Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Hirnforschung | Nahtod-Erfahrung | Deutsch

Nahtod - was passiert im Körper? - W wie Wissen

Die Seite informiert über die gleichnamige Fernsehsendung und zitiert u. a. den Hirnforscher Christian Hoppe, der beispielsweise außerkörperliche Erlebnisse bei Nahtoderfahrungen für unwahrscheinlich hält. Geistig-seelische Vermögen sind für Hoppe an das Gehirn als notwendiger Voraussetzung gebunden. Diese Annahme ist allerdings für Hoppe - gut wissenschaftlich - grundsätzlich falsifizierbar: "Exakt in der Phase, wo das Gehirn nicht in der Lage ist, Bewusstsein zu tragen, sollten keine Erlebnisse möglich sein." Sollten solche Erlebnisse dennoch nachgewiesen werden können, "hätte man die Leitidee der modernen Hirnforschung in diesem Moment widerlegt". Genau daran wird gearbeitet - hhp

Erstellt von hhp | | Nahtod-Erfahrung | Anthropologie | Deutsch

"LSD hat mich offener gemacht" - NewScientist

Der Psychiater und Neurologe Oliver Sacks (Autor von "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte") wendet sich mit seinem neuen Buch "Hallucinations" gegen Missverständnisse und gegen die soziale Stigmatisierung von Sinnestäuschungen, die oft als Verrücktheit abgetan würden. Sacks ist froh darüber, eigene Erfahrung mit halluzinogenen Drogen gemacht zu haben: "Sie haben mir gezeigt, wozu unser Gehirn fähig ist". An die Realität solcher Erscheinungen zu glauben findet Sacks besorgniserregend und bezieht dies unmittelbar auf die kürzlich veröffentlichte Nahtoderfahrung Eben Alexanders (s. u.), der davon überzeugt sei, den Himmel erlebt zu haben (s. Alexanders Buch "Proof of Heaven"). Dagegen betont Sacks, "dass Halluzinationen nichts beweisen, schon gar nicht die Existenz eines Himmels" - hhp

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Sam Harris' critique of Eben Alexander - Metaphysical Speculations

Bernardo Kastrup kommentiert die Sam-Harris-Kritik an der Deutung der Nahtoderfahrung von Eben Alexander (s. u.). Die Kritik beruhe letztlich auf einem alten materialistischen Einwand gegen Nahtoderfahrungen: Es könne nicht nachgewiesen werden, dass tatsächlich sämtliche Hirnfunktionen ausgeschaltet waren, und es sei denkbar, dass die Restfunktionen derartige Träume zusammenfabulierten. Die Frage sei aber die, wie ein beschädigtes Gehirn in der Lage sein soll, einen derart komplexen, kohärenten und scharfen Trip zum "Himmel" zu konstruieren. Kastrup vergleicht dies mit einem Auto, das normal fährt, obwohl alles bis auf die Zündkerzen defekt ist. Die Daten seien eine Herausforderung für neurowissenschaftliche Standarderklärungen, die man mit wissenschaftlichem Skeptizismus erst nehmen sollte, statt sie mit abartigen Spekulationen abzutun. In diesem Sinne nun wird Harris als unwissenschaftlich und populistisch manipulativ hingestellt - hhp