren. Es ist daher üblich, im ersten Fall von Teleologie, im zweiten von Teleonomie zu sprechen.

Michael Behe und die unreduzierbare Komplexität

Wegen der Schwierigkeit, geistige Verursachung als naturwissenschaftliches Konzept zu behandeln, ist die ursprüngliche und häufigste Begründung für ID anderer Art. Sie hat die logische Form einer reductio ad absurdum. Es wird nämlich behauptet, dass der Versuch, die komplexen, sinnvollen Eigenschaften der Lebewesen (zum Beispiel ihre Süßwasserökologie) durch Naturprozesse zu erklären, zu einem absurden Ergebnis führt. Wir werden darauf zurückkommen. Aber nehmen wir einmal contra factum proprium an, der Beweis sei gelungen, dass die Evolutionstheorie die Entstehung zweckmäßiger Strukturen und Funktionen nicht erklären kann. ID würde daraus nicht folgen. Mehrere andere Möglichkeiten lägen näher, zum Beispiel der gute, alte Vitalismus des 19. und 20. Jahrhunderts, oder ein Stufenbau der Natur, wie ihn Esoteriker annehmen, in dem höhere, feinstoffliche Seinsebenen die Baumuster für niedere, materielle Ebenen enthalten. Es gibt keinen Weg, von der Lücke auf den Lückenbüßer zu schließen, solange man ein rein negatives Argument für die Lücke entwickelt. Werfen wir dennoch einen Blick auf dieses Argument.

Michael Behe stellte bereits 1996 in dem Buch „Darwins Black Box“ die Behauptung auf, dass die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung der sinnvoll konstruierten Organe und Verhaltensweisen der Lebewesen durch Mutations- und Selektionsvorgänge so gering sei, dass sie als unmöglich gelten müsse. Sein klassisches Beispiel ist die Flagelle, ein Organ, mit dessen Hilfe sich manche Bakterien in Flüssigkeit aktiv bewegen können. Die Bewegung wird von einer „molekularen Maschine“ ausgeführt, die aus rund 40 Proteinen besteht. Diese Maschine sei „unreduzierbar komplex“: „Ein unreduzierbar kompexes System kann nicht direkt... dadurch erzeugt werden, dass man am Vorgängersystem geringe, aufeinander folgende Veränderungen vornimmt, weil jedes Vorgängersystem zu einem unreduzierbar komplexen System, dem ein Teil fehlt, per Definition nicht funktioniert“ (Behe 1996:39).

Gelingt damit die reductio ad absurdum? Nein! Die Evolutionstheorie geht nicht von einem Zusammenbau eines Organs wie an einem Fließband aus, sondern von einer stufenweisen Entfaltung funktionaler Strukturen, einschließlich von Funktionswechseln. Schließlich verläuft die individuelle Entwicklung (Ontogenese) nicht anders. Ein Mensch entsteht auch nicht, indem man seine Organe eines nach dem anderen anbaut. Sie wachsen und entfalten sich aus Vorstufen, und der Mensch ist vom Embryo angefangen in jedem Stadium lebens- und funktionsfähig. Das Beispiel der Flagelle wurde von Kenneth Miller & Kollegen (s. Neukamm 2007) untersucht. Sie konnten zeigen, dass Vorstufen nicht nur denkbar, sondern sogar praktisch bekannt sind. Dabei dienen sie nicht der Bewegung der Zelle, sondern zuerst der Regulation des Stoffdurchtritts durch die Zellmembran, dann der Übertragung von Substanzen auf Wirtszellen. Solche Funktionswechsel spielen in der Evolution eine wichtige Rolle. Die evolutiven Schritte hin zu einer Flagelle sind sicherlich komplex, aber sie sind ebenso sicher nicht unabhängig, sondern jeder Schritt hängt von dem Ergebnis des voraus laufenden Schrittes ab. Drossel & Schütz (2007) haben dargelegt, dass es aus prinzipiellen Gründen unmöglich ist statistisch zu berechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Organ sich auf diesem Weg bildet. In der Evolution sind sehr wahrscheinliche und sehr unwahrscheinliche Ergebnisse gleichermaßen möglich. Fragt man nach der Wahrscheinlichkeit für die Entstehung irgendeines funktionierenden Flagellenorganells bei Bakterien, spricht viel für eine hohe Wahrscheinlichkeit. Fragt man nach der Entstehung der konkreten Struktur mit ihren Details, ist die Wahrscheinlichkeit vermutlich gering - ebenso ist die Wahrscheinlichkeit für eine jede Lottozahl-Kombination extrem klein. Dennoch gewinnt jede Woche eine solche Zahl. In Experimenten wurde nachgewiesen, dass man in relativ kurzer Zeit aus zufällig synthetisierten Proteinen durch einen Selektionsprozess ein Protein entwickeln kann, das im Stande ist, ATP (der Energieträger der Zelle) an sich zu binden (Neukamm 2007:210ff). Die Unerklärbarkeit eines solchen Proteins reduziert sich auf den Sachverhalt, dass seine evolutionäre Entstehung oft unbekannt, in anderen Fällen unsicher, und bis ins letzte Detail grundsätzlich nicht aufklärbar ist. Dass Naturwissenschaftler etwas nicht wissen, noch nicht wissen oder nicht sicher wissen, liefert aber nur ein logisch unzulässiges argumentum ad ignorantiam, also ein Scheinargument aus Nichtwissen. Der Schritt vom Nichtwissen zur Unmöglichkeit ist unlogisch, denn Nichtwissen ist kein Argument, sondern ein Zustand. Als Erklärung konkreter Phänomene leistet die Evolutionstheorie das, was man von ihr erwarten kann.

