Theologie und Naturwissenschaften – sind das nicht Gegensätze?

Einführung von Andreas Losch

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Die verbreitete Auffassung, Theologie und Naturwissenschaften seien zueinander gegensätzlich wie Feuer und Wasser, ist ein Mythos. Die historische Entwicklung und Auseinandersetzung der beiden Disziplinen, auch im Falle Galileis und Darwins,  ist wesentlich vielschichtiger und daher auch spannender als diese Auffassung nahelegt.

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Wo wohnt Gott?

Leitartikel von Ulrich Beuttler

Früher, als die Welt noch endlich und viel kleiner war, hätte man gesagt: Gott wohnt im Himmel. Gott wohnt dort, wo die sichtbare Welt aufhört. Am Ende der Welt, sagte man im Mittelalter, hinter dem sichtbaren Himmel, hinter den Sphären der Planeten und Sterne, beginnt der Himmel Gottes. Dort wohnt Gott mit den Engeln, den Heiligen und Seligen. So hat es Hartmann Schedel anschaulich in seiner Weltchronik von 1493 gezeichnet. Im Laufe der Neuzeit wurde die Welt jedoch zum Universum, sie wurde größer und größer, ist heute knapp 14 Milliarden Lichtjahre ausgedehnt. Wo wohnt Gott jetzt? Man kann sagen, er wohnt im Unendlichen, man kann aber auch sagen, er wohnt überall und nirgends.

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Die Weite des Himmels

Editorial von Frank Vogelsang

Was sehen wir, wenn wir in einer klaren Nacht in den Himmel über uns schauen, nach Möglichkeit fern von Städten und künstlichem Licht? Wir sehen eine Unzahl von Sternen, die kein Ende zu nehmen scheinen, je länger wir blicken, desto mehr Leuchtpunkte sind zu erkennen. Die Weite des Raums kann eine hypnotische Wirkung entfalten, einen Sog, der den Blick nicht an einem bestimmten Punkt ruhen lässt, sondern immer tiefer in die Weiten des Universums hineinzieht.

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Hansjörg Hemminger und Andreas Beyer, Was kann Naturwissenschaft und was nicht?

Die Grundlagen naturwissenschaftlicher Erkenntnis in der Diskussion

Am 12. Februar 1809 wurde Charles Darwin geboren. Im gleichen Jahr publizierte Jean-Baptiste de Lamarck die erste echte Evolutionstheorie, in der er die Vererbung erworbener Eigenschaften postulierte (Lamarckismus). 1859 erschien das Hauptwerk Charles Darwins „On the Origin of Species…“, in dem ihm die Zusammenfassung aller damals ersichtlichen Argumente für die Abstammungslehre gelang, mithin also auch für ein langes Erdalter, eine lange Naturgeschichte der Lebenswelt, für die Verwandtschaft aller Lebewesen und ihren gemeinsamen Ursprung. Darwins kausale Erklärung der Evolution, die Theorie der natürlichen Zuchtwahl (Selektionstheorie), erläuterte die Entstehung von Zweckmäßigkeit in der Natur durch Naturprozesse. Heute beschreibt die kausale Evolutionstheorie das komplizierte Wechselspiel von Genetik, Ontogenese (individuelle Entwicklung) und Ökologie in immer besserer Auflösung. Ihr Theoriegefüge ist eingebettet in die Standardtheorien der Kosmologie, in die Geologie, in die Biochemie, in biochemische Hypothesen zum Übergang von unbelebter Materie zum Leben usw. Eine indirekte Konsequenz der modernen Evolutionstheorie ist, dass sie sich immer weiter von der Alltagserfahrung und dem Vorstellungsvermögen des Laien entfernt.

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Astrophysiker Heino Falcke: Schwarze Löcher, Universum und Schöpfung

Neues Akademiegespräch

Der internationalen Forschergruppe um den Astrophysiker Professor Heino Falcke gelang es 2019 erstmals, ein Bild eines Schwarzen Loches im Universum zu gewinnen. Dies ist ein Meilenstein in der Erforschung Schwarzer Löcher, jenen Massekörpern, die so hohe Gravitation haben, das nicht einmal Licht hindurchgeht und die u.a. Motoren für die Entstehung des Universums gewesen sein könnten. Welche Perspektiven ergeben sich daraus für die weitere Erforschung des Universums? In seiner Freizeit engagiert sich der Astrophysiker als Prädikant in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er predigt in der Kirche in Köln-Frechen, in der dieses Akademiegespräch aufgezeichnet wurde. Diese Konstellation war ein reizvoller Ausgangspunkt für ein Gespräch zwischen Theologie und Naturwissenschaften, das Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang mit ihm geführt hat. Kann man von der physikalischen Beschreibung des Universums auf die Rede von der Schöpfung der Welt durch Gott schließen? Welche Parallelen lassen sich ziehen, wo sind die fundamentalen Unterschiede? Gibt es hier Konflikte oder ergänzen sich die Zugänge? Das Gespräch versucht das schwer zu erschließende Verhältnis von Naturwissenschaft und Theologie auszuloten.

Der aktuelle Kommentar aus unseren Diskussionen

Wo wohnt Gott?

Diskussion zum Leitartikel von Ullrich Beuttler

Wo ist Gott für sie heute zu finden? Im Himmel?

Rolf Berenz
vor 2 Tagen

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Forum Naturwissenschaft Theologie

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Simon Marius (Mayr)

Ein kurzer Lebensabriss und seine Forschungsergebnisse

Der Gunzenhausener Mathematiker, Arzt, Astronom und Kalendermacher Simon Mayr (1573–1624), der sich Marius nannte, war markgräflicher Hofmathematiker in Ansbach. Er entdeckte gleichzeitig mit Galilei die Jupitermonde, veröffentlichte aber erst nach diesem, woraufhin ihn Galilei des Plagiats bezichtigte. Heute ist klar, dass Marius die Jupitermonde völlig unabhängig von Galilei entdeckt hat und seine Beobachtungen teilweise etwas genauer waren. Schon zu seinen Lebzeiten war unbestritten, dass er als erster Europäer den Andromedanebel beschrieben hat.

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Die Vermessung der Welt und die Frage nach Gott

Die Naturwissenschaften gewinnen immer mehr und immer detailliertere Erkenntnisse über die Welt. Doch die Frage nach Gott entzieht sich wie andere existentielle Fragen unseres Lebens den Methoden einer exakten naturwissenschaftlichen Vermessung. Dabei ist das Verhältnis von Wissenschaft und Religion nicht nur kontrovers, sondern auch sehr vielschichtig, oft überraschend. Wer weiß heute noch, dass schon im Mittelalter bekannt war, dass die Erde eine Kugel ist? Oder dass es auch eine wissenschaftliche Erklärung für Nahtoderfahrungen gibt? Welche neuen Herausforderungen entstehen durch neue Techniken wie das Genom Editing? Die Beiträge des Bandes greifen Geschichte und Gegenwart des Dialogs zwischen Theologie und Naturwissenschaften auf. Es geht darum, beides zu tun: die Welt so exakt wie möglich zu verstehen und zugleich eine Ahnung zu behalten für die Fragen, die jenseits dessen unbeantwortet sind. Der Aufsatzband nimmt Leserinnen und Leser mit hinein in den breit gefächerten Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaften.

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