Theologie und Naturwissenschaften – sind das nicht Gegensätze?

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Die verbreitete Auffassung, Theologie und Naturwissenschaften seien zueinander gegensätzlich wie Feuer und Wasser, ist ein Mythos. Die historische Entwicklung und Auseinandersetzung der beiden Disziplinen, auch im Falle Galileis und Darwins,  ist wesentlich vielschichtiger und daher auch spannender als diese Auffassung nahelegt.

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Newtons Truhe: Gott, die Gravitation und das Gefüge der Welt

Leitartikel von Suzann-Viola Renninger

An dem Tag, an dem ich als Teenager das Gravitationsgesetz von Isaac Newton kennenlernte, begann ich an der Vernünftigkeit der Wissenschaft zu zweifeln. Schien doch die Gravitationskraft in den Religions-, nicht jedoch den Physikunterricht zu gehören. Tatsächlich hatte der Glauben an den einen und allmächtigen Gott Newton zur Idee dieser Kraft und zu der Gewissheit geführt, dass die Welt von wenigen, universellen Grundgesetzen bestimmt wird. Der Erfolg dieser Gesetze, die er 1687 in der «Philosophiae Naturalis Principia Mathematica» vorstellte, spornte seine Nachfolger an, auch in den anderen Gebieten der damaligen Natur- und auch Moralphilosophie nach allgemeinen Prinzipien zu suchen. Eine Fokussierung, die neben Erfolgen auch Nachteile mit sich brachte, da sie die Entwicklung eigenständiger und nicht an der Newtonschen Physik orientierter Erklärungsstrategien bis heute behindert. Ich meine daher, es sei lohnenswert darüber nachzudenken, inwieweit der Glaube an Gott, von dem die Wissenschaften seit der Aufklärung sich vermeintlich befreit haben, weiterhin in der Suche nach Einheit und Ordnung wirkt und die Entwicklung der modernen Wissenschaften bestimmt.

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Der aktuelle Kommentar aus unseren Diskussionen

Zum Artikel "Gibt es wissenschaftliche Indizien für ein Leben nach dem Tod?"

Zur Diskussion um den Film "Hereafter - das Leben danach"

Weynerowski
16.10.2019 10:16:24
Bin christlich geprägte säkulare Buddhistin, las gerade im daily-dharma von tricycle.org über eine Konferenz buddhistischer Hospiz-Betreuung am Ende des Lebens. Es wird beklagt, daß die wissenschaftlich orientierte materialistische Medizin den Kampf gegen den Tod zu lange führt, und nicht rechtzeitig akzeptiert, das das Ende naht, und daß nun ganz anderes wichtig ist: Die letzte Gelegenheit zum liebevollen Austausch, zum Vergeben und sich Aussöhnen, um in innerem Frieden sterben zu können.
Diese "ars moriendi, die die …

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Auszug aus der Presseschau

Erstellt von fv | | Aufklärung

Eiine gute Losung für schwierige Zeiten!

Ein Artikel in der FAZ, der die Mitte wahrt zwischen Teilnahmelosigkeit und Panik in der Diskussion um die Veränderung des Klimas. - fv

Bevorstehende Veranstaltungen

Transformation der Menschheit? Die schöne neue Welt des Transhumanismus

Die schöne neue Welt des Transhumanismus

War es lange Zeit der Science-Fiction-Literatur vorbehalten, kühne Zukunftsvisionen der Menschheit zu entwerfen, so scheint die Realisierung solcher Entwürfe aufgrund des enormen Fortschritts in greifbare Nähe zu rücken. Mit dem sogenannten Transhumanismus wird dadurch eine intellektuelle Bewegung beflügelt, die eine Radikalisierung der Interaktion von Mensch und Technik anstrebt. Letztlich soll auch die Natur des Menschen selbst durch Anwendung von und Verschmelzung mit Technik transformiert werden, bis schließlich – so extreme Vertreter – die menschliche Gattung durch posthumane Intelligenzen ersetzt wird. In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Philosophie München Referenten: Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ (Philosoph) JProf. Dr. Benedikt Paul Göcke (Religionsphilosoph) Prof. Dr. Johannes Hoff (Theologie) Prof. Dr. Hans-Dieter Mutschler (Philosoph) Prof. Dr. Stefan Sorgner (Transhumanist)

Anfang:
am 04.10.2019 um 14:00
Ende:
am 06.10.2019 um 13:00
Veranstaltungsort:
Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim
Kosten:
0,00 €
PLZ:
70599
Veranstalter Adresse:
Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim
Paracelsusstraße 91
70599 Stuttgart

Neuerscheinung

Die Vermessung der Welt und die Frage nach Gott

Die Naturwissenschaften gewinnen immer mehr und immer detailliertere Erkenntnisse über die Welt. Doch die Frage nach Gott entzieht sich wie andere existentielle Fragen unseres Lebens den Methoden einer exakten naturwissenschaftlichen Vermessung. Dabei ist das Verhältnis von Wissenschaft und Religion nicht nur kontrovers, sondern auch sehr vielschichtig, oft überraschend. Wer weiß heute noch, dass schon im Mittelalter bekannt war, dass die Erde eine Kugel ist? Oder dass es auch eine wissenschaftliche Erklärung für Nahtoderfahrungen gibt? Welche neuen Herausforderungen entstehen durch neue Techniken wie das Genom Editing? Die Beiträge des Bandes greifen Geschichte und Gegenwart des Dialogs zwischen Theologie und Naturwissenschaften auf. Es geht darum, beides zu tun: die Welt so exakt wie möglich zu verstehen und zugleich eine Ahnung zu behalten für die Fragen, die jenseits dessen unbeantwortet sind. Der Aufsatzband nimmt Leserinnen und Leser mit hinein in den breit gefächerten Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaften.

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