Dembskis Design-Indizien

Zurück zu den bereits erwähnten Design-Indizien bei Lebewesen, die angeblich auf eine geistige Verursachung schließen lassen. Wir wollen einen der ersten und immer noch bekanntesten Versuche näher betrachten, die Existenz solcher Indizien zu beweisen. Nach William Dembski (1998) wird die intelligente Herkunft eines Ereignisses oder Musters in der Natur dadurch belegt, dass es „kontingent, komplex und spezifiziert“ ist. Das Merkmal der Kontingenz ist dann vorhanden, wenn das Naturphänomen viele mögliche Zustände annehmen kann, so dass man ihm eine Wahrscheinlichkeit kleiner als eins zuweisen kann. Das Merkmal der Komplexität bedeutet, dass ein Ereignis oder ein Muster nicht durch das Zusammentreffen von unabhängigen Zufallsereignissen zustande kommen kann, weil das Universum dafür nicht groß und alt genug ist. Aus Gründen, die hier nicht erklärt werden müssen, ist eine Information von 498 Bit oder mehr in diesem Sinn komplex. Allerdings ist es trivial, dass Lebewesen diese beiden Eigenschaften aufweisen. Ihre Merkmale sind selbstverständlich nicht durch unabhängige Zufallsereignisse entstanden. Sie könnten auch etwas anders, manchmal sogar sehr anders sein, und würden dennoch funktionieren. Und sie entsprechen viel mehr als 498 Bit Information. Dembskis Argument steht und fällt mit der Annahme, dass sein drittes Merkmal, die Spezifizierung, nur durch ID entstehen kann. Ein spezifiziertes Ereignis oder Objekt kann mit einem anderen, von ihm unabhängigen System funktional interagieren. Beide müssen dafür Eigenschaften haben, die aufeinander abgestimmt sind [1]. Das trifft auf die Flagelle zu, die in einer Flüssigkeit (aber nirgends sonst) der Fortbewegung dient. Aber auch diese Eigenschaft gehört zu den allgemeinen Merkmalen des Lebendigen und benötigt keine intelligente Planung. Bereits Orgel & Miller (1974) definierten „spezifizierte Komplexität“ als kennzeichnend für lebender Organismen im Unterschied zu unbelebten Dingen. Jede Art von Interaktion von kontingenten und komplexen Mustern, die unter Energieaufwand zusätzliche Komplexität erzeugt, spezifiziert diese Muster. Genau das geschieht in der Evolution, aber keineswegs nur dort. Ein Baumstamm bildet, wenn er in gemäßigten Breiten wächst, mit seinen Jahresringen das wechselnde Klima seines Standorts ab. Das Ringmuster ist kontingent und komplex, denn es könnte (bei anderem Klimaverlauf und anderen Wuchsfaktoren) ganz anders sein, und es enthält weit mehr als 498 Bit Information. Es ist auch spezifiziert, denn es bildet ein Muster ab, das man unabhängig von den Baumringen anderswo messen kann, zum Beispiel in Gewässersedimenten. Solche Wechselwirkungen machen den Unterschied zwischen belebten und unbelebten Dingen aus. Was Dembski wie ein Argument für ID präsentiert, ist lediglich eine Wiederholung der Behauptung, das Leben sei so kompliziert und so zweckmäßig, dass es nicht durch Naturprozesse entstehen könne. Die Behauptung bleibt so falsch wie zuvor.

Zurück zur Kläranlage

Falls eine übernatürliche Intelligenz auf Naturprozesse einwirkt, können wir ihr Tun nicht mit den Mitteln der Naturwissenschaft aus ihnen heraus präparieren. Dass es keine intelligenten Einwirkungen gibt, können wir umgekehrt nicht durch die Analyse von Naturprozessen beweisen. Zurück zur Abwasserklärung: Stellen wir uns einen Fall vor, in dem die Klärung des Abwassers im Bach dadurch beschleunigt wird, dass aufgrund der geologischen Verhältnisse sauerstoffreiches Quellwasser in seinen Lauf stürzt, das Wasser verwirbelt und mit Sauerstoff anreichert. In einem anderen Fall wird dem belasteten Bachlauf eine gleiche Menge Sauerstoff durch eine Kläranlage zugeführt, und das Wasser wird maschinell verwirbelt. Im ersten Fall haben wir es mit einem Naturprozess zu tun, im zweiten mit gezieltem, intelligentem Einwirken. Durch eine biologische Untersuchung des Wasserzustands ober- und unterhalb der Sauerstoffzufuhr kann man feststellen, dass in den Flusslauf unter Verwirbelung Sauerstoff eingeleitet wurde. Aber es ist nicht möglich auf diese Weise festzustellen, ob das „geplant“ oder auf natürliche Weise geschah. Man muss schlicht nachschauen, was der Fall ist. Dass genau an dieser Stelle Quellwasser herabstürzt, ist a priori genau so möglich, und genau so wahrscheinlich oder unwahrscheinlich, wie dass jemand eine Kläranlage gebaut hat. Die Quelle ist ein unreduzierbar komplexer ökologischer Faktor, weil zahlreiche geologische und klimatische Sachverhalte zusammen kommen müssen, dass sie genau hier mit genau dieser Stärke Sauerstoff liefert. Das widerspricht in keiner Weise der Tatsache, dass sie durch Naturprozesse entstand.

