Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Anthropologie | Bioethik | Deutsch | Tierethik

Primaten - Selber Affe - Süddeutsche.de

Der Artikel beschreibt den Versuch von Steven Wise u. a., Schimpansen nicht mehr als Sachen, sondern "als 'nichtmenschliche Personen' mit gewissen Rechten" zu betrachten. Ihr Ziel sind dabei nicht Menschenrechte für Menschenaffen, sondern ein Verbot ihrer Gefangenschaft. Sollte ihr Antrag auf 'Haftprüfung' für die Schimpansen zu einem Gerichtsverfahren führen, "wäre der Affe bereits als Person anerkannt". Mehrere Gerichte lehnten bislang ab, ein weiteres hält die Entscheidung bis voraussichtlich Juni offen, was bereits euphorisch als Etappensieg gefeiert wurde. Die Tierrechtler argumentieren mit der Ähnlichkeit: Die Gehirne erlauben Kognition, Zeichensprache, Kommunikation, mathematische Fähigkeiten, Handlungsplanung, Werkzeugentwicklung, Kultur, gar eine "frühe Form des religiösen Erlebens". Gegner befürchten einen Dammbruch, der sich auf weitere Tierarten bis hin zu Haustieren auswirken könnte. In der Tat haben die derzeitigen juristischen Verhandlungen für das "Great Ape Project" eine Türöffnerfunktion. - hhp

Erstellt von hhp | | Soziobiologie | Tierethik | Umweltverantwortung | Englisch

An Orang learns to fisch - The New Yorker

Der Artikel weist auf die außergewöhnlichen mentalen Leistungen von Orang-Utans hin: Vom Versuch, Feuer zu entfachen bis zum systematischen Fischfang entdeckten Forscher die Fähigkeit zum Werkzeuggebrauch, zum Problemlösen und zum kulturellen Lernen. Letzteres korrigiere das traditionelle Bild des Orangs als Einzelgänger. Zwar seien die Gemeinschaften weit verstreut, doch einander bestens bekannt. Zudem fungierten jugendliche Streuner als "Fackelträger der Orang-Utan-Kultur". Bedroht würden die Orangs durch Wilderer, noch mehr aber durch die mutwillige Zerstörung ihrer Lebensräume. Die Tatsache von Empfindungsfähigkeit und Ich-Bewusstseins, die Fähigkeit ihres Verstandes und kulturellen Lernens, ihre manuelle Geschicklichkeit und eine "Intelligenz, die unserer unbestreitbar ähnlich ist", mache den bisherigen Umgang mit ihnen zu einer noch größeren Abscheulichkeit. "Orang-Utan" heiße ursprünglich so viel wie "Waldmensch". Der Artikel appelliert: "Vielleicht ist es an der Zeit, wieder den Menschen im Affen zu erkennen". - hhp

Erstellt von al | | Tierethik | Deutsch

Was passsiert da im Labor? - ZEIT

Die Wissenschaft arbeitet inzwischen seltener mit Affen, Hunden und Katzen, doch braucht sie immer mehr Ratten und Mäuse, auch wenn der Einsatz von Versuchtstieren für die Entwicklung von Kosmetika verboten worden ist. Die Ursache für den Trend hin zur Maus ist die Gentechnik. Die Mäuse dienen zielgerichtet als Defektträger. In der Öffentlichkeit genießen aber die immer weniger eingesetzten Tiere die wesentlich höhere Sympathie. - al