Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Soziobiologie | Evolution | Anthropologie

Evolution: Spie ein Vulkan die Götter aus? - DiePresse.com

Es ist trendy, Religion evolutionstheoretisch neu zu entdecken. So auch bei einer neuen These, die das Rätsel angeht, dass der moderne Mensch den Neandertaler verdrängt hat. Danach ließ ein Vulkanausbruch vor 73 tsd. Jahren den Überlebensvorteil von Religion zutage treten: Gläubige haben eine kooperative Innen-, aber eine aggressive Außenmoral - was dem Neandertaler zum Verhängnis wurde. Zu Recht hält der Autor des Artikels die These für reichlich spekulativ, zumal auch der Neandertaler religiös gewesen sein mag - hhp

Erstellt von hhp | | Englisch | Anthropologie | Evolution | Soziobiologie

Boom! Hok! A Monkey Language Is Deciphered - New York Times

Eine Forschergruppe um Klaus Zuberbühler, Schottland, hat die Sprache der Campbell-Meerkatze entschlüsselt. Sie besteht aus 6 Arten von Rufen mit je eigener Bedeutung. Sie können die Rufe aber auch zu einer Botschaft ganz eigener Bedeutung kombinieren. Damit besitzen sie eine primitive Form von Syntax, die bisher als ausschließlich menschliche Fähigkeit klassifiziert wurde. Zusätzlich kann die Bedeutung durch Suffixe variiert werden. Das Lautsystem sei - so die Forscher - "das komplexeste Beispiel von 'Proto-Syntax' in tierischer Kommunikation, das bisher bekann ist". - hhp

Erstellt von hhp | | Englisch | Wissenschaftstheorie | Evolution | Soziobiologie | Ardipithecus

Did Monogamy Begin 4.4 Million Years Ago? - Psychology today

Der Psychologe Christopher Ryan, Mitautor einer Publikation über die prähistorischen Wurzeln heutiger Sexualität, kritisiert die soziobiologischen Folgerungen, die Owen Lovejoy aus der Anatomie des Hominidenfundes Ardipithecus ramidus ableitet: dass bereits unsere Urahnen durch Liebe und Paarbindung verbunden waren. Ryan wundert sich, wie eine derart fehlerhafte und inkohärente Analyse Eingang in ein peer-reviewed und weltweit hoch angesehenes Journal wie "Science" finden kann. So sei der Schluss von reduziertem Wettbewerb zwischen den Männchen auf Monogamie nicht zwingend. Das Gegenteil zeigten die heutigen Schimpansen und Bonobos. Vier weitere Fakten zur Unterstützung der Monogamie-Hypothese (Verhältnis von Hoden zum Gesamtkörper; Samenproduktion; Penismorphologie; Extrapolation von heute) werden von Ryan entkräftet. Auch Lovejoys Schluss von reduzierten Reißzähnen auf Monogamie werde von den rezenten monogamen Gibbons widerlegt - hhp