Alle pseudowissenschaftlichen Winkelzüge helfen der ID-Bewegung nichts. Wenn sie keinen Designer und keinen geistigen Verursacher präsentieren kann, so wie ein Süßwasserökologe die Kläranlage präsentieren kann, solange sie also keinen Wirkmechanismen oder direkte Indizien von Planung aufzeigen kann, ist ID keine Naturwissenschaft. Wissenschaftlich ist der Fall damit erledigt. Aber theologisch lässt sich mehr dazu sagen. Die ID-Bewegung hat das Ziel, den biblischen Schöpfungsglauben plausibel zu machen. Genau das tut sie aber nicht, selbst dann nicht, wenn man ihrer Pseudowissenschaft glaubt – was viele Menschen mit gutem Willen tun. Ein Gott, dessen Methode des Welthandelns wir mit Hilfe der Naturwissenschaft auf die Spur kommen können, ist nicht der Gott, von dem es in der Bibel heißt, dass „der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“ (Prediger 3,11). Der große, unergründliche biblische Gott ist im protestantischen Fundamentalismus und im Rechts-Evangelikalismus nicht erwünscht. Sie wollen einen verfügbaren Gott, der politisch und moralisch eindeutig auf ihrer Seite ist. Denn nur so können sie behaupten, sie kämpften für Gott, während sie in Wahrheit für sich selbst und ihre eigene Geltung kämpfen. Oder sie kämpfen – um dieses Motiv zuzugestehen - aus Angst um ihren Glauben für dessen ideologische Absicherung. Der biblische Gott jenseits unseres Wissens und Denkens taugt allerdings nicht für christliche Ideologien. Die Beziehung des glaubenden Menschen zum göttlichen „Du“ beruht auf einer Gewissheit ganz anderer Art. Politisch lässt sich mit dem unergründlichen Gott schon gar nichts anfangen. Denn die Beziehung zu ihm beschränkt alle menschlichen Macht- und Wissensansprüche. Will man mit Sicherheit religiös recht haben, will man Macht und Geltung unter Berufung auf Gott haben, muss dieser Gott so klein sein wie die „geistige Verursachung“ oder wie der „intelligente Planer“ der ID-Bewegung. Aber sie sind klägliche Kopfgeburten verglichen mit dem Gott, „der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann.“ (1. Timotheus 6,16). Auch durch die Linse der Naturwissenschaft lässt sich dieser Gott nicht in die Karten schauen. Als glaubende Menschen können wir aber darauf vertrauen, dass das Naturgeschehen, wie alles was war, ist und sein wird, ist, in seinen allumfassenden, schöpferischen Willen eingebettet ist und aus ihm entspringt.

Hansjörg Hemminger
Publiziert im August 2019

Anmerkungen

[1] Wir sehen der Einfachheit wegen davon ab, dass Dembskis Definition von Spezifizierung nicht identisch ist mit der von Orgel & Miller, sondern logische Mängel aufweist.

Behe, Michael J. (1996). Darwins Black Box: Biochemical Challenge to Evolution. New York: Free Press.

Behe, Michael J. (2019). Darwin Devolves: The New Science About DNA that Challenges Evolution. New York: HarperOne.

Dembski, William A. (1998). The Design Inference: Eliminating Chance through Small Probabilities. Cambridge; New York: Cambridge University Press.

Drossel, Barbara & Gunther Schütz (2007). Intelligent Design – kann man Gottes Handeln wissenschaftlich fassen? Evangelium und Wissenschaft 28. 2-23.

Widenmeyer, Markus & Reinhard Junker (2016). Der Kern des Design-Arguments in der Biologie und warum die Kritiker daran scheitern. www.wort-undwissen.de/artikel/a22/a22.pdf.

Gregory I. & Amber M. Rice (2019). Evolution unscathed: Darwin Devolves argues on weak reasoning that unguided evolution is a destructive force, incapable of innovation. onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/evo.13710. doi.org/10.1111/evo.13710

Neukamm, Martin (2018). Der Kern des Design-Arguments in der Biologie. http://ag-evolutionsbiologie.net/pdf/2018/evolution-kern-des-design-arguments.pdf

Neukamm, Martin (2007). Wissenschaft und ontologischer Naturalismus – eine Kritik antievolutionistischer Argumentation. In: Kreationismus in Deutschland – Fakten und Analysen. 200ff. Herausgeber Ulrich Kutschera, Berlin: Lit.

Orgel, Leslie E. & Stanley L. Miller (1974). The Origins of Life on the Earth. New York: Prentice Hall.

Pearcey, Nancy R. (2004). Total Truth - Liberating Christianity from Its Cultural Captivity. Carol Stream: Crossway.

