Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Kreationismus | Evolution | Dawkins

F.A.Z.-Sachbücher der Woche: Was sich da alles gegenseitig züchtet! - Bücher der Woche - Feuilleton - FAZ.NET

Der Artikel bescheinigt Richard Dawkins' neuem Buch 'Die Schöpfungslüge' "etwas mehr Gelassenheit" als seinem missionarischen 'Gotteswahn'. Der Titel ist zwar genauso bissig, stamme aber nicht von Dawkins, sondern vom deutschen Verlag. Anders als seinerzeitige Pauschalverurteilungen sei nun die Frontstellung prägnanter: der kreationistische Schöpfungsbegriff, der von wiederholtem direkten Eingreifen Gottes ausgehe. Bei seinem Hauptanliegen, der überzeugenden Darbietung der Evolution, gehe Dawkins methodisch von menschlichen Züchtungen aus, um sie auf die natürliche Selektion zu übertragen. Erwähnt wird nicht, dass dieser Schluss sehr gewagt ist: Die scheinbar so plausible Extrapolation überspielt, dass es nicht nur um quantitative Veränderungen geht (wie vom Wolf zum Hund), sondern um qualitative Bauplanänderungen (vom Fisch zum Menschen). Evolutionsgegner werden sich sofort auf den Unterschied zwischen Mikro- (Hundeevolution) und Makroevolution (vom Fisch zum Menschen) stürzen - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Atheismus

Kann ein Atheist ein moralischer Mensch sein? - Scienceblogs

Aus vermutlich christlicher Perspektive wehrt sich Christian Reinboth gegen die Unterstellung, Atheisten und Agnostiker seien unmoralisch. Er untermauert dies mit einem ausführlichen Zitat von Hans Küng, aus dem hervorgeht, dass nichtreligiöse Menschen "manchmal sogar besser als bestimmte Gläubige" das Leben bestehen können. Der kurze Beitrag hat eine lange Liste von Kommentaren hervorgerufen (der Autor wundert sich auf Twitter selbst darüber), was zeigt, dass das Thema aktuell ist und auf Echo stößt. Auch bei nichtreligiösen Kommentatoren fanden die Äußerungen des gegenseitigen Respekts Anklang, führten aber auch zu Fragen wie: Warum dann überhaupt glauben? - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Bioethik | PID

PID: Sollen die Embryonen zum Massenscreening? FAZ.NET

Um mittelfristige Wirkungen der Präimplantationsdiagnostik (PID) abschätzen zu können, blickt der Artikel auf Erfahrungen in den USA, wo PID schon länger angewandt wird. Dort bereite man sich inzwischen auf eine "kollektive Testung" vor. Am Beispiel der Erbkrankheit Mukoviszidose hatte Mitte des Jahres der Direktor eines der weltweit erfahrensten Reproduktionsinstituts in Chicago vorgerechnet, dass sich der flächendeckende Einsatz der PID "schon in wenigen Jahren finanziell lohnen würde". Das kosteneffiziente Szenario setze allerdings voraus, dass man belasteten Paaren keine Entscheidungsfreiheit mehr zugestehe. Den sozialen Folgen stellt der Beitrag noch medizinische Folgen zur Seite. So gäbe es Anlass, neurologische Risiken für nach PID Geborene zu erforschen. Insgesamt plädiert die Autorin für eine intensive Folgenabschätzung, bevor PID Verbreitung finde - hhp