Presseschau - englischsprachige Artikel

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Richard Dawkins Award | Dawkins | Englisch | Neuer Atheismus

Richard Dawkins Introduces Eugenie Scott - friendly atheist

Der Channel "Friendly Atheist" berichtet über die Verleihung des Richard Dawkins Preises an Eugenie Scott, indem er - anders als manch andere Berichterstattung - besonders auf die in der Laudatio von Dawkins ausdrücklich erwähnten Unterschiede zu Scott hinweist. Die Unterschiede lägen in Scotts Respekt vor der Religion, auch wenn Scott selbst nicht gläubig sei. Immerhin habe Dawkins eingeräumt, dass es strategische Gründe für eine solche Haltung gebe. Jedenfalls sei die Erwähnung der Unterschiede ein "leichter Schlenker in einer ansonsten vollmundigen Lobesrede" - hhp

| Englisch | Wissenschaftstheorie

Science isn't mystical (but it's still cool) - Guardian

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The trouble with atheists: a defence of faith - Guardian

Die eigentlich schlechte Nachricht für den christlichen Autor Francis Spufford sind nicht die argumentativen Einwände der neuen Atheisten. "Die wirklich schmerzhafte Nachricht ist, dass wir peinlich sind" und Inhalte kindischer Krippenspiele ernsthaft verbreiten ohne zu merken, dass die Kindheit vorbei ist - "mit Fingern in beiden Ohren, um den Klang der wirklichen Welt abzuhalten". Im Selbstverständnis Gläubiger jedoch sei der Glaube radikal realistisch. Spufford vergleicht dies mit der Sicht der Realität, wie sie auf den Atheisten-Bussen zum Ausdruck kommt: "Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Mach dir also keine Sorge und genieße das Leben". Anstößig findet Spufford dabei primär die Reduzierung des Lebens auf Genuss. Gegen eine derart eingeschränkte Realitätssicht hält Spufford die gläubige Weltsicht, welche Realismus und Hoffnung gleichzeitig Raum gibt. Als Begründung setzt er dabei weniger auf Argumente als - für meinen Geschmack etwas zu viel - auf die Realität der Gefühle - hhp

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The Selfish Gene by Richard Dawkins – book review - Guardian

Der Verfasser wendet sich gegen die brüske Kritik, das "egoistische Gen" sei eine außer Kontrolle geratene Metapher. Dawkins Metapher sei dagegen klug gewählt, kontrolliert, und Gott sei Dank trage die Jubiläumsausgabe nach 30 Jahren noch denselben Titel. Dawkins‘ Brillanz liege in dem Aufweis, wie Gene ihren "Überlebensmaschinen" so viel Vorteile verschaffen, dass sie der nächsten Generation weitergegeben werden können. Individuelles Leben ist in dieser Sicht nicht mehr als ein "Satzzeichen im blinden, automatischen Verlangen der DNA nach Ewigkeit". Solche Formulierungen zeigten wohl einen unbarmherzigen Zug in Dawkins' Argumentationsstil. Gelegentliche Zugeständnisse seien nur Schein, denn er habe bereits alle möglichen Einwände durchdacht und mache sie fröhlich und mit scheinbar müheloser Logik zunichte, und so feuere dieses Buch auch die Eröffnungssalven des späteren totalen, intellektuellen Sturmangriffs auf die Religion - hhp

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Dawkins vs. Pell - Q&A; ABC TV

Die transskribierte Debatte zwischen Richard Dawkins und George Kardinal Pell, Erzbischof von Sydney, ist ein Lehrstück für typische Kontroversen zwischen naturwissenschaftlich ausgreifendem Atheismus und religiöser Weltanschauung - inklusive zahlreicher (gewollter?) Missverständnisse. So beantwortet Pell die Frage, warum ("why") der Mensch existiert, final i.S.v. "wozu ist der Mensch da?", während Dawkins finale Zweckaussagen grundsätzlich für sinnlos hält und kausal mit den naturwissenschaftlichen Entstehungsbedingungen für den Menschen antwortet. Und die Entstehung der Welt aus dem Nichts wird naturwissenschaftlich nur plausibel, wenn ein anderes "nichts" angenommen wird als das philosophisch-theologische absolute Nichts: "Er lässt Gott fallen und frisiert das Nichts hoch", kontert Pell zu Recht. Blasser bleiben Pells Aussagen zur Hominisation und Dawkins' Frage, woher die Erbsünde komme, wenn Adam und Eva nie existiert hätten, bleibt unbeantwortet - hhp

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Sind die meisten Wissenschaftler gegenüber Religion zu unkritisch? - wissenrockt.de

Der vorliegende Artikel weist auf einen Huffington-Post-Beitrag hin, in dem der Astronom Victor Stenger Wissenschaftler ermutigt, den Konflikt mit Religion nicht zu scheuen. Nur wenn der Einfluss der Religion in der Welt verringert werde, könne Zukunft gelingen. Auslöser für diesen Appell war u.a. eine evangelikale Erklärung zur globalen Erwärmung, die aus Bibel und göttlicher Vorsehung eine Überlebensgarantie abzuleiten glaubt. In der Tat ein fatales Missverständnis biblischer Aussagen! Schade nur, dass Stenger evangelikalen Fundamentalismus mit Religion insgesamt gleichsetzt und sich im Huffington-Original zu Aussagen versteigt wie: "Wissenschaft ist der Wahrheit verpflichtet, Religion dem Unsinn" - hhp