Wells, Jonathan (2000). Icons of Evolution: Science or Myth? Why much of What We Teach about Evolutio

Bildnachweis

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Warum „intelligentes Design“ keine Naturwissenschaft ist. Eine Einführung für Nichtbiologen

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Die Bewegung für ein „intelligentes Design“ (ID) geht davon aus, dass Naturprozesse, wie sie die biologische Evolutionstheorie voraussetzt, keine Innovationen bzw. neue „Designs“ von Lebewesen hervorbringen können. Dafür sei eine „geistige Verursachung“ nötig, also eine über- oder außernatürliche Intelligenz, die lenkend in die Evolution eingreift. Michael Behe, einer der wichtigsten ID-Vertreter, ist der Ansicht, dass sich ID biologisch beweisen ließe. Hansjörg Hemminger ist anderer Ansicht. Welcher Ansicht sind Sie?

Kommentare (5)

  • Thomas Waschke
    Thomas Waschke
    am 02.08.2019
    Ich stimme mit Herrn Hemminger darin überein, dass Intelligent Design im Rahmen der üblichen Naturwissenschaften keinen Platz findet und habe das auch schon ausführlich dargestellt:

    http://www.gwup.org/.../785-intelligent-design-eine...

    Ich finde aber, dass Herr Hemminger die Argumentationsweise der Intelligent Design-Vertreter, zumindest den Arbeiten, die mir bekannt sind, nach zu urteilen, in seinem Artikel an verschiedenen Stellen nicht korrekt darstellt. Zudem enthält seine Darstellung einige inhaltliche Fehler bzw. Interpretationen, die nicht tragen. Bei Bedarf kann ich das gerne im Detail aufzeigen.

    Ich möchte die prinzipielle Argumentationsweise der Intelligent Design-Vertreter am Kläranlagen-Beispiel (das auch nicht besser ist als das Wetter-Beispiel, das Herr Hemminger früher des öfteren verwendet hat) verdeutlichen. Herr Hemminger schreibt:

    "Durch eine biologische Untersuchung des Wasserzustands ober- und unterhalb der Sauerstoffzufuhr kann man feststellen, dass in den Flusslauf unter Verwirbelung Sauerstoff eingeleitet wurde. Aber es ist nicht möglich auf diese Weise festzustellen, ob das "geplant" oder auf natürliche Weise geschah."

    Intelligent Design würde von folgendem Fall ausgehen: Durch Untersuchung des Wassers vor und nach einer Stelle, die man nicht einsehen kann und es deshalb nicht möglich ist, zu wissen, ob dort eine Kläranlage installiert ist, findet man heraus, dass im Wasser unterhalb dieser Stelle eine Sauerstoffkonzentration messbar ist, die mit allen *bekannten* Naturgesetzen nicht ohne planerische Eingriffe möglich ist (beispielsweise, weil kein Quellwasser eine derartige Anreicherung mit Sauerstoff eintragen kann). Es ist aber bekannt, dass intentionale Akteure, beispielsweise durch Pumpen in Kläranlagen, dazu in der Lage wären.

    Im Gegensatz zu dem, was Herr Hemminger schreibt, wäre es also durchaus möglich, festzustellen, dass die Alternative "auf natürliche Weise" nicht trägt (in diesem Fall wären intentionale Akteure nicht 'natürlich' im Sinne von 'die Natur schafft das ohne planende Eingriffe').

    Die Alternative bei einem solchen Befund wäre dann, dass es bisher noch nicht bekannte natürliche Mechanismen gibt, oder aber, dass intentionale Akteure am Werk waren, die dort Sauerstoff ins Wasser eingebracht haben ('Design'). Je nachdem, wie sicher man ist, die Naturgesetzlichkeiten zu kennen, wird Design als Inference to the Best Explanation plausibler, *wenn* man Design nicht willkürlich ausschließt. Letztlich könnte die Plausibilität, dass es natürliche Ursachen gibt, so minimal sein, dass sie zumindest als plausible Erklärung ausscheidet.

    Der Unterschied zu Design in der Natur wäre natürlich, dass wir *wissen*, dass *Menschen* Kläranlagen bauen können, man müsste das Beispiel noch verfeinern, beispielsweise, indem man herausfindet, dass dort gar keine Kläranlage existiert. Dann wären tatsächlich nur übernatürliche Akteure als Alternative sinnvoll. Man muss aber einräumen, dass es bislang keine Befunde aus dem Bereich der Naturwissenschaften gibt, die einem derartigen Phänomen (die geschilderte Messung wäre in diesem Fall nicht mehr und nicht weniger als ein Wunder) entsprechen. Ironischerweise wissen wir oft zu wenig über die generativen Potenziale natürlicher Systeme, um Wunder ausschließen zu können, weil zukünftiges Wissen eine Erklärung liefern könnte.

    Das war übrigens im Lauf der Wissenschaftsgeschichte schon mehrfach der Fall. Nur ein Beispiel: Der einzige Befund, der Darwin fast dazu brachte, seinen Gradualismus aufzugeben, war die Berechnung des Alters der Erde durch Lord Kelvin. Erst nach Darwins Tod fand man, dass durch Radioaktivität Wärme nachgeliefert wird, weshalb die Berechnungen falsch waren und die Erde um Größenordnungen älter sein musste. Solche Befunde sind natürlich ein starkes Argument dafür, nicht vorschnell von einem Wunder auszugehen und auf Design zu schließen. Es könnte aber durchaus sein, dass man in bestimmten Bereichen, die sehr gut erforscht sind, Phänomene findet, die nicht ohne Design erklärbar sind. Das zu zeigen ist aber Aufgabe der Intelligent Design-Vertreter und nicht die Aufgabe von Naturalisten, zu zeigen, dass das nicht der Fall sein kann. Allerdings sollte man sich

    als Naturalist seiner Sache nicht zu sicher sein, und sich gelegentlich 'sine ira et studio' informieren, was Intelligent Design-Vertreter meinen, herausgefunden zu haben. Auch diesbezüglich enthält der Artikel von Herrn Hemminger einige Passagen, die zum inhaltlichen Verständnis nichts beitragen, sondern lediglich 'ad personam' gehen.

