Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Interview with Eugenie Scott during The MSF/DWB Charity Event 2012 - youtube

In diesem Interview entfaltet die Preisträgerin des diesjährigen Richard-Dawkins-Awards, Eugenie Scott, ausführlich ihre Stellung zur Religion, die sie so deutlich von Dawkins unterscheidet. Auch wenn sie selbst sich von Religion nicht angesprochen fühle, so erkenne sie doch an, dass die meisten anderen Menschen sich davon angesprochen fühlten. Unbestreitbar sei Religion ein extrem wichtiger und universeller Kulturfaktor mit Selektionsvorteilen, was nicht einfach abgetan werden könne. Sie habe sich durch ihre Arbeit am NCSE mehr mit Religion beschäftigt als so mancher andere Wissenschaftler, habe großen Respekt vor vielen religiösen Praktikern, die sie als sehr gebildete Menschen kennengelernt habe. Anders als für Richard Dawkins sei es auch nicht ihr Ziel, die Anzahl der Nichtgläubigen zu erhöhen. Dass dies nur ein Ausschnitt und Teilaspekt des Interviews war, sollte freilich nicht unerwähnt bleiben - ein Teilaspekt allerdings, der in unserem Zusammenhang von Wichtigkeit ist. - hhp

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2012 Richard Dawkins Award goes to Eugenie Scott - Guardian

Der Richard Dawkins Award 2012 geht an Eugenie Scott, Direktorin des National Center for Science Education (NCSE). Der Preis sei Scott zuerkannt worden, wegen ihres "unermüdlichen Einsatzes für die naturwissenschaftliche Bildung". Richard Dawkins, Namensgeber des Preises und bekennender Atheist, bemerkte in seiner Laudatio: "Eugenie Scott gehört zu meinen allerliebsten Bekannten, auch wenn wir unsere zivilisierten Meinungsverschiedenheiten haben". Dass diese Meinungsverschiedenheiten in der unterschiedlichen Stellung zur Religion liegen, lässt der Artikel unerwähnt. Er blickt lieber auf den Konflikt zwischen Dawkins und Gould über die Mechanismen der Evolution. Denn Scott scherzte in ihrer Dankesrede: "Ich besitze nun Auszeichnungen sowohl im Namen von Stephen Jay Gould als auch von Richard Dawkins", und dies zeige, "dass ich mit jedermann auskomme". Allerdings könne sie sich nicht vorstellen, je einen "Ken Ham award" überreicht zu bekommen. Ken Ham ist Kurzzeitkreationist - hhp

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The trouble with atheists: a defence of faith - Guardian

Die eigentlich schlechte Nachricht für den christlichen Autor Francis Spufford sind nicht die argumentativen Einwände der neuen Atheisten. "Die wirklich schmerzhafte Nachricht ist, dass wir peinlich sind" und Inhalte kindischer Krippenspiele ernsthaft verbreiten ohne zu merken, dass die Kindheit vorbei ist - "mit Fingern in beiden Ohren, um den Klang der wirklichen Welt abzuhalten". Im Selbstverständnis Gläubiger jedoch sei der Glaube radikal realistisch. Spufford vergleicht dies mit der Sicht der Realität, wie sie auf den Atheisten-Bussen zum Ausdruck kommt: "Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Mach dir also keine Sorge und genieße das Leben". Anstößig findet Spufford dabei primär die Reduzierung des Lebens auf Genuss. Gegen eine derart eingeschränkte Realitätssicht hält Spufford die gläubige Weltsicht, welche Realismus und Hoffnung gleichzeitig Raum gibt. Als Begründung setzt er dabei weniger auf Argumente als - für meinen Geschmack etwas zu viel - auf die Realität der Gefühle - hhp