Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Denisova child | Deutsch | Evolution | Anthropologie

Der Alien von Altai: Der kleine Finger der Evolution - Wissen - ZEIT ONLINE

Wer sich lieber in deutscher Sprache über den fossilen Frühmenschen informieren will, wird in der Zeit fündig. Auch dieser Artikel von Ulrich Bahnsen stellt heraus, dass der sibirische Fund weder dem Neantertaler noch dem modernen Menschen entspricht. Offenbar ging die Verbreitung der Gattung Homo in mehr Ausbreitungswellen vor sich, als bisher angenommen. Fakt ist jedenfalls, dass die Ausbreitungswelle des homo sapiens sämtliche anderen Formen verdrängt hat. Bahnsen zitiert Ian Tattersall vom Naturkundemuseum in New York: "Der Mensch ist etwas Besonderes. Und etwas sehr Gefährliches" - hhp

Erstellt von hhp | | Denisova child | Englisch | Evolution | Anthropologie

Fossil finger points to new human species - Nature

Der von russischen Forschern gefundene fossile Fingerknochen fand zunächst keine Beachtung, bis ein deutsches Forscherteam eine DNA-Analyse vornahm. Die Überraschung war groß, als diese sich weder mit dem Neandertaler noch mit dem modernen Menschen deckte. Die Befunde deuten darauf hin, dass es sich um eine bisher unbekannte Menschenart handelt, die lange vor den uns bekannten Verwandten aus Afrika ausgewandert ist. So könnte es sein, dass nicht nur der Neandertaler und homo sapiens, sondern mehrere verschiedene eiszeitliche Menschenarten koexistierten. Da die Vergleiche auf mitochondrialer DNA beruhen, raten manche bzgl. weiter reichender Schlüsse noch zur Zurückhaltung. Erst die Entschlüsselung des Gesamtgenoms wird Klarheit bringen und die Vergabe eines formellen Namens erlauben. Svante Pääbo, Koautor der Studie, ist fasziniert von der Möglichkeit, dass molekulare Analysen paläontologisch nutzbar sind: "Wir stehen gerade am Anfang von vielen faszinierenden Entwicklungen" - hhp

Erstellt von hhp | | Fodor / Piatelli-Palmarini: What Darwin got wrong | Englisch | Epigenetik | Wissenschaftstheorie | Evolution

Epigenetics, a confused muddle in the media - Sciblogs

Der Bioinformatiker Grant Jacobs pflegt seit mehr als 6 Jahren "Epigenetik" als Schwerpunkt und kann so glaubwürdig die im Guardian veröffentlichte Darwinismuskiritk von O. Burkeman (s.u.) entkräften. Burkemans Hauptfehler sei es, ohne hinreichende Sachkenntnis die eigene Meinung in den Vordergrund zu stellen statt die Sichtweisen einschlägiger Experten wiederzugeben. Dabei suggeriere er, die neuen epigenetischen Erkenntnisse seien vor der Allgemeinheit verborgen worden. Jacobs stellt dagegen, dass die Epigenetik DAS Trendthema der letzen 5-6 Jahre ist, auch wenn es aufgrund der Vorläufigkeit noch nicht in Lehrbüchern Eingang gefunden hat. Jacobs stellt den Unterschied zwischen den Genen selbst und ihrer Regulation durch Epigenetik in den Vordergrund und weist damit Burkemans Formulierung, die Umwelt spiele eine Rolle in der SCHAFFUNG von Merkmalen, zurück. Nach Jacobs schaffen epigenetische Effekte keine neuen Eigenschaften, sondern sie verändern nur den Gebrauch bestehender Gene - hhp