    Behe beispielsweise hat deutlich stärkere Argumente, als Herr Hemminger einzuräumen bereit ist, was Kritik an naturalistischen Mechanismen anbelangt. Wenn man die drei bisher erschienenen Bücher Behes als Einheit nimmt, ist dessen Argumentation viel stärker, als Kritiker einzuräumen bereit sind. Bestimmte mechanismische Auffassungen werden dadurch recht unwahrscheinlich. Wenn man beispielsweise die Kritik einiger Autoren an Behes jüngstem Buch nach dessen Lektüre mit den Repliken Behes vergleicht, wird deutlich, dass oft nicht die Sache im Vordergrund steht. Das wohl immer noch schlechtest Beispiel ist Dawkins' 'Rezension' von Behes zweitem Buch. Das am wenigsten Pejorative, was man Dawkins unterstellen kann, ist, dass man hofft, er habe das Buch nicht gelesen.

    Übernatürliche Designer, da stimme ich selbstverständlich mit Herrn Hemminger überein, sind im Rahmen der Naturwissenschaften als Erklärung prinzipiell nicht statthaft. Intelligent Design müsste deshalb auch eine alternative Wissenschaftstheorie erfinden. Das hat aber Johnson, der "Gottvater der Intelligent Design Bewegung", schon vor vielen Jahren auch so gesehen.

    BTW, wo ist das Literaturverzeichnis?
  • Prof. Dr. Andreas Beyer
    Prof. Dr. Andreas Beyer
    am 15.08.2019
    Herrn Waschkes Beitrag ist ein sehr schönes und instruktives Beispiel dafür, wie man jedwede Argumentation mit einem Gemisch aus Andeutungen, Behauptungen und diversen rhetorischen Kniffs zerreden kann. Und dass man jedwedes (didaktisches) Beispiel mit hinreichender Spitzfindigkeit und Haarspalterei zerlegen kann, das versteht sich eigentlich von selbst. Interessanterweise ist dies eine Argumentationsstrategie, die exakt in dieser Art von Kreationisten und ID-Vertretern angewendet wird. Auch Herrn Waschkes Behauptung, Behes Kritik sei "viel stärker, als Kritiker einzuräumen bereit wäre", ist inkorrekt - hier dreht Waschke nämlich geschickt die Beweislast um: In der Wissenschaft ist es üblich, Daten, Ergebnisse, Beobachtungen, Argumente wissenschaftlich zu publizieren und sie so der wissenschaftlichen Gemeinde zur Diskussion und kritischen Überprüfung zu unterbreiten. Behauptungen und kühne Thesen ohne fachliche Begutachtung im Internet und in christlichen Verlagen zu veröffentlichen, ist keine seriöse, wissenschaftliche Vorgehensweise. Wenn Herrn Behes Kritik "so stark" ist, warum schreibt er - ebenso wie alle ID-Vertreter und Kreationisten auch - kein scientific paper? Inhaltlich sollte dies - nur mit seinen kritischen Analysen und dabei ohne Bezug auf Schöpfer oder Designer - kein Problem sein. Honi soit qui mal y pense... Herrn Hemmingers Argumentation ist klar, einleuchtend und gut nachvollziehbar. BTW: Das Literaturverzeichnis erscheint, wenn man auf "Literatur" klickt...
    • Thomas Waschke
      Thomas Waschke
      vor 3 Wochen
      Ich danke Herrn Beyer zunächst für das Positive: Schön, dass ich nun das Literaturverzeichnis gefunden habe.

      Ich habe konkret an Herrn Hemmingers Kläranlagen-Beispiel gezeigt, warum diese Kritik an Intelligent Design nicht trägt und warum. Es ist zudem nicht das erste Beispiel von Herrn Hemminger, das ähnlich schwach ist. Es ist mir unverständlich, wie man so etwas als "klar, einleuchtend und gut nachvollziehbar" einschätzen kann.

      Darüber hätten wir diskutieren können. Ich habe auch angeboten, im Detail zu zeigen, was an diesem Artikel nicht gelungen bzw. sachlich nicht korrekt ist.

      Herr Beyer hat es aber vorgezogen, ad personam zu gehen und nicht inhaltlich auf meine Ausführungen einzugehen. Schade, eigentlich, es hätte eine sachliche Diskussion werden können.
  • Reinhard Junker
    Reinhard Junker
    vor 3 Wochen
    Analyse des Artikels „Warum ‚intelligentes Design‘ keine Naturwissenschaft ist“

    Der Leser erfährt nichts über die Argumentationsstruktur zum Design-Argument, wie sie die Befürworter des Design-Ansatzes („intelligentes Design“, ID) selber vertreten. Das schlägt sich schon in der Überschrift nieder oder wenn von der „Schwierigkeit, geistige Verursachung als naturwissenschaftliches Konzept“ zu vertreten, die Rede ist.

