Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Sterbehilfe | Deutsch

Carine, 43, lässt sich töten - ZEIT Nr. 43

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ereignete sich 2005 in Belgien eine Weltpremiere: Ärzte ließen eine Patientin auf deren Wunsch hin sterben, sofort danach entnahmen ihr andere Mediziner Organe. Die sind ja Mangelware. In Deutschland kommen die vorsichtig dosierten Informationen der belgischen Ärzte erst im Frühjahr 2011 an. Dabei rührt das, was mit Carine geschah, an grundlegende Fragen der Medizinethik. In Deutschland würde einem Arzt, der einen Patienten tötete, Gefängnis drohen. Der Fall wird ausführlich geschildert, auch kritische Stimmen kommen dabei zu Wort. Heiligt ein guter Zweck fast jedes Mittel? - al

Erstellt von al | | Philosophie | Physik | Deutsch

Können gute Wissenschaftler religiös sein? - zeit.de

Gott hat in der Naturwissenschaft keinen Platz - dennoch sind viele Forscher gläubig. Kann das gut gehen, fragt die ZEIT. Darüber diskutieren ein Physiker (Gerhard Börner) und ein Philosoph (Bernulf Kanitschneider). Der Physiker meint: ob man alles, was ist, auf physikalische Größen und Prozesse reduzieren will oder den Sinn im Wirken des Schöpfers, der die Welt im Innersten zusammenhält, sieht, bleibt Glaubenssache. Der Philosoph dagegen meint, ein konsequenter Wissenschaftler kann nur gläubig sein, wenn er den dogmatischen Gehalt des Theismus - anders als die Kirche - als Bild oder Gleichnis betrachtet. Bleibt zu sagen, dass des Philosophen Bild der Theologie nicht unbedingt adäquat ist. - al

Erstellt von hhp | | Soziobiologie | Englisch

Can evolutionary theorists ever make sense of religion? - Guardian

Mark Vernon bezweifelt mit einem neuen Buch von Robert Bellah, dass Evolutionstheoretiker Religion angemessen beschreiben, solange sie diese in der vorherrschenden Sicht als Abfallprodukt verstehen. Religion mag in dieser Sicht einmal Anpassungsvorteile gehabt haben, letztlich sei sie aber ein kognitiver Fehler. Laut Bellah, einem "ehrwürdigen" Religionssoziologen, ist diese Geschichte wenig überzeugend, weil sie in einem fundamentalen Fehler auf der Oberfläche satzhafter Glaubensaussagen bleibe. Religion mit rituellen Einsichten und symbolischen Repräsentationen sei aber fundamentaler, theoretisch-theologische Reflexion demgegenüber Zweitwirklichkeit. Einer analytischen Philosophie, die auf der Ebene entkörperlichter Satzwahrheiten verbleibt, werde der tiefe Sinn von Religion, wie Soziologen à la Bellah ihn beobachten und Glaubensgemeinschaften ihn leben, nicht offenbar - hhp