Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Anthropologie | Theologie | Philosophie | Schöpfung | Gottesbild | Deutsch

Angemessener über Gott sprechen - Herder Korrespondenz

Klaus Müller, Professor für Philosophische Grundfragen der Theologie, empfiehlt der Theologie, der "panentheistischen Wende" und ihren "prozessphilosophischen Motiven" zu folgen, wenn sie "die Herausforderung durch das alle moderne Naturwissenschaft leitende Paradigma der Evolution ernst nehmen" will. Der PanENtheismus (die Welt ist in Gott, Gott aber mehr als die Welt) überbiete einerseits einen Pantheismus, der Gott und Welt gleich setze, andererseits einen klassischen Theismus, der die Gott-Welt-Differenz betone. Dadurch wäre Gott als Schöpfer, ja auch als Person angemessener zur Sprache zu bringen: "Sofern der Mensch sich selbst in seiner Personalität als staunenswert gewahrt, begegnet ihm im Staunenswerten der Welt etwas ... Konnaturales, das ihn ermutigt, eben jener Weltdimension Personalität zuzuschreiben". Bei aller Zustimmung könnte man an Müller die Frage richten, ob der "schultheologische Monotheismus", der laut Müller "knietief in der Krise" steckt, nicht bereits den geforderten Panentheismus in Ansätzen enthält - implizit (Karl Rahner, Jürgen Moltmann) oder explizit (Hans Kessler, Prozessphilosophie inklusive). Dass die Theologie diese Ansätze ausformulieren sollte, um "für die ontologischen Verpflichtungen, die sie mit ihrer Gottrede eingeht, auch intellektuell aufzukommen", wäre freilich im interdisziplinären Dialog mit den Naturwissenschaften eine plausible Forderung und ein vielversprechendes Forschungsprogramm. Und nach der Forschung käme dann die Vermittlung ... - hhp

Erstellt von hhp | | Dawkins | Englisch | Benedikt XVI. | Evolutionismus | Gottesbild | Kreationismus | Neuer Atheismus | Schöpfung

Did Darwin Kill God? Conor Cunningham and Benedict XVI Answer - patheos

Vor wenigen Tagen wies "Science meets Faith" auf ein Februar-Interview mit dem Theologen und Philosophen Conor Cunningham hin, in dem dieser mit Papst Benedikt sowohl gegen Ultra-Darwinismus als auch gegen den Kreationismus argumentiert. Gegenüber Missverständnissen stellt er das christliche Verständnis von Schöpfung dar, indem er Benedikt zitiert: "Schöpfung ist nicht nach dem Muster des Handwerkers zu denken, der allerlei Gegenstände macht, sondern in der Weise, in der das Denken schöpferisch ist." Wenn allgemeine Schöpfung nicht als handwerkliches Hantieren in der Welt zu verstehen sei, wie verhalte es sich dann aber mit der dubiosen Auffassung einer "besonderen Erschaffung" des Menschen? Auch hier gelte mit Benedikt: "Wenn Schöpfung Seinsabhängigkeit bedeutet, so ist besondere Schöpfung nichts anderes als besondere Seinsabhängigkeit. Die Behauptung, der Mensch sei in einer spezifischeren, direkteren Weise von Gott geschaffen als die Naturdinge, bedeutet ... einfach dies, dass der Mensch in einer spezifischen Weise von Gott gewollt ist: nicht bloß als ein Wesen, das 'da ist', sondern als ein Wesen, das ihn kennt; nicht nur als Gebilde, das er gedacht hat, sondern als Existenz, die ihn wieder denken kann, ... das Wesen, das in Ewigkeit zu Gott Du sagen soll." Cunningham verdeutlicht die Gedanken des ehemaligen Papstes mit den Analogien eines Gemäldes und des Fußballspielens. - hhp

Erstellt von hhp | | Anthropologie | Aufklärung | Deutsch | Gottesbild | Philosophie | Religionspsychologie | Theologie

Das ganz große Ganze - Zeit online

Der systematische Theologe F. W. Graf stellt die Religionstheorie des Philosophen Volker Gerhardts als Fortschreibung "rationaler Theologie" vor. Nach Gerhardts widersprechen sich Vernunft und Glaube keineswegs, vielmehr sei der Glaube sinnvoll und für das Humanum notwendig. Im Zentrum steht dabei das Festhalten am "Sinn über das Gegebene hinaus", ein Sinnganzes, das jedes ernsthafte Denken und Handeln voraussetzen müsse, und für den "Zusammenhang zwischen Wissen und der autonomen Lebensführung" stehe. Nicht weniger umstritten dürfte Gerhardts Verteidigung der Persönlichkeit Gottes sein, auch wenn klar sei, dass Gott nicht in der Art "irgendeines objektivierbaren Gegenstandes" gedacht werden könne. Ein solches Gegenüber diene auch "humaner Selbstbegrenzung" gerade in einer Zeit "religiös codierte[r] Selbstentgrenzungsfantasien". - hhp