Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Schöpfung | Komplexität | Evolution

Konkurrenz für Gott - Spiegel

Die synthetische Biologie macht es möglich: in Laboren entstehen künstliche Gene. Wer weiß, eines Tages auch künstliches Leben? Für die Biologen erfüllte sich damit ein alter Traum. Bekommt Gott vom Menschen Konkurrenz? Was der Artikel nicht erwähnt: Im angelsächsischen Bereich gibt es bereits auch in der Theologie Ansätze, den Menschen als "geschaffenen Mit-Schöpfer" zu sehen. Wo er Recht hat: Es bleibt die Angst, dass der Mensch in seiner Hybris Dämonen weckt, die er nicht mehr zu zähmen vermag. - al

Erstellt von hhp | | Linkproblem | Deutsch | Evolutionismus | Intelligent Design | Kreationismus

Kreationismus auf dem Vormarsch - Tageszeitung junge Welt

Christoph Lammers malt mit kulturkämpferisch grellen Farben das Schreckgespenst des religiösen Fundamentalismus. Selbstverständlich wird eine moderne Schöpfungstheologie mit in denselben Topf geworfen. Und so ist für ihn der "Kreationismus, gemein der Schöpfungsglaube, als derzeit stärkster Widerpart zur wissenschaftlich fundierten Evolutionsbiologie". Der Autor sieht "die Gefahr, daß wir in ein neues Zeitalter der Gegenaufklärung eintreten". Für die komplementäre Gefahr, dass nämlich die enorme Ausweitung des Erklärungsanspruchs der Evolutionstheorie, auch ideologische Züge annehmen kann (siehe Dawkins), ist Lammers Artikel das beste Beispiel. Die Evolutionstheorie wird hier zu einem weltanschaulichen Naturalismus und der Schöpfergott zu einer "irrationalen Ideologie". Abgesehen von diesen ideologischen Entgleisungen beschreibt Lammers differenziert Ausprägungen und Entwicklungen des Kreationismus in den USA aber auch ausführlich in Deutschland - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Gottesbild | Dawkins | Neuer Atheismus

Die Idee von Gott als Kulturleistung - Spektrum der Wissenschaft

Spektrum der Wissenschaft bespricht Daniel Dennetts "Den Bann brechen. Religion als natürliches Phänomen". Der Rezensent, Physiker Michael Springer, stellt es als Eigenart des Buches heraus, dass es "keine antireligiöse Streitschrift" à la Dawkins oder Hitchens sei, sondern den Dialog suche. Jeder, auch der religiöse Leser könne seine Argumente nachvollziehen, da er wie ein evolutionär kundiger vergleichender Religionswissenschaftler arbeite. Auf diese Weise kommt die positive soziale Funktion von Religion in den Blick. D'accord, aber was bleibt übrig? Dem Rezensenten zufolge bleibt bei Dennett nur noch ein Glauben übrig, für den es "kein vernünftiges Argument mehr" gibt. Gut dass dies keine "keine antireligiöse Streitschrift" und auch für religiöse Menschen nachvollziehbar ist - hhp