    Von den ID-Befürwortern wird aber gar nicht behauptet, dass ID Naturwissenschaft sei.

    Das ist schon deshalb nicht möglich, weil ID ausdrücklich annimmt, dass es eine geistige (d. h. kreative, willentliche, zielorientierte) Verursachung gibt. Eine solche Art der Verursachung ist kein Gegenstand von Naturwissenschaft. ID-Vertreter kritisieren daher auch nicht, dass „geistige Verursachung“ aus der _Naturwissenschaft_ ausgeschlossen wird, sondern dass sie _generell_ ausgeschlossen wird, auch in Ursprungsfragen, wo der Ausschluss eine _inhaltliche_ Vorentscheidung beinhaltet, die lautet: Ein Schöpfer hat nicht gehandelt, jedenfalls nicht erkennbar (siehe dazu http://www.wort-und-wissen.de/artikel/a19/a19.pdf; Anmerkung 3).[1]
    Mit Hilfe naturwissenschaftlicher Forschung kann man jedoch Indizien zusammentragen, die auf geistige Verursachung hindeuten. Darüber kann man konkret und sachlich diskutieren.
    Die unzutreffende Behauptung, ID selbst verstehe sich als Naturwissenschaft, zieht sich durch den ganzen Artikel, z. B. auch wenn gesagt wird: „Behes Kollegen betrachten ihre Auseinandersetzung mit ID nicht als Teil einer naturwissenschaftlichen Diskussion, …“ – Aber man kann sehr wohl über die relevanten naturwissenschaftlichen Indizien kontrovers diskutieren. Und das geschieht ja auch Und ohne Naturwissenschaft kann man auch gar nicht für Design argumentieren.

    Zum Einstieg wird Bezug auf das Buch „Darwin devolves“ des Biochemikers Michael Behe genommen. Über Inhalt und Argumentation des Buches erfährt der Leser nichts. Stattdessen werden zwei seiner Kollegen zitiert, die das Buch schlecht machen. Sie sähen sich in Pflicht einer „moralisch gebotene[n] Abwehr einer Täuschung der Öffentlichkeit“. Über ihre Argumente erfährt man allerdings auch nichts. Dem Leser wird auch nicht mitgeteilt, dass Behe in drei Beiträgen auf die Kritik seiner Kollegen geantwortet hat (https://darwindevolves.com/criticism/). Es gibt eben doch eine wissenschaftliche Diskussion; auch über naturwissenschaftliche Aspekte. Dies wird zu kaschieren versucht, indem moralisiert wird („moralisch geboten“).

    Es folgt die Alternative: „Entweder ist die biologische Evolutionstheorie im Kern keine Wissenschaft, sondern eine als Wissenschaft getarnte atheistische Ideologie. Oder ID ist keine Wissenschaft, sondern eine als Wissenschaft getarnte fundamentalistische Ideologie.“ Man kann es mit guten Gründen anders sehen: Sowohl der ID-Ansatz als auch der Ansatz der naturalistisch verstandenen Evolution sind Konkurrenten um die bessere Erklärung der vorliegenden naturwissenschaftlichen Indizien bezüglich der Entstehung biologischer Gegenstände. Beides ist Wissenschaft, beides nimmt Bezug auf die bekannten naturwissenschaftlichen Daten. Beides wird nur dann zur Ideologie, wenn der eigene Standpunkt bezüglich der Wissenschaftsfragen verabsolutiert wird.

    Zum Kläranlagen-Beispiel

    Mit dem Kläranlagen-Beispiel will Hemminger zeigen: „Falls eine übernatürliche Intelligenz auf Naturprozesse einwirkt, können wir ihr Tun nicht mit den Mitteln der Naturwissenschaft aus ihnen heraus präparieren.“ Hemminger hat vor Jahren ein vergleichbares Beispiel mit ähnlicher Argumentation verwendet; ich bin seinerzeit darauf eingegangen.[2] Von den publizierten Gegenargumenten erfährt der Leser nichts. Hemminger hat Recht damit, dass Spuren einer willentlichen bzw. geistigen Verursachung unkenntlich werden können. Die Frage ist aber, ob das immer der Fall ist. Die oben zitierte Aussage ist als eine allgemeingültige Aussage formuliert, aber trifft sie wirklich immer zu? Man kann eine allgemeingültige Aussage nicht damit beweisen, dass man Fälle verweist, wo sie zutrifft. Man müsste beweisen, dass sie immer zutrifft. Das tut Hemminger nicht; er behauptet es nur.
    Gibt es in bestimmten Fällen, vielleicht sogar in vielen Fällen, immer noch klare Spuren einer willentlichen Verursachung? Das muss eine Beweisaufnahme zeigen („Beweis“ im Sinne von „Indizien“ wie bei einem Indizienprozess, wo man von „Beweisaufnahme spricht). Solche Spuren sind nach meiner Überzeugung an den Lebewesen klar erkennbar, und es gibt andere Disziplinen, wo man genau so verfährt, dass man Spuren willentlicher Verursachung sucht und findet. Wie man dabei vorgeht, wurde eingehend von ID-Befürwortern beschrieben. Warum geht Hemminger darauf nicht ein, was sie selber vertreten?
    Hemmingers Behauptung läuft darauf hinaus, dass etwas Vergleichbares wie den perfekten Mord gibt. Ein Täter hat es geschafft, alle Spuren seiner Tat unkenntlich zu machen, oder glückliche Umstände haben dafür gesorgt. Angewendet auf Gott als Schöpfer bedeutet das, dass Gott es mindestens zugelassen hat, dass alle Spuren seines Schöpferwirkens unkenntlich geworden sind. Paulus hätte sich geirrt, als er schrieb: „Seit Erschaffung der Welt wird nämlich seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar“ (Röm 1,20, EÜ). Ohne Spuren wären sie entschuldbar.
    Erstaunlicherweise sind Wissenschaftler davon überzeugt, dass sogar Spuren längst vergangener _natürlicher_ Ereignisse noch klar auf eben diese damaligen Ereignisse hinweisen, etwa Spuren eines Meteoriteneinschlags. Es ist nicht glaubhaft, dass Spuren willentlicher Verursachung in der Schöpfung immer und vollständig verwischt sind, Spuren natürlicher Vorgänge dagegen nicht.

