Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

| Deutsch | Intelligent Design | Kreationismus | Evolution

Deutsche Biologen sprechen international mit einer Stimme für Darwins Evolutionstheorie - idw

Der Informationsdienst Wissenschaft (idw) berichtet von der engen Kooperation des Deutschen Nationalkomitee (DNK) der Biologen mit dem Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) und deren gemeinsame und einmütige Zurückweisung antidarwinistischer Strömungen. Leider wirft der Artikel des idw Kreationismus und Intelligent Design undifferenziert in einen Topf.

Erstellt von hhp | | Deutsch | Wissenschaftstheorie | Evolution | Intelligent Design | Darwin

Gestalten ohne Gestalter - Charles Darwin und die Evolution - sueddeutsche.de

Der Artikel rückt dem Kernargument der Intelligent-Design-Protagonisten zu Leibe: der "irreduziblen Komplexität". Das Argument geht davon aus, dass komplexe Organe nur als Ganzheit funktionieren und damit nur als Ganzheit einen Selektionsvorteil haben können ("Was nützt ein halbes Auge"). Ein Auge könne also nicht über lange Zeiträume in kleinen Schritten entstanden sein, wie die Evolutionstheorie annimmt. Demgegenüber macht der Artikel an den Beispielen Auge, Flügel und Bakterienflagelle (Klassiker der ID-Argumentation) plausibel, dass es funktionsfähige, und damit vorteilhafte Zwischenstufen geben kann. Der Schluss von einem momentanen Unwissen auf eine grundsätzliche Unerklärbarkeit (die dann den Eingriff eines intelligenten Designers erforderlich macht) ist eben ein Fehlschluss, wie die genannten Beispiele empirisch unterfüttern - hhp

| Soziobiologie | Deutsch | Schöpfung | Neuer Atheismus | Schmidt-Salomon | Darwin

"Die Kirche hat Darwin nie akzeptiert" - Tagesspiegel

Neo-Atheist Schmidt-Salomon legt es darauf an, die Unvereinbarkeit von Evolutionstheorie und Schöpfungsglauben zu demonstrieren. So akzeptiere die Kirche nicht, "dass die höheren geistigen Funktionen, das, was die Kirche Seele nennt, eben auch evolutionär entstanden ist". FALSCH! Die höheren geistigen Funktionen sind nicht mit dem theologischen Seelenverständnis identisch. Die theologische Kategorie einer besonderen Erschaffung im Sinne eines besonderen Gewolltseins (Ratzinger) ist keine naturwissenschaftliche Kategorie und kann dazu nicht im Widerspruch stehen. Auch die Aussage, Religion führe "zu einer deutlichen Abgrenzung gegenüber den Menschen außerhalb der Gruppe", überzeugt nicht, steht sie doch in krassem Gegensatz zu einer jesuanischen Ethik der Feindesliebe und der Aufnahme Ausgegrenzter. Dass es faktisch Ausgrenzungen gibt, ist unbestritten. Nur: den faktischen Missbrauch als das Wesen der Religion auszugeben, ist ein Fehlschluss.