Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Anthropologie | Bioethik | Wissenschaftsgeschichte

Monströs vereinfacht

Die Erschaffung Frankensteins gilt als monströses Unterfangen und abschreckendes Beispiel. Tatsächlich ist "Frankenstein" der Name des Schöpfers und nicht seines mythsichen Geschöpfes. Der Artikel rekapituliert Rezeption und Entstehungsgeschichte der Romanvorlage im naturgeschichtlichen Zusammenhang und aktualisiert die Fragestellung anhand der Notwendigkeit moderner Technikfolgenabschätzung. Mit Bruno Latour resümiert der Artikel, um unsere Technologie müssten wir uns kümmern wie um unsere Kinder: einsehen, dass sie nicht perfekt sein können, dass sie immer wieder Probleme machen werden - und dass wir sie dabei begleiten müssen. Alles andere wäre eben "monströs vereinfacht". - al

Erstellt von fv | | Evolution | Deutsch | Epigenetik

Konterrevolution der Darwinisten?

Eine Grundlagendiskussion in der Evolutionsbiologie? Seit etlichen Jahren ist die Epigenetik das Forschungsfeld viele Forschungsprojekte. Das ist nicht neu. Neu ist allerdings, dass manche Studien darauf zielen, die bisherigen Grundlagen der Evolutionsbiologie zumindestens zu erweitern. Neben die grundlegenden Mechanismen von Mutation und Selektion treten dann auch epigenetisch Einflüsse. Der Streit geht schlicht um die Frage, in welchem Umfang Umwelteinflüsse Auswirkungen auf vererbte Eigenschaften haben. Die Tatsache, dass es Einflüsse gibt, ist heute unstrittig, die Frage aber ist, wie weit diese gehen. Der angehängte Artikel führt einige Positionen an, die nahe legen, dass der Einfluss der Epigenetik weit größer ist als bislang gedacht. Es gibt aber auch kritische Stimmen. Diese beschränken die Wirkung der Umwelteinflüsse auf wenige Generationen. In diesem Fall bliebe die klassische Evolutionsbiologie unberührt, denn die interessiert sich nicht für kurzfristige Schwankungen, sondern für langfristige Trends. Eine entscheidende Frage ist, ob epigenetische Einflüsse auch Veränderungen im Genom bewirken können und nicht nur Veränderung der Regulationen in der Zelle! - fv

Erstellt von hhp | | Evolution | Englisch | Crispr | Darwin

From Fins Into Hands: Scientists Discover a Deep Evolutionary Link - The New York Times

Nach dem Motto "Was Darwin noch nicht wissen konnte" berichtet der Wissenschaftsjournalist Carl Zimmer von modernem Gene-Editing, durch das ferne Verwandtschaften durch anatomische Ähnlichkeiten aufgedeckt werden können. So habe sich Darwin zwar über den ähnlichen Aufbau von Menschenhand, Maulwurfsextremität, Delfinflosse, Fledermausflügel etc. wundern und auf gemeinsame Vorfahren schließen können, die evolutive Verwandtschaft von Menschenhand und Fischflosse jedoch konnte erst kürzlich durch Gentechnik (Crispr) belegt werden. So wurde herausgefunden, dass Fingerknochen und Flossenstrahlen auf der Ebene der Ursprungszellen Äquivalenzen aufweisen und die Entwicklung von Flossen und Gliedmaßen denselben Regeln folgt. Über die Erhellung stammesgeschichtlicher Verwandtschaftsbeziehungen hinaus versprechen sich die Forscher auch Einblicke in den Übergang unserer Vorfahren vom Wasser zum Land. - hhp