    Politisierung

    Hemminger koppelt den ID-Ansatz mit Positionen des politisch rechten Spektrums oder mit Einstellungen zur Verursachung des gegenwärtigen Klimawandels. Was tut das zur Sache bezüglich der Schlüssigkeit des ID-Ansatzes? Wie stark diese Kopplung in den USA gegeben ist, kann ich nicht beurteilen. Aber wie sieht das in Europa und speziell im deutschsprachigen Raum aus? Welche Rolle spielen irgendwelche politischen Überzeugungen in den Argumentationen der ID-Befürworter hierzulande? Was tut das überhaupt zur Sache des Design-Arguments? Welche Absicht verfolgt Hemminger mit dieser Kopplung?

    Theologische Aspekte

    Hemminger schreibt: „Ein Gott, dessen Methode des Welthandelns wir mit Hilfe der Naturwissenschaft auf die Spur kommen können, ist nicht der Gott, von dem es in der Bibel heißt, dass „der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. (Prediger 3,11).“ Das wird von ID-Befürwortern auch nicht behauptet, sondern, dass man – ganz im Sinne vom Römer 1,20 und vieler anderer biblischer Aussagen über Gottes Schöpfertätigkeit – Spuren seiner Schöpfertätigkeit finden kann, aber doch nicht die „Methode seines Welthandelns“! Weiter oben kritisiert Hemminger, dass ID-Befürworter keine Schöpfungsmethode aufzeigen können (was zutrifft und in der Natur der Sache liegt). Dann aber darf er nicht gleichzeitig kritisieren, man wolle Gottes Methoden auf dir Spur kommen.

    Umgekehrt scheint Hemminger sehr genau zu wissen, wie Gott die Schöpfung hervorgebracht hat, nämlich durch eine rein natürlichen Prozess: das evolutionäre Wechselspiel vom Zufallsmutation und Auslese der gerade am besten Angepassten (derer, die die meisten Nachkommen hervorbringen). Das ist sehr konkret. Weshalb kritisiert er ID-Befürworter für eine andere Sicht?

    Eine positive Aussage über Gott als Schöpfer trifft Hemminger nicht. Man weiß nach der Lektüre seines Artikels nicht, _was_ Gott überhaupt als Schöpfer tut. Man weiß nur ein paar Dinge, die er nicht tut, und dass alle Spuren seines Schöpferwirkens verwischt sind. Hemmingers Schöpfungstheologie ist rein negativ. Die Bibel sagt zu Gottes Schöpfungshandeln aber nicht nur, dass unserem Forschen Grenzen gesetzt sind (vgl. das Zitat von Pred. 3,11) und dass er „wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann“ (1. Timotheus 6,16). Was haben diese biblischen Aussagen damit zu tun, ob Spuren des Schöpferhandelns Gottes erkennbar sind? Was ist mit dem überaus zahlreichen positiven biblischen Aussagen über Gott als Schöpfer und darüber, dass Gott sich eben auch geoffenbart hat – natürlich nicht umfassend, aber doch so weit, dass ein aufrichtiger Sucher ihn finden kann, wobei viele Menschen bezeugen, dass die Spuren seines Schöpferwirkens ihnen dabei eine große Hilfe waren? Was ist daran schlecht? Was ist mit den Aussagen Jesu über die Erschaffung des ersten Menschenpaares (Mt 19,3ff.) oder die Ausführungen des Paulus über Adam und Christus? (Röm 5,12ff; 1. Kor 15,21ff.)

    Hemminger schreibt zu den theologischen (und nochmals politischen) Aspekten: „Der große, unergründliche biblische Gott ist im protestantischen Fundamentalismus und im Rechts-Evangelikalismus nicht erwünscht. Sie wollen einen verfügbaren Gott, der politisch und moralisch eindeutig auf ihrer Seite ist.“ Wie um alles in der Welt kommt Hemminger dazu, so etwas zu schreiben? Was sind seine Quellen und Belege? Auch diese Behauptungen werden in einer allgemeingültigen Form getroffen. Dann aber muss er sie belegen, und auch, dass sie allgemein zutreffen, sonst ist das üble Nachrede. Dasselbe gilt für die nachfolgenden Behauptungen: „Denn nur so können sie behaupten, sie kämpften für Gott, während sie in Wahrheit für sich selbst und ihre eigene Geltung kämpfen. Oder sie kämpfen – um dieses Motiv zuzugestehen – aus Angst um ihren Glauben für dessen ideologische Absicherung. … Politisch lässt sich mit dem unergründlichen Gott schon gar nichts anfangen. Denn die Beziehung zu ihm beschränkt alle menschlichen Macht- und Wissensansprüche. Will man mit Sicherheit religiös recht haben, will man Macht und Geltung unter Berufung auf Gott haben …“

