Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Wissenschaftstheorie | Kreationismus

Es hat keinen Sinn, die Grenze zu verwischen - wissenrockt.de

Die "Arbeitsgemeinschaft Evolution in Biologie, Kultur und Gesellschaft" kritisiert hier eine vom Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) verbreitete Empfehlung des Kreationisten Reinhard Junker (siehe unten). Die "Akzeptanz schöpfungstheoretischer Interpretationen" als Alternative zur Evolutionstheorie verwische die Grenze zwischen Glaube und Wissenschaft. Man habe nichts gegen die Behandlung offener Fragen, aber dies müsse wissenschaftlich geschehen. Im Vergleich wäre ja auch niemandem damit gedient, "würde etwa die Bachblütentherapie der modernen Medizin als taugliche Alternative gegenübergestellt". Eine "schöpfungstheoretische Scheinalternative" sei "intellektuell unzumutbar und widerspricht unseres Ermessens dem öffentlichen Bildungsauftrag" - hhp

Erstellt von fv | | Deutsch | Anthropologie | Soziobiologie

Edward O. Wilson: Die soziale Eroberung der Welt: Zuerst die Ameisen und dann die ganze Welt - faz.net

Helmut Mayer bespricht ein neues Buch des Soziobiologen Edward O. Wilson: "Die soziale Eroberung der Erde. Eine biologische Geschichte des Menschen". Mayer weist nach, dass Wilson ohne Zweifel im Laufe seines Forscherlebens eine große Kompetenz in der Beschreibung von eusozialen biologischem Verhalten erlangt hat. Sein Spezialgebiet ist die Beschreibung von Ameisenpopulationen und deren Fortpflanzung. Der entscheidende Punkt aber ist der, dass Wilson in dem Buch nicht eigentlich auf das Verhalten von Ameisen zielt, sondern darauf, menschliches Verhalten zu erklären. Hier bietet er die Unterscheidung von "guten" Merkmalen, die aus einer so genannten Gruppenselektion stammen sollen und "schlechten" Merkmalen, die aus der Individualselektion stammen sollen. Hierauf richtet sich Mayers kluge Kritik, die darauf hinausläuft, dass das Methodenarsenal, das hilft, Ameisenpopulationen zu beschreiben, wissenschaftlich fragwürdig wird, wenn man es unbesehen auf Menschen übertragen will - fv

Erstellt von al | | Deutsch | Religionspsychologie | Anthropologie

Was wir von der Religion lernen können - ZEIT ONLINE

»Religionen sind zu nützlich, wirksam und intelligent, als dass man sie den Religiösen allein überlassen sollte«, lautet das Credo des Buches »Religion for Atheists«. Schützenhilfe erhält es von der Wissenschaft, denn auch Anthropologen und Psychologen haben mittlerweile eine ganze Menge Gründe zutage gefördert, die das scheinbar so irrationale religiöse Denken in einem sehr rationalen Licht erscheinen lassen. Der Religionspsychologe Ara Norenzayan liefert eine Antwort aus anthropologischer Sicht: Ein religiöses System schweiße seine Jünger zu einer Glaubensgemeinschaft zusammen, die häufig erfolgreicher sei als andere Gruppen. Ist es das, was Religion ausmacht? Oder werden hier nur die positiven Folgen von Religion ausgeschlachtet? Und was ist mit ihren negativen Seiten? Der Artikel eröffnet eine spannende Debatte. - al

Erstellt von al | | Deutsch | Bioethik | PID

Pränataldiagnostik: Mutters Blut, Babys Gene - ZEIT Nr. 6 S.33f

Die einst nur nebulöse Vision der Pränatalmediziner, den Eltern ein gesundes Kind garantieren zu können, nimmt allmählich Gestalt an. Die Frühdiagnostik kann bereits die Zahl von schwer kranken, behinderten oder tot geborenen Kindern vermindern – um den Preis vermehrter Abtreibungen. Auch die letzte Eskalationsstufe ist bereits erkennbar: Eine ausgedehnte Gendiagnostik noch bevor ein künstlich befruchtetes Ei überhaupt in den Uterus implantiert wird. Für die Dekodierung des Genoms reichen inzwischen die Erbmoleküle einer einzigen Zelle aus. Auf eine Vielzahl von heiklen Fragen fehlen jedoch Antworten, so der Artikel sehr zu recht: Wofür und in welchem Umfang sollten die neuen Testverfahren eigentlich genutzt werden? Sein weises Fazit: Achtung, genetische Defekte hat jeder Mensch. - al

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Darwin | Atheismus | Wissenschaftsgeschichte

Besser als der Darwinismus - Ein Blick auf Charles Darwin als Theologen -- HerderKorrespondenz 67, 2013, 33-37

Der interdisziplinär ausgewiesene Religionswissenschaftler Michael Blume stellt in dieser Zusammenfassung seines neuen Buches ("Evolution und Gottesfrage") einen weitgehend unbekannten Blick auf Charles Darwin als Theologen vor und räumt dabei mit einige Vorurteilen auf. So habe Darwin weder Sinn und Fortschritt in der Evolution ausgeschlossen noch die Eigenständigkeit von Kultur und Geist bestritten. Der Monotheismus sei eine "Spitzenentwicklung" und wissenschaftliche Theologie evolutionär notwendig. Blume verkennt freilich nicht, dass Darwin zunehmend zum Agnostiker wurde. Der Glaubenszweifel gründe jedoch nicht in der Wissenschaft, sondern primär in der Theodizeefrage, die für Darwin sehr existenziell war. Noch in seinem letzten Lebensjahr zeige Darwins Begeisterung für den evolutionären Theismus des Philosophen William Graham sein Ringen um die letzten Fragen des Daseins - hhp

Erstellt von al | | Deutsch | Physik

Opera-Experiment: Als Einstein wackelte - ZEIT ONLINE

Vor einem Jahr schien das Opera-Experiment die Physik zu revolutionieren, als man dachte, einige Neutrinos seien schneller als das Licht. Doch man war nur über ein Kabel gestolpert. Eine Nachlese der Geschichte mit einem Ortsbesuch von Robert Gast. - al