Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Michael Ruse: Darwinism and the Problem of Evil - Huffington Post

Der bekannte Wissenschaftsphilosoph Michael Ruse verteidigt die bekennenden Christen Karl Giberson und Francis Collins gegen die aufgeregte Kritik der neuen Atheisten, die Evolution und Glaube als unvereinbar hinstellen. Zwar sieht Ruse in der Zufälligkeit des Evolutionsprozesses eine unüberwindbare Schwierigkeit für den Glauben an einen göttlichen Plan. Andererseits sieht er aber nicht, dass die Evolutionstheorie das Theodizeeproblem (Wie kann der allgütige und allmächtige Gott die Übel zulassen?) verschärfe. Denn: Das moralische Übel werde i.a. auf den freien Willen zurückgeführt; der wiederum werde durch die Biologie untermauert. Es bleibt das physische Übel (z. B. Erdbeben). Hier spiele paradoxerweise Dawkins den Christen einen Trumpf in die Hände. Denn wenn Gott durch natürliche Gesetze geschaffen hat, und der einzige naturgesetzliche Weg zu lebendigen Wesen über die natürliche Selektion mit ihren schmerzhaften Mechanismen laufe, dann sind Übel in der Schöpfung unausweichlich - hhp

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Science, belief and the question of proof - ABC Religion & Ethics - Opinion

Alister McGrath, ehemaliger Atheist, jetzt Theologe und bekannter Kritiker Richard Dawkins', hinterfragt die Beweiskraft der modernen Wissenschaft, die von militanten Atheisten wie Dawkins gern gegen den Glauben und dessen vermeintlich "totale Abwesenheit unterstützender Evidenzen" ins Feld geführt wird. Wie stark sind denn demgegenüber die "wissenschaftlichen Beweise"? Streng genommen könne man von Beweisen nur in der Logik und Mathematik sprechen. Sicher gebe es Sachverhalte, die bewiesen sind, wie die Formel für Wasser etc. Aber auf die großen wissenschaftlichen Fragen wie die nach dem Ursprung des Universums oder einer Großen vereinigten Theorie mag es gute, aber keine letzten Antworten geben. So gibt es bei der Entscheidung für ein Universum oder Multiversum durchaus keine zwingende Evidenz, und Hawking mag an seine Theorie glauben, aber das sei "Lichtjahre von dem simplistischen Slogan 'Wissenschaft hat Gott widerlegt' entfernt". Darwin war da wissenschaftstheoretisch weiter - hhp

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A Humanist's Reflections on Evolutionary Biology - History News Network (HNN)

Im 2. Artikel des HNN zum "Affenprozess" von 1925 antwortet der Geisteswissenschaftler Hamner seinem naturwissenschaftlichen Kollegen Reznick. Dessen historische Analyse, v.a. die Gleichsetzung des heutigen Klimas mit dem von 1925, sei zwar nicht komplex genug, gern engagiere sich Hamner aber als Geisteswissenschaftler in der Kontroverse Wissenschaft und Religion. Er empfiehlt folgendes Vorgehen: 1. Saubere Unterscheidung zwischen Wissenschaft und Szientismus, der vorschnell in Metaphysik abgleite (z. B. der Neue Atheismus von Dawkins oder Hitchens). 2. Darwin und andere Wissenschaftler sind unideologisch darzustellen, damit ihre Ideen ernst genommen werden. 3. Die Spaltung von religiös und säkular ist zu bedenken. 4. Die Lektüre der heiligen Schriften ist sorgfältig zu betreiben, nicht unter den Tisch zu kehren. Wenn man die Unterschiede zwischen Bibel, Koran und "Ursprung der Arten" verstanden hat, beginnen sich die Haupt-Stopersteine auf dem Weg der Versöhnung aufzulösen - hhp