
Werner Heisenberg zugeschrieben
Der erste Schluck aus dem Becher der Naturwissenschaften macht atheistisch, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott.
Das Zitat wird gerne Werner Heisenberg zugeschrieben, es stammt aber ursprünglich wohl nicht von ihm, auch wenn er es benutzt haben könnte. In seinem Umfeld war es seinem Schüler Carl Friedrich von Weizsäcker bekannt.
Die Idee ist natürlich interessant. Die Naturwissenschaft erklärt vieles, doch wirft die intensivere Beschäftigung mit ihr nicht wieder neue Fragen auf, die unbeantwortet bleiben? Werfen diese Grenzfragen uns zurück auf Gott? So kann ich das Zitat verstehen.
Von Weizsäcker deutet das Zitat so, dass es heute keinen Weg zurück zu einem naiven Glauben mehr gibt, aber einen Weg des Denkens, der vorwärts zu religiösen Wahrheiten führt – und den es zu suchen gilt. Damit meint er zum Beispiel, Götter als innere Mächte der menschlichen Seele zu verstehen. Spannend!
(Kommentar von Andreas Losch)
"Nach einem alten Satz trennt uns der erste Schluck aus dem Becher der Erkenntnis von Gott, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott auf den, der ihn sucht."
Quelle: Carl Friedrich v. Weizsäcker: "Die Geschichte der Natur. Zwölf Vorlesungen", Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen: 1948, S. 124