    Ich selber habe mich verschiedentlich zu theologischen Aspekten des Design-Ansatzes geäußert. Eigentlich sollte das Herrn Hemminger bekannt sein. Seine Leser erfahren davon nichts, sondern werden mit den gerade zitierten nicht belegten Behauptungen versorgt, auf die seine Leser nur mit „Nein, danke!“ reagieren werden – auch ich!
    Zu den theologischen Aspekten, wie sie tatsächlich von ID-Befürwortern vertreten werden, siehe hier:
    - Design und Theologie: Genesisnet: https://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/e1627.php (der Text ist eine verkürzte Version des theologischen Kapitels 9 meines Buches „Spuren Gttes im der Schöpfung?
    - „Der Design-Ansatz in Biologie, Philosophie und Theologie“: Institut für Glaube und Wissenschaft, https://www.iguw.de/textsammlung/2019/design-ansatz/; dort . 12ff.

    Auf einen weiteren theologischen Aspekt möchte ich noch eingehen. Hemminger schreibt, dass von Befürwortern von ID Gott „so klein sein wie die ‚geistige Verursachung‘ oder wie der ‚intelligente Planer‘ der ID-Bewegung“ gehalten werden solle. Wieso ist das klein? Und erneut: Wie begründet Hemminger diese Behauptung? In Jer 10,12 wird über Gott gesagt: „Er aber hat die Erde erschaffen durch seine Kraft, den Erdkreis gegründet durch seine Weisheit, durch seine Einsicht den Himmel ausgespannt.“ Es gibt viele ähnlich lautende Aussagen über Gott als Schöpfer in der Heiligen Schrift. Was aber ist „Weisheit“, „Einsicht“ und „Kraft“ anderes als „geistige Verursachung? Es geht doch nur um die Frage, ob und welche Spuren des Schöpfers gefunden werden, und doch nicht darum, Gott irgendwie zu erfassen! Und ob das Bild von einem Gott groß wird, der durch blinde Naturprozesse, durch mehr als 99% schädliche Mutationen und Auslese geschaffen haben soll, größer wird, muss wohl jeder für sich entscheiden.

    Hemminger schließt damit, dass man darauf vertrauen könne, dass das Naturgeschehen, wie alles was war, ist und sein wird, ist, in seinen allumfassenden, schöpferischen Willen eingebettet ist und aus ihm entspringt.“ Das klingt gut und ich stimme zu; und es steht in keinerlei Widerspruch dazu, dass man den ID-Ansatz befürwortet und nach Design-Indizien sucht. Aber was bedeutet diese Aussage, wenn Hemminger gleichzeitig eine natürlich vollständig erklärbare Evolution vertritt? Was tut Gott als Schöpfer?

    Zu den hier nicht kommentierten Teilen wäre ebenfalls einiges zu sagen, was vielleicht an anderer Stelle erfolgen wird. Nur zum Lücken-Argument sei noch auf diesen Test verwiesen:
    „Das Design-Argument in der Biologie – ein Lückenbüßer?“ http://www.wort-und-wissen.de/artikel/a19/a19.pdf

    Anmerkungen

    [1] Der Begriff „methodischer Naturalismus“ irreführend und abzulehnen, denn „methodischer Naturalismus“ läuft letztlich auf einen ontologischen Naturalismus hinaus. Denn warum forscht man so, „als ob“ es X, Y und Z nicht gäbe bzw. irrelevant sei? Der einzig klare Grund kann nur sein: Weil man entweder glaubt, dass es X, Y und Z tatsächlich nicht gibt oder es als irrelevant für den Forschungsgegenstand betrachtet. Hier: Man forscht so, als ob es eine kreative Verursachung nicht gibt oder für den Forschungsgegenstand irrelevant sein. Dann aber ist eine Unterscheidung zwischen „methodischem“ und ontologischem Naturalismus ein Verwirrspiel. Denn die Entscheidung steht vor der Beweisaufnahme schon fest: Ein Schöpfer hat nicht gehandelt. Eine ergebnisoffene Suche und Bewertung von Indizien für oder gegen einen Schöpfer findet gar nicht statt. Das hat mit „Methode“ nichts zu tun.
    [2] „Sind Gottes Spuren in der Schöpfung verwischt? Eine Antwort auf irreführende Argumente gegen den Design-Ansatz in der Biologie“ (http://www.wort-und-wissen.de/fachgruppen/wt/designerspuren_verwischt.pdf)
  • Martin Neukamm
    Martin Neukamm
    vor 2 Tagen
    @ Reinhard Junker:

    "Mit Hilfe naturwissenschaftlicher Forschung kann man jedoch Indizien zusammentragen, die auf geistige Verursachung hindeuten. Darüber kann man konkret und sachlich diskutieren."

    Anscheinend nicht, denn tiefer schürfendere Texte werden halt gern von W+W ignoriert, sofern sie unbequem sind:

    http://www.ag-evolutionsbiologie.net/html/2018/evolution-kern-des-design-arguments.html

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