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Bundesgerichtshof-Urteil: Konservative wollen Gen-Selektion von Embryonen verbieten -SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

Wie der Titel offen legt, nimmt der Spiegelbeitrag "Konservative" aufs Korn, die sich gegen die PID aussprechen. Dagegen stellt der Artikel die "Erfolgs"liste der PID-Befürworter, u.a. die britische Selektion von Trägern eines Gens, das die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs erhöht, sowie die Heilung eines spanischen Kindes durch den PID-selektierten Bruder. Dagegen wiederum argumentiert Uwe-Jürgen Ness auf seiner Homepage: "Eine Bewusstseinsbildung in dem Sinne, dass ein Mensch mit Behinderungen oder mit einer potentiell genetisch verursachten Krankheit, wie etwa Krebs, besser gar nicht zur Welt gekommen wäre, läuft einer humanen Gesellschaft zuwider." Ness ist ehem. Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Gen- und Reproduktionstechnologien bei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN jetzt bei der LINKEN. Merke: Nicht nur die Konservativen sind gegen PID! - hhp

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Retorten-Embryonen: Prüfung am Beginn des Lebens - ZEIT Nr. 28 S. 31-32

Ein Berliner Gynäkologe hat Präzedenzfälle geschaffen und bei erblich vorbelasteten Paaren Gentests an Embryonen vorgenommen (PID). Anschließend pflanzte er den Frauen nur jene Embryonen ein, die keinen Erbdefekt aufwiesen. Ein solcher Gencheck war nach Auffassung der meisten Juristen und Ärzte in Deutschland verboten, wurde aber jetzt vom BGH erlaubt. Die künstliche Befruchtung braucht zwar neue Regeln, für ausreichende Rechtssicherheit hat das Urteil allerdings keinesfalls gesorgt. So sprechen die Richter von »schwerwiegenden genetischen Schäden«, die mit PID ausgeschlossen werden dürften. Aber welche Krankheiten betrifft das? Die bestehende Unsicherheit in einer so zentralen Angelegenheit wie dem Beginn des Lebens ist inakzeptabel, so der Artikel von M. Spiewak. Er schlägt vor, den Ärztekammern könnten Kommissionen aus Medizinern, Patienten und Experten helfen. Aber spielt bei einer solchen Frage die jeweilige religiöse Orientierung und damit die Theologie etwa keine Rolle? - al

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Urteil zur Präimplantationsdiagnostik - Der Embryo als Produkt

Der bekannte Buchautor, Journalist und Mediziner Werner Bartens sieht das Urteil des BGH, die Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Feststellung schwerer genetischer Schäden zuzulassen, in mehrfacher Hinsicht kritisch. So werde zum einen der Machbarkeitswahn, gesundes Leben jederzeit planen zu können, verstärkt. Zudem sei es schwierig, die Schwere eines genetischen Schadens und den tatsächlichen Krankheitsverlauf einzuschätzen (z. B. Mukoviszidose). Schließlich erhöhe sich der Rechtfertigungsdruck von Eltern behinderter Kinder, deren "Krankheit" nicht mehr Folge des Schicksals, sondern Folge unterlassener Diagnostik ist - hhp

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Bundesgerichtshof zur PID: Moralische Fragen sollten politisch entschieden werden - ZEIT ONLINE

Der BGH sprach den Arzt frei, der Eltern durch Gendiagnostik zu gesunden Kindern verhalf. Eine gesellschaftliche Debatte wäre angemessener gewesen. Ein Kommentar

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Die Präimplantationsdiagnostik zur Entdeckung schwerer genetischer Schäden des extrakorporal erzeugten Embryos ist nicht strafbar - Der Bundesgerichtshof

Die Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs (BGH) stellt klar: Die Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Entdeckung schwerer genetischer Schäden ist nicht strafbar. Die PID laufe dem Schutz von Embryonen vor Missbräuchen nicht zuwider und sei geeignet, die Gefahren späterer Abtreibungen zu vermindern. Der Gesetzgeber hätte die PID wohl nicht verboten, wenn diese beim Erlass des Embryonenschutzgesetzes schon verfügbar gewesen wäre. Dort sei auch die Auswahl von Samenzellen im Falle einer geschlechtsgebundenen schweren Erbkrankheit erlaubt worden. Abschließend wird noch einmal die Einschränkung der PID auf "schwerwiegende genetische Schäden" hervorgehoben. Der genaue Wortlaut des Urteils liegt bis jetzt (Stand 22.07.10) noch nicht vor, wird aber ebd. erscheinen - hhp

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Gericht: Embryonen-Gentests sind nicht strafbar - evangelisch.de

Evangelisch.de beleuchtet eher die problematischen Seiten dieses Urteils. So wird darauf verweisen, dass bereits der Vorsitzende Richter betonte, mit dem Urteil seien schwere ethische Fragen verbunden. Es bleibe dem Gesetzgeber überlassen, ob er PID verbieten und damit strafbar machen wolle. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung warnte, wenn PID grundsätzlich zugelassen werde, gehe es nur noch um "Selektionen, was ist lebenswert und was ist nicht mehr lebenswert". Die EKD bedauerte die Entscheidung des Bundesgerichtshofes, weil PID auf Verbrauch und Vernichtung menschlicher Embryonen beruhe. Die Würde auch des frühen menschlichen Lebens verbiete es jedoch, dass es "bloß als Material und Mittel zu anderen Zwecken genutzt und erst recht gar nur erzeugt wird". Ähnlich äußerte sich die katholische Deutsche Bischofskonferenz. - al

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Wir wissen nichts - SPIEGEL 26/2010

Dass wer die DNA-Sequenz kenne, auch jeden Aspekt des Lebens kenne, sei ein Unfug, die dieselben Genetiker verbreitet haben, die auch die Angst vor der Kommerzialisierung schürten; so Craig Venter im Spiegel-Interview. Die künstliche Zelle werde es zwar erlauben, Fragen zu beantworten, die bisher völlig unzugänglich waren, doch das hieße eben nicht Gott zu spielen. Diese Interpretation findet Venter zum Glück eher beängstigend. Es handele sich dabei nicht um göttliche, sondern um wissenschaftliche Macht. Dass dies aber in unserer Gesellschaft nicht verstanden werde, das sei ein wirkliches Problem. Da hat er wohl recht. Wenn er aber schließt, für ihn gelte entweder Glaube oder Wissenschaft, beides zusammen gehe nicht, dann kann man das wohlwollend als Reflex auf diesen schlecht reflektierten Glauben verstehen, wie er in der Öffentlichkeit gepflegt und medial dargestellt wird; es bleibt aber ein gewisses Unbehagen angesichts von Venters strotzender Selbstsicherheit. - al